"Armutsbekämpfung weiterhin Thema"

Rosenheim - Mit der Einweihung des erstmals geöffneten Café „Arche“ an seinem neuen Standort am Mangfallpark Süd begann die Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes (DW) Rosenheim.

In dem hellen, freundlich gestalteten angelandeten Schiff ging Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbart, Mitglied des Diakonischen Rates und Seelsorger in Prien, auf die Bedeutung der Arche für den christlichen Glauben ein. Sie stehe als Ort des Rückzugs, als Ort der Besinnung. „Gott ist barmherzig, auch wenn der Kamm schwillt“, so Wackerbarth.

Regelmäßig „schwillt der „Kamm“ von DW-Vorstandsvorsitzendem Peter Selensky, wenn er an die politischen Beschlüsse hinsichtlich Hartz IV und Langzeitarbeitslosen denkt. 2010 sei zwar das europäische Jahr zu Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gewesen, allerdings sei die Zahl der von Armut betroffenen Menschen in Deutschland auch im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Hauptverantwortlich hierfür macht Selensky die Politik, die "ohne um die wahre Situation von Langzeitarbeitslosen zu wissen", zum Beispiel Ein-Euro-Jobs drastisch reduziert. Statt 300 Euro stünden jetzt nur noch 30 pro Platz zur Verfügung, die Zahl der Plätze sei halbiert worden. "Es ist ein Skandal, dass es keine Alternative gibt." So werde auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben der Diakonie die Bekämpfung von Armut bleiben. Positiv blickte der agile Vorsitzende auf die überaus erfolgreiche Ausstellung "Armes, reiches Rosenheimer Land" mit rund 1600 Besuchern. "Mit der Kunstausstellung ist es uns gelungen, Zielgruppen anzusprechen, die sich sonst nicht mit diesem Thema auseinandersetzen." Neben der Armutsbekämpfung werden die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität des DW, sowie Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterförderung wichtige Aufgabenbereiche sein. Derzeit reicht das Einzugsgebiet des DW von Pfaffenhofen bis Garmisch und Traunstein einschließlich der Landeshauptstadt München. Entsprechend vielfältig seien die Aufgaben des DW. Neu hinzugekommen sind im Berichtszeitraum die Jugendhilfezentrale in Mietraching, die Übernahme von weiteren Trägerschaften von Kindertagesstätten und Schulsozialpädagogen, zwei neue Außengruppen für chronisch alkoholkranke Menschen, ein Haus für alleinerziehende Langzeitarbeitslose in Rosenheim, Eröffnung des Bürgerhauses "Mangfalltreff" in Kolbermoor oder auch das Sozialkaufhaus Bruckmühl.

Insgesamt hat das Diakonische Werk Rosenheim 842 hauptamtlich Mitarbeiter in 623 Vollzeitstellen, wobei ein Großteil hiervon pädagogische Fachkräfte sind, sowie über 500 ehrenamtliche Mitarbeiter. Bei einer Bilanzsumme von über 18 Millionen Euro konnte 2010 ein Reingewinn von 56.000 Euro erwirtschaftet werden.

Nach dem Bericht und Entlastung der Vorstandschaft sowie des Diakonischen Rates erfolgte die Verabschiedung von langjährigen Mitgliedern des Diakonischen Rates sowie die Neuwahl. Selensky und die Vorsitzende des Diakonischen Rates, Beatrix Frank-Bauer, dankten Altoberbürgermeister Dr. Michael Stöcker, Dorothea Brenner, Thomas Lutz und Dipl.-Ing. Thomas Krücke für ihr engagiertes Wirken im Diakonischen Rat. Ebenfalls ausgeschieden sind Professor Dr. Burghard Feindor und Helga Gold. Einstimmig für die Dauer von vier Jahren in den Diakonischen Rat gewählt wurden Dekanin Hanna Wirth und Dr. Ernst Böhm von der B&O-Wohnungsbau-Gesellschaft. Wiedergewählt wurden Beatrix Frank-Bauer, Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth und Dr. Mario Voit von der Volks- und Raiffeisenbank Mangfalltal Rosenheim.

Am Ende der Veranstaltung sprach Dekanin Hanna Wirth den Segen über die Arche. "Die Arche Geschichte beginnt schwarz-weiß, doch sie endet bunt mit einem Regenbogen. Gott lässt den Himmel aufgehen. Für manche, die hier arbeiten, wird der Himmel aufgehen, vielleicht auch für Gäste, die sich von dem Ambiente verzaubern lassen."

Ab sofort ist das "Arche"-Blumencafé, das von Diaflora, einem DW-Tochterunternehmen, gemeinsam mit Langzeitarbeitslosen betrieben wird, dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

csi/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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