Von der Disco in die Notaufnahme

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Rosenheim - Alkohol ist in unserer Wohlstandsgesellschaft die Volksdroge Nummer 1. Doch auch die sogenannten leichten Drogen finden zunehmende Verbreitung.

Alkohol ist in unserer Wohlstandsgesellschaft und dabei in allen Bevölkerungsschichten die Volksdroge Nummer 1. Doch auch die sogenannten leichten Drogen wie Cannabis, Speed, Haschisch oder spezielle Mixgetränke finden besonders bei Jugendlichen zunehmende Verbreitung, denn sie sind "in" und suggerieren nach außen ein "cooles" Erscheinungsbild.

In Anbetracht der anstehenden Faschingsveranstaltungen geht der Stadtjugendring (SJR) Rosenheim in die Offensive und möchte mit der Kampagne "Stärken entwickeln - Gefährdungen begegnen" die Öffentlichkeit, und im Rahmen des Jugendschutzes, besonders die durchaus anfällige Jugend für diese Problematik sensibilisieren und damit verbundene Chancen und Risiken aufzeigen.

In einer Auftaktveranstaltung am Samstag im Citydome präsentierten der SJR, die Arbeitsgruppe "Prävention" der Polizei, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, die Suchthilfestelle Rosenheim, das Diakonische Werk Rosenheim und der Jugendtreff St. Nikolaus ihre Präventionsarbeit.

Viele haben schon von den Partys Jugendlicher gehört, bei denen das Trinken Motto ist und die für die Beteiligten dann im Krankenhaus enden.

Trendsetter für Jugendliche seien in erster Linie die Clique und leider auch die Medien, so Markus Bundil und Patricia Stach vom Stadtjugendring. Denn diese "bestimmen" oder geben vor, was gerade angesagt und "in" ist. Und welcher Jugendliche kann schon einer von Marketing-Experten gekonnt poppig aufgemachten Werbung widerstehen, die suggeriert, Alkopops, Biermischgetränke und andere, alkoholhaltige Getränke seien ungefährlich und für "coole" Jugendliche der richtige Partydrink. In einer Disco erwarte man neben heißer Musik schließlich auch, dass "vernünftige Drinks" serviert werden. Nach dem zweiten oder dritten Getränk steige dann die Stimmung und auch das Discofieber. Bietet dann ein guter Bekannter so ganz nebenbei, nur zum Probieren, etwas "Gras" an, will man auch kein Spielverderber sein - obwohl im Unterbewusstsein die Warnlampe aufleuchtet und signalisiert: Lass es gut sein, Alkohol und Betäubungsmittel sind eine äußerst gefährliche Mischung!

Und dann eventuell noch mit dem Auto nach Hause: "Disco-Unfälle" sind auch laut Polizei keine Seltenheit. Die Jugendlichen, so wissen Wolfgang Werner und Christian Wolf von der Arbeitsgruppe "Prävention" aus Erfahrung, wollen raus und die erworbene Mobilität und Freiheit, die ihnen der frisch erworbene Führerschein gibt, ausprobieren. Der zuvor genossene Alkohol beflügelt dieses Gefühl. Leider enden solche Discofahrten oft im Straßengraben oder gar in der Notaufnahme.

Auf einem ausgesteckten "Rausch-Brillen-Parcours" konnten die Besucher im Citydome testen, wie ihr Fahrverhalten ist, wenn sie ungefähr 1,3 Promille Alkohol im Blut haben. Nur wenige der "Testpersonen" bestanden den Test ohne mit den "Mini-Porsches" einen oder mehrere "Unfälle" zu verursachen. Fast alle Probanten waren über ihr komisches Fahrverhalten überrascht und werden sich diese Erfahrung merken.

Zwischen Besuchern und Veranstaltern entwickelte sich schließlich ein interessantes "Diskussionsforum", an dem hauptsächlich Jugendliche und Heranwachsende teilnahmen, also die Zielgruppe der Kampagne. Die Veranstalter konnten bewusst machen, dass es durchaus möglich ist, sich gegen Trend und Gruppenzwang zu stemmen und den erkennbaren Gefährdungen zu begegnen. Einer der Veranstalter erklärte: "Schon wenn einige der Besucher die Problematik verinnerlicht haben, dann waren wir erfolgreich."

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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