In 20 Minuten überschwemmt

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Am Sonntag hat ein Gewitter dem Ortsteil Holzen binnen 20 Minuten 60 Liter Regen pro Quadratmeter beschert.
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Burgkirchen - Ein Gewitter hat Burgkirchen eine zweite Überschwemmung beschert. Bürgermeister Krichenbauer hält Überschwemmungsflächen für unverzichtbar.

Nach Hirten hat es nun auch die Ortsteile Holzen und Obere Terrasse erwischt: Am Sonntag, 9. Juni, sorgte ein Unwetter für eine zweite Überschwemmung in Burgkirchen (wir berichteten). Für Bürgermeister Johann Krichenbauer sind Renaturierungsflächen und ausgewiesene Überschwemmungsgebiete unerlässlich - auch im Gemeindegebiet.

"Den Flüssen mehr Raum geben"

"Gezielt zu fluten wäre schon sehr wichtig", sagt der Bürgermeister. Krichenbauer schließt nicht aus, das auch Grundstücke im Gemendegebiet zu Renaturierungsflächen oder ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten werden müssen. Immerhin könne man so selbst entscheiden, welche Flächen im Notfall unter Wasser stehen. Aktuell wüsste man bei Hochwasser nicht, wo sich der Fluss seinen Weg bahne. Allerding müsse man die betroffenen Grundstückseigentümer mit ins Boot holen und angemessen entschädigen.

Bürgermeister Johann Krichenbauer

Ausreichend Flächen zu schaffen ist für den Bürgermeister alternativlos: "Es ist unbedingt notwendig, den Flüssen Raum geben." Das Geld sei in Renaturierungs- und Ausgleichsflächen besser investiert als in Dämme. Auch das aktuelle Hochwasser habe gezeigt, dass die Pegel überall dort, wo das Wasser kontrollert abfließen kann, die Pegel schlagartig sinken.

60 Liter pro Quadratmeter in 20 Minuten

Am Sonntag hatte ein Gewitter einzelnen Ortsteilen mehr als 60 Liter Regen auf dem Quadratmeter beschert - und das in lediglich 20 Minuten. In Holzen und der Oberen Terasse sind nach Angaben des Bürgermeisters 50 Keller vollgelaufen. Das Wasser stand in den Straßen 30 Zentimeter hoch. Eine Ursache für das plötzliche Hochwasser dürfte der lehmige Boden in Burgkirchen sein, der das Wasser nur sehr langsam abfließen lässt.

Die nur wenige Kilometer entfernten Gemeinden Emmerting und Mehring sowie der Burgkirchner Ortsteil Hirten blieben hingegen völlig verschont - zum Glück, wie Krichenbauer betont, schließlich hatte schon das erste Hochwasser Hirten getroffen.

Schadensfeststellung läuft noch

Krichenbauer hofft, dass das Hochwasser nun endlich Geschichte ist. Der Wetterbericht sage eine schöne Woche voraus, der Pegel der Alz gehe langsam zurück und auch der Chiemsee fließe ab. "Wir dürfen immer noch sagen, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen."

Eine Bilanz der Hochwasserschäden kann Krichenbauer noch nicht ziehen. "Wir sind noch bei der Schadensfeststellung." Sowohl Wohnhäuser als auch landwirtschaftliche Flächen und die kommunale Infrastruktur sind vom Hochwasser betroffen. "Wir haben erhebliche Schäden durch drückendes Grundwasser", so Krichenbauer. Wegen der immer noch relativ hohen Pegelstände hätten zudem einige Häuser noch immer Wasser im Keller.

Quelle: innsalzach24.de

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