Schild an der Mangfall Kaserne angebracht!

Der Geheimdienst und die Transparenz

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Gerhard Schindler präsentiert das neue Schild am Eingang zur Mangfall Kaserne
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Bad Aibling - Am Freitag war es endlich soweit: Der Bundesnachrichtendienst bekennt sich öffentlich zum Standort Bad Aibling und fünf weiteren Einrichtungen im Bundesgebiet.

Im Straßenverkehr ist Deutschland ja schon lange als sogenannter "Schilderwald" bekannt. Dass das Anbringen einer einzelnen, knapp 40 mal 20 Zentimeter großen Tafel für ein enormes Interesse, besonders unter Journalisten sorgt, ist jedoch neu. So geschehen am Freitag vor den Toren der Mangfall Kaserne in Bad Aibling. Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (kurz: BND), Gerhard Schindler, war eigens angereist, um den ungefähr 30 Reportern, Redakteuren, Fotografen und Kameraleuten stolz das neue Schild neben dem Schriftzug der Liegenschaft zu präsentieren.

Weniger geheim, mehr Transparenz

"Die heutige Umwidmung ist ein Zeichen für mehr Transparenz," erklärt der Präsident des Bundesnachrichtendienst in seinem kurz gehaltenen Statement am Freitag. Transparenz sei jedoch kein Selbstzweck. Man wolle das Vertrauen der Bevölkerung in den deutschen Auslandsnachrichtendienst weiter stärken, dazu wolle man auch weiterhin mit unterschiedlichen Maßnahmen mehr von der eigenen Tätigkeit preisgeben. Dazu gehöre einerseits die Bekenntnis zu den Anlagen in Bad Aibling, Gablingen, Stockdorf, Söcking, Rheinhausen und Schöningen andererseits aber auch ein neues Besucherzentrum in Berlin, so Schindler. "Wir sind ein moderner Dienstleister, der in der Gesellschaft fest verankert ist und täglich Hintergrundinformationen für die Regierung liefert. Für diese Aufgabe brauchen wir uns nicht zu verstecken", beendet Schindler seine knappe Ansprache. Fragen zur amerikanischen Beteiligung, der NSA und der Überwachung der sozialen Netzwerke wurden in sehr kurzen Sätzen beantwortet.

Bilder von der Anlage in Bad Aibling

Schindler: "BND, ein moderner Dienstleister!"

Nach seinem offiziellen Statement lud der Hausherr in die bekannt Anlage in Bad Aibling ein. Die anwesenden Journalisten konnten sich einen Eindruck der großen Antennen im Nord-Westen der Mangfallstadt aus nächster Nähe machen. Die größte Kuppel der ehemaligen "Echelon Field Station 81" stand den Interessierten sogar zur Begehung offen. Im inneren der Kuppel befindet sich eine dreh- und schwenkbare Parabolantenne und ein Steuergerät zur Ausrichtung. Die Daten, die die Anlage im SIGINT-Verfahren gewinnt, werden an anderer Stelle gesammelt und ausgewertet. SIGINT setzt sich aus den englischen Worten "signals" und "intelligence" zusammen und bedeutet nichts anderes als "Signalspionage" oder "Elektronische Aufklärung" 

In den sechs ab heute transparent dem BND zugeordneten Dienststellen arbeiten rund700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 140 davon in Bad Aibling. Sie haben den Auftrag, Krisengebiete und Regionen zu beobachten, die von besonderem Interesse für die Bundesregierung sind. Einen weiteren, wichtigen Schwerpunkt bildet die Aufklärung von Einsatzgebieten der Bundeswehr zum Schutz deutscher Soldatinnen und Soldaten . Zudem unterstützen sie bei der Aufklärung von Entführungen und Geiselnahmen deutscher Staatsbürger im Ausland. "Diese Aufgaben gehören zum Kernauftrag des Bundesnachrichtendienstes und beruhen auf gesetzlicher Grundlage. Zu diesen Aufgaben stehen wir ,weshalb wir zukünftig auf die "Legendierung" dieser Außenstellen im Inland verzichten". Gegen die eigenen Bürger richten sich die Aktivitäten des transparenten Geheimdienstes definitiv nicht, so Präsident Schindler.

Quelle: rosenheim24.de

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