"Der Verkehr ist unser aller Problem"

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Rosenheim - „Wie viel schöner könnte das Leben in Rosenheim sein, wenn es keine Verkehre gäbe“, philosophierte ein Stadtrat, der heuer an allen Bürgerversammlungen teilnahm.

Er wollte die großen und kleinen Sorgen der Rosenheimer erfahren. Der Verkehr war auch in den „Auer-Stuben“ bei der letzten der fünf Versammlungen, auf der hauptsächlich Probleme im Stadtbereich Mitte-Südwest im Mittelpunkt standen, das Thema.

In einem im Zeitraffertempo dargebotenen Rückblick ging Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer auf die aktuelle Finanzsituation der Stadt ein. Unter den Investitionen hob sie die "hervorragend angenommene Bahnunterführung", die Brücke über die Kalten, das Projekt ESV-Sportgelände und die schulischen Erweiterungsbauten hervor.

Auch die in der Öffentlichkeit diskutierte, tatsächlich und subjektiv empfundene Sicherheit in der Stadt sowie die "katastrophale Situation" um das Tierheim wurden thematisiert. Stadt und Landkreis, so Bauer, suchten intensiv nach einem geeigneten Grundstück, das nicht sofort Bürgereinsprüche hervorrufe. Eine besondere Würdigung sowie spontanen Applaus gab es für die zu Ende gehende Landesgartenschau.

"Relative enge Stadt mit viel Verkehr"

Erwartungsgemäß kam dann die Verkehrsproblematik zur Sprache. Die Rathauschefin verdeutlichte, "dass wir in einer engen Stadt mit einem relativ hohen Verkehrsaufkommen leben und der Verkehr unser aller Problem ist; wir sind Teil des Verkehrs, erzeugen und nutzen ihn, aber verwünschen ihn gleichzeitig".

Was gegen den zunehmenden Lkw-Verkehr über die Mangfallbrücke gemacht werden könne, wollte ein Anlieger wissen, denn der Lkw-Durchgangsverkehr sei dort ohnehin gesperrt. Die Besitzerin eines Kleinwagens hinterfragte sarkastisch, wer denn die "Abschussrampen" - so nannte sie die in die Fahrbahn eingebauten "Berliner Kissen" - in der Mangfallstraße "verbrochen" habe.

Die Antworten konnten nicht immer überzeugen. Der Lkw-Durchgangsverkehr falle in die Zuständigkeit der Verkehrsüberwachung, und die könne nicht immer überall sein. Abhilfe für die Ängste der Kleinwagenbesitzerin könne gegebenenfalls durch Abschleifen der Kissen-Kanten erreicht werden.

Die Mangfallstraße stellt ohnehin ein Problem dar, an dem sich die Geister scheiden. Manche Anlieger hoffen auf den Schnee, denn ihrer Ansicht nach werde der Schneepflug das Thema "Berliner Kissen" lösen, obwohl sie ursprünglich von den Anliegern befürwortet worden waren. Eine einsame Stimme im Chor der Anlieger war anderer Meinung, denn seitdem dort die "Berliner Kissen" aufgebracht wurden, sei das gefahrene Tempo geringer geworden.

Einigen konnten sich die Versammlungsteilnehmer allerdings nicht, ob mehr Autofahrer aus dem Landkreis vom Brückenberg durch die Hochgern-, Hochfelln- und Mangfallstraße zur B15 fahren oder ob mehr Schleichfahrer Alt-Fürstätt heimsuchen und durch die Straße Lug ins Land führen. Unter den "Sündern" seien auch Fahrzeuge des Baubetriebshofes. Das salomonische Urteil der Oberbürgermeisterin lautete, dass die Verkehrsströme und auch die Radwege am Brückenberg näher unter die Lupe genommen werden sollen. Eine Anbindung der Pürstlingstraße beim Brückenberg an die Äußere Münchener Straße wäre ideal, sei aber wegen des schwierigen Grundstückerwerbs fast aussichtslos.

Spielplätze sind keine Hundeklos

Kein Verständnis und scharfe Worte hatte die Rathauschefin für "Gassigeher", die ihren lieben Viecherln erlauben, ihr Geschäft in Sandkästen oder auf Spielplätzen zu verrichten. Genau das mussten Eltern in Alt-Fürstätt feststellen, weshalb sie beantragten, den dortigen Spielplatz einzuzäunen, was aber keine Zustimmung fand. Hingegen sollen die betagten Gerätschaften auf dem Spielplatz saniert werden.

Der Verkehrsausschuss hat eine Liste aufgestellt, welche Fahrrad- und Fußgängerwege herzurichten und zu beleuchten sind. Da das kostspielig sein kann und die Stadt sparen möchte, müsse letztlich der Stadtrat entscheiden und nicht das Straßenbauamt, wie ein Bürger in die Diskussion einwarf.

Intensiv wurde auch das abgestimmte Einkaufskonzept zwischen Innenstadt und Aicherpark angesprochen, da Zweifel bestehen, ob die Balance noch bestehe. Die Oberbürgermeisterin versicherte, dass trotz einiger kritikwürdiger Zustände die Aufwertung des Aichergeländes als Einkaufsstandort gewährleistet sei, fügte aber hinzu, dass Wunder bekanntlich etwas länger dauerten.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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