"Bodenständiges Arbeiten gepaart mit einem Sinn für neue Ideen"

CeresAward: Jungunternehmerin aus Bernau im Finale

+
Katharina Simon hat gute Chancen auf den CeresAward in der Kategorie Unternehmerin.

Bernau/ Berlin - Im Oktober wird erstmalig der CeresAward für Landwirte und Landwirtinnen vergeben. Im Finale steht auch eine junge Unternehmerin aus Bernau:

Am 15. Oktober wird erstmalig der CeresAward- Landwirt/in des Jahres in Berlin vergeben. Der Preis zeichnet, einmalig im gesamten deutschen Sprachraum, Landwirte und Landwirtinnen aus, die als Unternehmerinnen und Unternehmer erfolgreich sind und täglich Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt wahrnehmen. Auch Katharina Simon aus Bernau hat gute Chancen auf einen Preis: Sie steht in der Kategorie Unternehmerin im Finale.

Regionale Unternehmerin bundesweit unter den Ersten:

„Brrrr, ruhig, ganz ruhig.“ Mit leiser, warmer Stimme beruhigt Katharina Simon ‚d‘ Ross‘, wie sie in schönstem Oberbayrisch sagt. Den beiden Norikerpferden dauert es wohl zu lange, bis die Reisegruppe vom Wagen geklettert ist und sich quer über den Hof zur bereitstehenden Brotzeit aufmacht. Erst dann heißt es für sie, raus aus dem Geschirr und rein in den Stall, wo Heu und Hafer warten. Kutschfahrten, verbunden mit Brotzeit- und Einkaufen im Hofladen, ist nur eine der Verknüpfungen von Tourismus und Landwirtschaft, die Katharina Simon sich ausdachte, um für sich und ihre Familie auf dem zwölf Hektar großen Grünlandbetrieb eine Zukunft als Vollerwerbsbetrieb zu schaffen. Dazu rundete die gelernte Glasbautechnikerin mit der Landwirtschafts- und Hauswirtschaftslehre ihre Ausbildung ab.

Als ihre Eltern vor 13 Jahren den auslaufenden Betrieb (ohne Milchkontingent, 12 ha Moorwiesen) von einem "Fremden" übernahmen, war für Katharina von Anfang an klar, „hier will ich einsteigen, hier will ich weitermachen.“ Das Konzept basiert hauptsächlich darauf, touristische Angebote mit Landwirtschaft zu verknüpfen. „Da die Betriebsfläche auch in Zukunft nicht wachsen wird, muss die größtmögliche Wertschöpfung aus der vorhandenen Fläche kommen.“ Dazu nutzt Katharina Simon die Vermarktung von betriebseigenem Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch und selbsthergestellten Produkten im Hofladen. Sie registriert einen stetig wachsenden Kundenstamm, der sich durch gezielte Veranstaltungen, wie Bauernhofbrunch, Hoffeste und Angebote, wie Stellplätze für Wohnmobile vergrößert. Sie bedient sich einer nachhaltigen Bewirtschaftung und setzt sich für die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Rassen, Norikerpferde und Pinzgauer Rind ein.

Der offene Hof mit speziellen Besichtigungs- und Hofführungsangeboten lässt die Produktion transparent werden und schafft Vertrauen bei den Kunden. Damit kann man nicht früh genug beginnen, deshalb sind Kindergärten und Schulklassen gern gesehene Gäste beim Erlebnisbauernhof der Familie Simon. Mit dem Programm "Lernort Bauernhof" hat sich Katharina ein eigenes Standbein aufgebaut.

Beim "Tag des offenen Hofes" und Bauernmärkten können sich Verbraucher ein Bild von der Tierhaltung und "Regional ist erste Wahl" machen. Viele Busunternehmen bieten den "Seppenbauern-Hof" als Ausflugsziel für "Landerlebnisreisen" mit Kutschfahrt, spannender Hofführung und selbstgemachtem Bauernhofbüffet aus eigener Produktion an. Nach 13 Jahren steht die 30-Jährige einem innovativen Unternehmen vor, das mit immer neuen und zielgerecht umgesetzten Ideen ein Beispiel dafür ist, dass „nicht nur Wachsen und Weichen unsere Zukunft sein kann.“ Die Planungen für die Zukunft liegen beim Umbau des alten Bauernhauses zu Ferienwohnungen und mehr Aktionsangeboten. Bauernhofrallye ist ein Beispiel. „Hier erwirtschaften wir mit geringem finanziellem Einsatz einen größtmöglichen Nutzen“. Das Konzept klingt einfach. Gruppen lösen Aufgaben rund um das Leben auf dem Hof und werden natürlich auch hier verköstigt. „Das spricht viele an, vom tagungsmüden Manager, Firmenangestellte beim Betriebsausflug oder Freunde zum Junggesellenabschied“, erzählt sie aus Erfahrung. Auf dem Kutschbock beweist Katharina Simon, dass der Umgang mit großen Tieren ihr keine Angst macht. Auch nicht, wenn es sich um ‚große zweibeinige‘ Tiere handelt, die eine Bauernhofrallye absolvieren. Dann merken auch die Herrscher über Tausende von Euros oder Hunderten von Arbeitskräften, dass sie schon an einem Eimer Wasser scheitern können, den sie mit dem Traktor von A nach B bringen sollen. „Das“ und jetzt blitzt der Schalk aus ihren Augen „bringt sie ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.“

Das sagen die Ceres-Juroren Hannelore Wörz, Deutscher LandFrauenverband – dlv, Peter Frölich, AgriCircle und Ursula Schlaghecken, dlz agrarmagazin über die junge Unternehmerin:

„Bodenständiges Arbeiten gepaart mit einem Sinn für neue Ideen.“ 

„Eine tief in der Landwirtschaft verwurzelte junge Frau, die ihre Zukunft mit einer soliden Ausbildung und Ideen anpackt.“

Pressemeldung dlz agrarmagazin

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser