Dank "Pro Arbeit" sein Metier gefunden

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Ohne die Kooperation zwischen "Pro-Arbeit"-Ausbildungsvermittlerin Monika Hofmann (links) und dem Tankstellenbetreiber Johann Lex (rechts) stünde Ufuk möglicherweise noch immer ohne Lehrstelle da.

Rosenheim - Ein befriedigender Hauptschulabschluss, keine Aussicht auf eine Lehrstelle und kein Berufsziel vor Augen: Ufuks Start ins Arbeitsleben verlief beileibe nicht problemlos. Doch nun beginnt er eine Ausbildung zum Verkäufer.

Zwei Ausbildungsvermittler des Vereins "Pro Arbeit" kümmern sich jährlich um rund 150 Jugendliche. Die Erfolgsquote von Jugendlichen, die in Ausbildung, Arbeit oder eine Einstiegsqualifizierung vermittelt werden, liegt bei rund 50 Prozent. Die Jobcenter Rosenheim- Stadt und -Land beauftragen den Verein mit der Ausbildungsvermittlung, aber viele Jugendliche kommen auch aus eigenen Stücken. Grundsätzlich zeigten sich die Arbeitgeber aufgeschlossen und signalisierten viel Bereitschaft, den jungen Menschen eine Chance zu geben, so Monika Hoffmann von "Pro Arbeit".

Ein befriedigender Hauptschulabschluss im Jahr 2008, keine Aussicht auf eine Lehrstelle, ein Jahr Integrationsklasse (BIJ/K im Metallfach) an der Berufsschule Bad Aibling und nicht einmal ansatzweise ein Berufsziel vor Augen: Ufuks Start ins Arbeitsleben verlief beileibe nicht problemlos. Doch nun steht der Rosenheimer am Anfang seiner Ausbildung zum Verkäufer. Wie es scheint, hat er im Einzelhandel sein Metier gefunden: Der Umgang mit den Kunden in der Shell-Tankstelle in Fürstätt, kassieren, Bestellungen aufgeben, Ware einräumen - das alles macht dem 18-Jährigen, der sich fürs Handwerkliche so gar nicht erwärmen konnte, einfach "viel Spaß".

Für Monika Hofmann, Ausbildungs- und Arbeitsvermittlerin bei "Pro Arbeit", war Ufuk ein zu betreuender Jugendlicher. Im vergangenen Jahr aber, erzählt sie, hatte er aus eigenen Stücken bei einem Schuhfilialisten eine Stelle für eine Einstiegsqualifizierung (EQ) aufgetan. Trotz sehr guter Bewertungen kam dort allerdings kein Ausbildungsverhältnis zustande und er wäre wieder auf der Straße gestanden.

Stellenanzeige kam zur richtigen Zeit

Die Stellenanzeige, die Tankstellenbetreiber Johann Lex im Sommer geschaltet hat, kam zur richtigen Zeit: Hofmann konnte kurzfristig ein Vorstellungsgespräch vereinbaren, und nach einem mehrtägigen Probelauf Anfang August hatte Ufuk den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Das EQ hat sich dabei für ihn als ideale Vorbereitung für seine neue Stelle erwiesen: "Vieles, was ich dort gelernt habe, kann ich jetzt brauchen."

Auch während der Probezeit und darüber hinaus hält Monika Hofmann - ihre Stelle wird vom Jobcenter Rosenheim-Stadt finanziert - engen Kontakt zu den Lehrlingen und ihren Arbeitgebern, vermittelt bei Problemen im Betrieb oder in der Berufsschule - und redet, wenn es sein muss, ihren "Schützlingen" auch mal ernsthaft ins Gewissen.

Der Betriebswirt Johann Lex, selbst vierfacher Vater, sieht es indes als seine "moralische Verpflichtung", Jugendlichen wie Ufuk eine Chance zu geben - selbst, wenn es nicht immer reibungslos läuft. So ist unter den sechs Auszubildenden in seinen zehn Shell-Stationen zwischen Rosenheim und München auch ein Förderschüler. Was dem Unternehmer allerdings bei vielen jungen Leuten fehlt, ist Eigeninitiative, was die Stellensuche anbelangt: "Die sollten sich mehr auf die Hinterbeine stellen."

Geht bei Ufuk alles glatt, kann er nach seiner Verkäuferlehre die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beginnen - zumal Lex großen Wert darauf legt, leitende Positionen in seinen Tankstationen aus den eigenen Reihen heraus zu besetzen.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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