Bürgermeister wollen alte Kennzeichen zurück

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Rothenburg ob der Tauber - PEG, SOB oder KRU: Diese Kfz-Kennzeichen sind in Bayern längst verschwunden. Das soll sich jetzt ändern:

Es soll Menschen geben, die glauben, HEB sei Bürgermeister in München und WÜM ein Hund neben Wendelin. Doch tatsächlich handelt e sich um Buchstabenkombinationen auf alten Nummerntaferln. Von Kennzeichen, wie sie in Bayern vor der Gebietsreform im Jahr 1972 verwendet wurden. Doch sie könnten wieder kommen: Denn es gibt eine Initiative, die den 70er-Jahre-Zustand wiederherstellen will: Zwölf bayerische Städte hatten sich in Rothenburg ob der Tauber daraufhin geeinigt, dass Bedingungen ernsthaft geprüft werden sollen, unter denen die ehemaligen Kfz-Kennzeichen wieder eingeführt werden können. Michael Sommerhorn, der geschäftsleitende Beamte von Rothenburg dazu: „Das hat nichts mit Nostalgie zu tun, es ist Identifikation mit der Stadt.“

Zugrunde liegt eine Untersuchung der Hochschule Heilbronn, die jetzt auf Bayern lokalisiert wurde. Volkswirtschaftler Professor Dr. Ralf Bochert (Studiengang Tourismusmanagement) und sein Team hatten dabei die Bürger in 15 bayerischen Städten befragt. Die Städte – etwa Schrobenhausen und Friedberg – hatten eines gemeinsam: Sie haben ihr Kennzeichen verloren. Ergebnis: 68,5 Prozent aller Menschen wünschen sich das abgeschaffte Kennzeichen zurück, lediglich 16,3 Prozent wollen das derzeitige Kennzeichen behalten. Ein klares Votum für früher. Bochert sieht hier aber keinen „Oldtimergedanken“, sondern sieht im Kfz-Kennzeichen das wichtigste Symbol für die Marke der Stadt. „Das ist Marketing, das zudem nichts kostet“. Überraschend ist dabei, dass ausgerechnet die jüngste befragte Gruppe (16 bis 30 Jahre) mit einem Anteil von 76 Prozent sich am meisten die alten Taferl zurückwünscht.„Das hat auch mit Globalisierung zu tun“, sagt Bochert. „Von den Jungen wird verlangt, sie sollen Sprachen sprechen, sie sollen mobil sein. Doch sie wollen deswegen auch zeigen: Wir wollen hier leben, wir wollen es nach außen transportieren.“ Eine „Identifikation der Bürgerinnnen und Bürger mit ihrer heimatlichen Regionen“, nennen es die Städte der Initiative. Eigene Stadt – eigenes Kennzeichen halt. Dass sich das machen lässt, beweisen Beispiele. So bekam das hessische Hanau im Main-Kinzig-Kreis (Kennzeichen: MKK) mit HU ein eigenes Taferl. Vielleicht kommen ja bald die bayerischen Städte Hersbruck (HEB) und Waldmünchen (WÜM) hinzu.

MC

Diese Kennzeichen könnten kommen

Bad Aibling AIB Alzenau in Unterfranken ALZ Beilngries BEI Berchtesgaden BGD Bogen BOG Bad Brückenau BRK Burglengenfeld BUL Dinkelsbühl DKB Ebern EBN Ebermannstadt EBS Eggenfelden EG Eschenbach/Oberpfalz ESB Friedberg FDB Feuchtwangen FEU Füssen FÜS Gemünden/Main GEM Gerolzhofen GEO Grafenau GRA Griesbach/Rottal GRI Gunzenhausen GUN Hammelburg HAB Hersbruck HEB Hilpoltstein HIP Höchstadt/Aisch HÖS Hofheim/Unterfranken HOH Illertissen ILL Karlstadt KAR Kemnath KEM Königshofen im Grabfeld KÖN Kötzting KÖZ Krumbach KRU Landau/Isar LAN Laufen LF Lohr am Main LOH Mainburg MAI Marktredwitz MAK Mallersdorf MAL Marktheidenfeld MAR Mellrichstadt MET Marktoberdorf MOD Münchberg MÜB Nabburg NAB Naila NAI Neustadt bei Coburg NEC Neunburg vorm Wald NEN Nördlingen NÖ Obernburg/Main OBB Ochsenfurt OCH Oberviechtach OVI Parsberg PAR Pegnitz PEG Rehau REH Bad Reichenhall REI Riedenburg RID Roding ROD Rottenburg an der Laaber ROL Rothenburg ob der Tauber ROT Stadtsteinach SAN Scheinfeld SEF Selb SEL Sonthofen SF Schwabmünchen SMÜ Schrobenhausen SOB Schongau SOG Staffelstein STE Sulzbach-Rosenberg SUL Uffenheim UFF Vilsbiburg VIB Viechtach VIT Vilshofen VOF Vohenstrauß VOH Wegscheid WEG Wertingen WER Wolfratshausen WOR Wasserburg am Inn WS Waldmünchen WÜM

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