"Der Eiffelturm am Obersalzberg": Geschichte einer Freundschaft

Rosenheim - "Der Eiffelturm am Obersalzberg": Die Geschichte einer Freundschaft zweier ungleicher Mädchen in den Jahren 1933-34.

1933: Noch vor Kurzem war der Obersalzberg ein klassisches bayerisches Bergdorf, das sich aufgemacht hatte, den Tourismus zu erobern. Da erwählt Adolf Hitler diesen malerischen Ort, um dort eine zweite Zentrale der Macht der Nationalsozialisten zu installieren. Nach dem Wahlsieg Ziel fanatischer Hitler-Wallfahrer, werden die Bewohner bis 1937 vollständig vertrieben, der Ort Obersalzberg wird ausradiert, das gesamte Gebiet zum Führersperrgebiet. Vor diesem Hintergrund spielt der bewegende Debüt- roman von Regine Schwind.

Eine Freundschaft im Schatten der nationalsozialistischen Macht

Im Sommer 1933 befreunden sich die zwei Mädchen Clara und Claire. Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Clara ist eine Bauerntochter aus dem Berchtesgadener Land, Claire Halbjüdin und Tochter eines Arztes aus Berlin. Während zweier Sommer entwickelt sich eine wundersame Freundschaft, während der jedes der Mädchen Einblicke in das Leben der anderen bekommt. Der Nationalsozialismus, seine fanatischen Anhänger und die gleichzeitige Einschüchterung der Bevölkerung am Obersalzberg, beeinträchtigen auch unmittelbar das Leben von Clara und Claire. Schließlich begehen sie eine fatale Tat, die sie ihr ganzes Leben verfolgen wird.

Paris 1998 – Clara bricht ihr Schweigen

Als alte Frau besucht Clara ihre Enkelin Lucie in Paris. Sie ist zum ersten Mal in dieser Stadt, die sie doch eigentlich mit ihrer Freundin besuchen wollte, aber seit ihrem letzten gemeinsamen Sommer 1934 hat sie nie wieder etwas von ihr gehört. Die Wunden einer längst vergangenen Zeit brechen wieder auf. Clara fasst endlich den Mut und erzählt Lucie als erste die schöne, dramatische und traurige Geschichte von Clara und Claire.

In einer prägnanten Sprache erzählt Regine Schwind eine fiktive Geschichte, die sich so durchaus am Obersalzberg hätte zutragen können. Eine Geschichte über Freundschaft, die sich über soziale Schichten hinwegsetzt. Über eine Freundschaft, die Spuren hinterlässt und über eine Tat, deren dramatische Folgen nicht mehr rückgängig zu machen sind, gerade in einer Diktatur, die den Menschen ihre geistige und physische Freiheit nimmt.

Über die Autorin

 Regine Schwind studierte Diplom-Kulturwirtschaft und Buchwissenschaft in Passau, München und Paris. Sie lebt mit ihrer Familie in Bayern. Für VSW gab sie schon mehrere Anthologien heraus und ist als Autorin für unterschiedliche Projekte tätig. Der "Eiffelturm am Obersalzberg" ist ihr erster Roman.

Pressemeldung VSWKOMMUNIKATION

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © VSWKOMMUNIKATION

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser