Hochhaus eine "Chance für Rosenheim"

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Die Höhenentwicklung der Rosenheimer "Skyline": Bei den nicht bezeichneten Objekten handelt es sich um Kirchtürme, wie links der Spitz der Christkönigkirche hinter den Wohngebäuden an der Aventinstraße, oder um Kamine.

Rosenheim - Es war eine lange, spannende Diskussion, die der Stadtrat über die Bebauung des "Capitol"-Grundstücks zwischen Prinzregenten-, Samer- und Herzog-Heinrich-Straße führte.

Es war eine lange, spannende Diskussion, die der Stadtrat über die Bebauung des "Capitol"-Grundstücks zwischen Prinzregenten-, Samer- und Herzog-Heinrich-Straße führte und die in der Abstimmung zu dem mehrheitlichen Beschluss (22:14 Stimmen) führte, auf der Grundlage der "Hochhaus-Lösung" Variante II einen Bebauungsplan für diesen Bereich aufzustellen.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer verlas zu Beginn eine kritische Stellungnahme des Rosenheimer Forums für Städtebau und Umweltfragen, die vor einem Präzendenzfall warnt. Dort wurde auch kritisiert, dass die ebenfalls vorliegende Variante I von Behnisch Architekten ohne Hochhaus nicht gleichrangig in der Ausschusssitzung präsentiert worden war.

Zwischen "überhaupt nicht" und "toll und innovativ"

"Die Diskussion über die beiden Varianten erfolgt im Rahmen des Bebauungsplans. Hier soll nur darüber bestimmt werden, ob wir auch die Hochhaus-Lösung parallel weiter verfolgen sollen", versuchte Bauer, die Debatte zielführend zu gestalten.

Wie bereits in der vorausgegangenen Sitzung des Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses präsentierte Stefan Rappold vom Architektenbüro Behnisch die Hochhausvariante dem Gremium.

CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann hielt seine Ablehnung kurz und knapp: "Ich kann mir das an dieser Stelle überhaupt nicht vorstellen. Da haben nur die etwas davon, die darin wohnen." "Zuerst habe ich auch so gedacht wie Kollege Borrmann", erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Leicht darauf. Doch seit der präzisierten Entwurfsplanung könne sie sich einen Hochbau an dieser Stelle doch vorstellen. Ihre Fraktion befürworte diese Planung.

Eine "tolle, innovative Idee" nannte Anna Rutz von den Grünen den Entwurf. Er sei zukunftsweisend, da er in der Innenstadt attraktive Wohnungen schaffe und dafür relativ wenig Platz verbrauche. Ihr Fraktionskollege Franz Lukas bestärkte das Gremium, mehr aus der Stadtarchitektur zu machen als der Paragraf 34 des Bundesbaugesetzes erlaube. Dem stimmten sowohl die Oberbürgermeisterin als auch CSU-Stadtrat Florian Ludwig zu.

Alterndes Capitol-Kino und "Hochhaus-Grundstück"

Alterndes Capitol-Kino und "Hochhaus-Grundstück"

Rudolf Hötzel, Fraktionsvorsitzender der Republikaner, wollte den Entwurf nicht grundsätzlich verdammen, sich aber nur mit einer niedrigeren Variante - "vier Stockwerke weniger"- anfreunden. Man wolle Schaden von der Stadt abwenden. Sein Parteikollege Markus Schmid blies ins selbe Horn, ebenso Dr. Thomas Huber von der CSU.

"Auch nur zwei Etagen niedriger vermitteln nicht mehr die Architektursprache des Entwurfs", wandte sich die Oberbürgermeisterin gegen diese Argumentation, die sie bereits im Bauausschuss mit der Bemerkung "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" als halbherzig glossiert hatte. Dieser Entwurf entspreche der Architekturspache der Jetztzeit.

"Eine gute Planung, aber an der falschen Stelle" wandte sich Dr. Beate Burkl, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, gegen die Hochhaus-Lösung. Fraktionskollege Robert Multrus vermisste am Entwurf die Maßstäblichkeit in der "weitgehend von Villenarchitektur geprägten Prinzregentenstraße", Franz Baumannm, ebenfalls FW/UP, sprach sich für eine höhere Version der Variante I aus; das Hochhaus könne er sich am Mühlbachbogen vorstellen; hier aber sei es ein Fremdkörper.

"Dieser Bau kann ein Stück Architekturgeschichte werden", plädierte Andreas Lakowski von der SPD für den "qualitativ hochwertigen Entwurf". Mit solchen Wohnangeboten könne man junge Familien in der Innenstadt halten. Die Alternative der Variante I, die sich an der Höhenentwicklung der Umgebung orientiere, sei "langweilige Architektur".

Bärbel Thum von der Bürgerinitiative WIR sprach sich dafür aus, die Hochhausvariante "eins zu eins" umzusetzen; ihr Kollege Franz Weiland merkte an: "Hochhaus ist nicht gleich Bausünde; es mindert auch den Flächenverbrauch." CSU-Stadtrat Anton Heindl erklärte: "Das ist eine Chance für Rosenheim. Hier wird hochwertiger Wohnbau geschaffen."

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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