News-Ticker zur Corona-Pandemie

600 Platzverweise bei Protest in München - Erneut "Corona-Demonstrationen" in der Region

Coronavirus - Italien
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Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen gibt es allerdings Lockerungen. Ein "Bayern-Plan" wurde entwickelt, die lange bestehende Ausgangs- in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Die Entwicklungen am Samstag, 16. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2709, Landkreis Traunstein 1278, Landkreis Berchtesgadener Land 300, Landkreis Mühldorf 495, Landkreis Altötting 594
  • Todesfälle: Rosenheim 193, Traunstein 83, Berchtesgadener Land 22, Mühldorf 25, Altötting 54
  • Mindestens 7881 Todesopfer in Deutschland (2273 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wird zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus


Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 21.10 Uhr - Demos in München: 600 Platzverweise

Am 16. Mai fanden mehrere stationäre Versammlungen in München statt. Die größte, die in einem thematischen Kontext zu den aktuellen Regelungen der Corona Pandemie stand, begann um 15 Uhr mit 1.000 Teilnehmern auf der Theresienwiese. Sie verlief störungsfrei und endete um 17 Uhr.

Aufgrund der wichtigen Vorgaben des Infektionsschutzes gab es Auflagen für die Versammlung, die die Zahl der Teilnehmer begrenzten und die Einhaltung von Mindestabständen forderten. Eine Priorität des taktischen Konzeptes der Münchner Polizei bestand deshalb auch darin, die Bildung von dicht gedrängten Personengruppen zu verhindern. Ein wichtiger Teil der Strategie war auch, weitläufig den Zulauf auf die Theresienwiese zu regulieren und schnell auf erkennbar größere Personengruppen reagieren zu können. Daneben war die Bemühung des Münchner Kreisverwaltungsreferats, alle heutigen Versammlungen außerhalb des Altstadtrings stattfinden zu lassen, ein wichtiger Baustein für die geordnete Einsatzbewältigung.

Weiteren, circa 2.500, an der Versammlung interessierten Personen konnte der Zugang auf die Theresienwiese nicht mehr ermöglicht werden, nachdem die maximale Teilnehmerzahl dort erreicht war. Diese Personen verteilten sich weiträumig entlang der umliegenden Straßen und an den weit vorgelagerten Durchlassstellen. Sie standen dabei stellenweise zusammen und mussten wiederholt von Kommunikationsbeamten und mit Lautsprecherdurchsagen an die vorgeschriebenen Mindestabstände erinnert werden. Durch das ruhige und besonnene Vorgehen der Polizei, das geprägt war durch eine intensive Kommunikation mit den betroffenen Bürgern und ein im Bedarfsfall konsequentes Einschreiten, konnten vor allem Gruppenbildungen im Bereich der Zuschauer aufgelöst werden. 

Trotzdem mussten über 600 uneinsichtigen Personen Platzverweise erteilt werden. Des Weiteren wurden über 20 Personen hauptsächlich wegen Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Etwa 1.000 Polizeibeamte waren im Einsatz. Neben vielen Einheiten der Münchner Polizei, darunter die Reiterstaffel, waren auch Beamte der Bayerischen Bereitschaftspolizei an dem Einsatzgeschehen beteiligt.

Pressemeldung Polizei München

Update, 20 Uhr - "Corona-Demonstrationen" in der Region - Polizei zieht Bilanz

Am Samstag, den 16. Mai gab es Demonstrationen in Bad Reichenhall, Traunstein, Traunreut und Waldkraiburg. Hier machten Bürger ihren Unmut über die Corona-Maßnahmen laut. Im Gespräch mit rosenheim24.de zog Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Bilanz. 

Update, 19 Uhr - Demonstration in München beendet

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins berichtete nach dem Ende der Demonstration auf der Münchner Theresienwiese, dass der Protest großteils problemlos verlaufen sei. 

Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, seien zu den 1.000 Demonstrierenden rund 2.500 Personen hinzugekommen, die sich in der Nähe der Theresienwiese aufhielten, um das Ganze zu begutachten. Das Konzept der Polizei habe sich als sehr effektiv erwiesen, um Menschenansammlungen aufzulösen. 

Update, 17.20 Uhr - Zahlen aus Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 594 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen.

506 Landkreisbürger/Innen sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen. 54 Personen sind an der Erkrankung verstorben

Update, 17 Uhr - Probleme bei Grenzöffnung der Alten Grenze Burghausen 

Wie die Stadt Burghausen auf Facebook bekannt gibt, kam es bei der Grenzöffnung zu Mißverständnissen. "Anders als von deutscher Seite gestern vermeldet, sperrt Österreich die Alte Grenze in Burghausen heute noch nicht auf! Von Burghauser Seite gibt es keine Barriere mehr, aber in Hochburg-Ach steht ein Soldat neben der Barriere des österreichischen Bundesheeres", heißt es in dem Post. 2:22 Dieser Soldat habe erklärt, dass Kanzler Kurz erst am Nachmittag des Samstags entscheiden werde, ob und wann die Grenze geöffnet werde.

16 Uhr - Ein Toter im Kreis Traunstein

im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit noch 220 aktive COVID-19-Fälle vor.

Die 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 6,21.

Heute sind beim Gesundheitsamt zwei Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1278 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 974 Personen (37 mehr als gestern).

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 16 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich vier Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (vier in Traunstein).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Lage-Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann (83 Jahre). Es wurde auch eine COVID-19-Infektion diagnostiziert. Weitere Ermittlungen hierzu sind aktuell im Gesundheitsamt in Bearbeitung. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 84 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

15.45 Uhr - Neue Zahlen aus Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn gibt es keinen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 16. Mai, 14 Uhr).

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 495 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 451 wieder genesen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle liegt derzeit bei 17, davon werden sieben stationär behandelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 1,7.

Pressemeldung Landratsamt Mühldorf

15.15 Uhr - Neue Zahlen aus dem Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern zwei neue bestätigte SARS-CoV-2-Fall im Landkreis Berchtesgadener Land gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle steigt auf 300 (Meldestand: 16. Mai, 10 Uhr). Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert für den Landkreis liegt unverändert im Vergleich zum Vortag bei 1,9. Von den insgesamt 300 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2- Fällen sind bisher 263 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (keine Veränderung zum Vortag). 

Insgesamt 14 SARS-CoV-2-Infizierte befinden sich aktuell in medizinischer Behandlung. Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen wie z. B. eine häusliche Quarantäne ein. Gegenwärtig befinden sich 13 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. 

822 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen worden. Das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land weist ausdrücklich darauf hin, dass Personen in Quarantäne aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr die eigene Wohnung/das eigene Haus nicht verlassen dürfen und für das Gesundheitsamt jederzeit zu Hause erreichbar sein müssen. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Derzeit werden 21 COVID-19-Patienten in den Kliniken im Berchtesgadener Land stationär behandelt. Das sind fünf Patienten weniger im Vergleich zur gestrigen Meldung. 

Zwei Patienten befinden sich in intensivmedizinischer Betreuung. Hinweis: Viele dieser 21 Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten 300 BGL- Corona-Fälle.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

14.34 Uhr - Kundgebung auf Münchner Theresienwiese

Auf Twitter berichtet die Münchner Polizei von der Demonstration auf der Theresienwiese. Dort und an der Münchner Freiheit zeigen am Nachmittag Münchner ihren Unmut über die Corona-Maßnahmen. Auf Twitter schreibt die Polizei München: 

"Die Versammlungsfreiheit ist ein wertvolles Grundrecht, das wir gemeinsam schützen. Wegen #Covid19 gelten besondere Auflagen, die Versammlungen erst verantwortbar machen.

Für einen erfolgreichen Verlauf bedarf es von allen Ernsthaftigkeit und Vernunft."

13.47 Uhr - Kreis Heinsberg: DPD-Standort wegen Coronafällen geschlossen

Der Paketzusteller DPD hat einen Standort im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen mit Hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Bislang seien 42 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Es seien aber noch nicht alle Proben ausgewertet worden. Alle 400 Mitarbeiter aus dem Standort in Hückelhoven sind demnach in zweiwöchiger Quarantäne. Zuvor hatte der WDR berichtet. 

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, sagte der Sprecher. Die ersten Fälle waren demnach in dieser Woche bekanntgeworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Sprecher. Das Depot soll nun gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Andere DPD-Standorte seien nicht betroffen.

12.43 Uhr - Weiterer Todesfall im Kreis Rosenheim 

In Stadt und Landkreis Rosenheim sind bisher insgesamt 2709 Fälle von COVID-19 aufgetreten. Bei 1716 Personen ist eine Genesung dokumentiert. 193 Personen sind verstorben. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 15. Mai (Stand 18 Uhr).

Zudem ist der Ertlhof in Rimsting unter Quarantäne gestellt worden, wie das Rosenheimer Landratsamt mitteilt. Zwölf der 61 Bewohner wurden positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet. Sie werden im Haus umverlegt, um sie von den übrigen Bewohnern zu trennen. Vor Ort wird ein Bauzaun aufgestellt, um den negativ Getesteten die Möglichkeit zu geben, das Gebäude zu verlassen und ins Freie zu gehen.

Update, 11.35 Uhr - Schluck Desinfektionsmittel: Mehr Anrufe bei Münchner Giftnotruf

Die Mitarbeiter des Giftnotrufs in München haben seit der Corona-Krise deutlich mehr zu tun. "Bei uns melden sich viel mehr Eltern als sonst, weil ihre Kinder auf Entdeckungstour gegangen sind und dabei Desinfektionsmittel oder ähnliche Substanzen getrunken haben" sagt der Toxikologe Tobias Zellner der Deutschen Presse-Agentur. Zellner berät bei der Hotline des Klinikums rechts der Isar die Anrufer. Üblicherweise beantworten er und seine Kollegen etwa 90 Notrufe am Tag, derzeit seien es eher 130 aufwärts.

Besorgte Nachfragen, weil der Nachwuchs einen Schluck aus der Deinfektionsmittel-Flasche genommen hat, kommen laut Zellner täglich etwa eine Handvoll. "Das kam vor der Corona-Pandemie eher selten vor", sagt der Toxikologe. Grund für den Anstieg sei, dass die Mittel derzeit in deutlich mehr Haushalten präsent seien. "Wenn die Flaschen dann ungeschützt rumstehen, kommen die Kinder natürlich viel leichter ran." 

Auch aus Kindertagesstätten kämen derartige Anrufe. Die gute Nachricht: "Desinfektionsmittel führen zu keinen schweren Vergiftungen, maximal zu einer leichten Alkoholvergiftung", sagt Zellner. "Ins Krankenhaus musste noch keiner." Wasser nachtrinken und etwas Süßes essen, um Unterzuckerung zu vermeiden, sei als Behandlung ausreichend.

Update, 10.43 Uhr - RKI meldet 620 Neuinfektionen und 57 weitere Todesfälle

In Deutschland steigt die Zahl der registrierten Infizierten um 620 auf 173.772. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt, werden mittlerweile 7881 Covid-19-Todesfälle gezählt und damit 57 mehr als am Vortag.

