Bussi-Schorschi will Wiesn-Star werden

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Schechen/München - "Bussi-Schorschi" Georg Weiß treibt seine Show-Karriere voran. Jetzt will der umstrittene Bauunternehmer mit dem "Bussi-Song" das Oktoberfest erobern!

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Man kann ihn wohl bloß lieben oder hassen. Beim "Bussi-Schorschi" scheint es für viele keinen Mittelweg zu geben, da scheiden sich die Geister. Ihm selbst ist das herzlich wurscht, scheint es. Und so zieht Georg Weiß aller Kritik zum Trotz sein Ding durch: Sei es, dass er sich auf roten Teppichen und Promi-Partys uneingeladen unters Volks mischt. Sei es, dass er den Bau einer Lagerhalle bei den Behörden beantragt und ein "Event-Stadl" draus wird. Sei es, dass er seine Firma in einem Naturschutzgebiet Bauschutt abladen lässt. Oder sei es, dass er hartnäckig versucht, eine Medienkarriere zu starten.

Bei Letzterem hat der "Bussi-Schorschi" jetzt den nächsten Schritt gemacht: Er versucht sich als Party-Sänger. Kann er denn singen? Nun, das soll am Besten jeder selbst beurteilen. Gemacht hat er es auf jeden Fall und unterstützt wurde er von einer professionellen und gefragten Showband.

Bald gemeinsam auf dem Münchner Oktoberfest: "Die Kirchdorfer" und der "Bussi-Schorschi"

"Die Kirchdorfer" aus Kirchdorf am Haunpold (bei Bruckmühl) haben sich des "Bussi-Schorschi" angenommen und ihm quasi ein Lied auf den meist weißgewandten und -bebrillten Leib geschrieben. "Bussi-Song" heißt das Werk schlicht und eine Zeile daraus lautet vielsagend: "Bussi, Bussi und a Batscherl aufs Popo..." Die musikalisch wichtigen Passagen haben die Profi-Musiker der "Kirchdorfer" selber eingespielt. "Bussi-Schorschi" glänzt durch eine Art Sprech-Gesang.

"Die Kirchdorfer", die in Besetzungen zwischen zwölf und 21 Musikern auftreten, sind eine international gefragte Show-Band. Die Geschichte der Gruppe begann 1870 als traditionelle bayerische Blasmusik. Der Sprung auf die großen Bühnen gelang in den 1970ern.

Heute ist die Liste der Engagements beeindruckend: Seit 1994 spielen "Die Kirchdorfer" als feste Band im Hacker-Festzelt auf dem Oktoberfest. Vor und nach der Münchner Wiesn haben sie Auftritte bei namhaften Firmenpartys, Volksmusik-Festen und in Hotels im In- und Ausland. Oktoberfest-ähnliche Feste in China, Dubai, Namibia und Brasilien gehören seit vielen Jahren zum Tourneeplan der oberbayerischen Musiker. Einen freien Termin bei den "Kirchdorfern" zu finden, sei mitterweile ein kleines Problem, sagt Manager und Bandmitglied Thomas Wohlschläger nicht ohne Stolz.

Warum dann die Zusammenarbeit mit einem so umstrittenen Paradiesvogel wie dem "Bussi-Schorschi"? Zum einen, weil Georg Weiß mit einem Bandmitglied bekannt sei, zum anderen weil der Schorschi eine gewisse regionale Prominenz habe und die Kunstfigur, als die er sich inszeniert, doch ganz lustig sei. Und "lustig" solle das Lied vorallem sein, nichts anderes. Wohlschläger: "Es soll Spaß machen. Denken darf sich dazu jeder, was er will."

Der Band ist durchaus bewusst, dass "Bussi-Schorschi" stark polarisiert. An der Zusammenarbeit sei schon heftig Kritik geübt worden. "Die Kirchdorfer" blieben trotzdem bei ihrem Projekt: "Wir sind da vorurteilsfrei rangegangen. Vielleicht wird es ja ein Wiesnhit, vielleicht wird es auch nur ein lustiger PR-Gag."

Das mit dem Wiesnhit wird sich zeigen. Das mit der PR ist dagegen nahezu garantiert. Denn ein großer, deutscher Privatsender dreht aktuell eine sechs- bis achtteilige Reality-Soap über "Bussi-Schorschi" aus Schechen. Die Studio-Aufnahmen zum "Bussi-Song" seien bereits Teil der Dreharbeiten gewesen, ein Auftritt von "Bussi-Schorschi" und den "Kirchdorfern" auf dem Oktoberfest stehe noch auf dem Plan, sagt Wohlschläger. Einen Sendetermin für die "Bussi-Show" im Fernsehen gibt es allerdings noch nicht.

"Bussi-Schorschi" Georg Weiß konnte sich auf Anfrage von rosenheim24 übrigens nicht zu seinen Sangesplänen äußern. Er teilte aber kurz per Handy-E-Mail mit, er sei gerade am Arbeiten in Saint Tropez - beim Drehen für seine Fernsehsendung.

ck/cs/ro24

Aus dem Video-Achiv:

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © "Die Kirchdorfer"

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