Bundesland

Anzal

Differenz zum Vortag

Fälle/100.000 Einwohner

Todesfälle

Baden-Württem­berg

33.893

+42

306

1.644

Bayern

45.340

+197

347

2.273

Berlin

6.428

+31

171

181

Brandenburg

3.169

+11

126

149

Bremen

1.150

+21

168

37

Hamburg

5.017

+36

272

231

Hessen

9.261

+57

148

432

Mecklenburg-Vor­pommern

746

+6

46

20

Niedersachsen

11.092

+5

139

535

Nordrhein-West­falen

36.065

+98

201

1.500

Rhein­land-Pfalz

6.449

+36

158

216

Saarland

2.688

+4

271

149

Sachsen

5.089

+28

125

197

Sachsen-Anhalt

1.676

+8

76

54

Schles­wig-Holstein

2.998

+10

103

126

Thüringen

2.711

+30

126

137

Gesamt

173.772

+620

209

7.881

Update, 9.57 Uhr - Italien will Einreise aus dem Ausland ab 3. Juni wieder erlauben

Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom in der Nacht zu Samstag. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.

Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist. Der deutsche Touristenverband geht davon aus, dass es eine schrittweise Wiederbelebung des Tourismus geben wird. Dabei könnten zuerst Ferienhäuser und andere Unterkünfte zur Selbstversorgung öffnen.

Schon ab diesem Montag sind weitere Lockerungen vorgesehen: So dürfen Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants wieder öffnen. Allerdings nur mit strengen Abstandsregeln. Auch dürfen sich die Menschen dann ohne eine Selbstauskunft bewegen, aber nur innerhalb ihrer Region. Museen und Bibliotheken können öffnen. Man darf auch wieder an den Strand oder Freunde treffen. Bisher durfte man sich nur mit Verwandten treffen. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Update, 9.14 Uhr - Deutschland, Österreich und Schweiz lockern Regeln für Grenzverkehr

Deutschland, Österreich und die Schweiz lockern kurzfristig die Beschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Bereits ab Samstag ist die wechselseitige Einreise für Personen wieder möglich, die Lebenspartner oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen wollen. Dies teilte das Bundesinnenministerium in Berlin am Freitagabend mit. Gleiches gilt für Besitzer selbst genutzter Liegenschaften und Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen. Ebenso dürfen Personen einreisen, die Tiere versorgen müssen.

Die Lockerungen seien möglich dank der positiven Entwicklung bei der Eindämmung des Coronavirus und den stark zurückgegangenen Ansteckungszahlen. Diese Lockerung an den Landesgrenzen tritt dem Ministerium zufolge in der Nacht zum Samstag um Mitternacht in Kraft. "Die Grenzkontrollbehörden sind entsprechend informiert", hieß es.

Griesen: Mitarbeiter der Straßenmeisterei bauen Absperrgitter am Grenzübergang Griesen ab. Um Mitternacht wurden viele Grenzen zum Nachbarland Österreich wieder geöffnet.

Wer eine dieser Lockerungen in Anspruch nehmen will, muss eine Selbsterklärung ausfüllen und diese am Grenzübergang bei einer Kontrolle vorweisen können. Das Formular kann auf der Website der Bundespolizei unter "bundespolizei.de" heruntergeladen und ausgedruckt werden. Falsche Angaben oder Missbrauch können nach Maßgabe der jeweiligen innerstaatlichen Bestimmungen geahndet werden.

Update, 8.26 Uhr - 31 neue Fälle in München

Am Freitag wurden in München 31 neue Corona-Fälle bestätigt (Stand: 13.30 Uhr).

In der Landeshauptstadt wurden bislang insgesamt 6.614 getestete Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 5.339 Personen, die bereits genesen sind, sowie 203 Todesfälle.

Die Reproduktionszahl für München liegt derzeit bei 1,08 – das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 108 Menschen neu anstecken. Liegt die Reproduktionszahl über 1, steigen die Fallzahlen wieder. Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 16,24. Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bayernweit ermittelt

Vorbericht - Bundesliga-Auftakt unter scharfer Beobachtung

Jetzt gilt's! Gerade einmal 63 Tage nach dem ersten Corona-Stopp wagt die Fußball-Bundesliga mit angepasstem Regelwerk den Sprung zurück in den Alltag - und steht beim Neustart als erste große internationale Sportliga überhaupt unter maximaler Beobachtung. Das Kabinenvideo von Herthas Salomon Kalou und eine flapsige Einkaufserzählung von Augsburg-Trainer Heiko Herrlich boten schon vor der Wiederaufnahme einen Vorgeschmack, welche Fallhöhe den Beteiligten droht: Die Missachtung der Hygieneregeln hat nicht nur direkte Konsequenzen zur Folge, sondern bringt eine ganze Branche in Verruf und den "absoluten Notbetrieb", so DFL-Boss Christian Seifert, in akute Gefahr.

Von diesem Samstag an soll sich aus Sicht der Deutschen Fußball Liga wieder alles um Fußball drehen, doch so einfach ist das nicht. Der unter strengen Auflagen genehmigte Neustart mit Geisterspielen wird für die ganze Liga zum Stresstest, weil sich der Fokus mit Beginn der Spiele um 15.30 Uhr ganz auf die Aktiven richtet. Tragen die Auswechselspieler den Mundschutz? Benutzt jeder seine eigene Trinkflasche? Wird auf der Bank und beim Torjubel Abstand gehalten? Fragen, die vor Monaten nach Satire klangen, entscheiden nun mit über den Erfolg eines mühevoll ausgearbeiteten Konzepts der DFL-Taskforce.

Auch für die Verantwortlichen ergibt sich so eine Sondersituation. "Ich war fast noch nie so angespannt. Wir wissen sportlich nicht, wo wir stehen. Ich frage mich natürlich, ob alles funktionieren wird, was wir organisatorisch vorbereitet haben", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Funke Mediengruppe". Bayerns Trainer Hansi Flick betonte: "Die ganze Welt schaut auf Deutschland, wie wir das machen." Dies könne eine Signalwirkung für "alle Ligen" haben, betonte der Coach.

Trainer nun doch ohne Mundschutz

Ein Punkt des DFL-Konzepts wurde kurz vor dem Spielstart am Freitag offenbar doch noch einkassiert. So müssen die Trainer laut "Bild-Zeitung" nun doch keinen Mundschutz tragen, sondern lediglich den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. DFL-Direktor Ansgar Schwenken sagte dazu: "Für die Trainer ist eine solche ausreichende Abstandswahrung gewährleistet, wenn sie sich mit einem Abstand von mindestens 1,5 Metern losgelöst von den anderen Personen bewegen."

Ob die Saison bis 30. Juni beendet werden kann, ist angesichts vieler ungeklärter Fragen völlig offen. Schon die zügige Erlaubnis von Bund und Ländern ist für die Branche aber ein Teilerfolg, auf dem nun aufgebaut werden soll. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der den Neustart kritisch sieht, deutete in einem "Spiegel"-Interview bereits an, die komplette Bremer Mannschaft in Quarantäne zu schicken, wenn sich ein Profi mit dem Coronavirus infiziere.

Das große Ziel der Proficlubs ist: Fertigspielen - irgendwie! An den TV-Millionen hängt nicht nur die Existenz einiger Clubs, sondern laut DFL-Chef Seifert auch der Fortbestand der Bundesliga in ihrer derzeitigen Form. Mit dem Hygienekonzept hat die DFL die Politik zwar vom schnellen Neustart überzeugt, doch auch bei Fußball-Fans wie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ("Ein Wochenende mit Fußball ist deutlich erträglicher als ein Wochenende ohne Fußball") bleiben Restzweifel.

Die breite Akzeptanz aus der Bevölkerung hat der Fußball für sein Pilotprojekt jedenfalls nicht. Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Fortsetzung zum jetzigen Zeitpunkt. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Saison-Neustart am kommenden Wochenende, wie aus dem "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" hervorgeht. 31 Prozent der Befragten sind für die Fortführung. Auch zahlreiche Fangruppen sind in Anbetracht der aktuellen Umstände gegen einen Neubeginn mit Geisterspielen.

mh/jv/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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