Doku: "Wir würden gerne weitermachen"

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Wer künftig durch die Ausstellung der Dokumentation Obersalzberg führt, ist noch unklar.
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Berchtesgaden - Fast eine Woche nachdem das Institut für Zeitgeschichte alle Rundgangsleiter der Dokumentation Obersalzberg entlassen hat, herrscht bei diesen immer noch Unverständnis.

"Normalerweise kennt man vor einer Mitarbeiterversammlung die Tagesordnung, zumindest in groben Zügen", erklärt Ulrike Offenberger BGLand24. "Nicht so am 25.10.2013, es hieß nur, das Thema sei wichtig, Erscheinen aber nicht verpflichtend. So haben meine Kollegen und ich im Vorfeld spekuliert, worum es wohl gehen würde." Dass es eine Kündigung für alle Rundgangsleiter sein würde, darauf wären alle 22 Mitarbeiter nicht gekommen. "Ich habe noch gefragt, um was es geht", erinnert sich Lisa Graf-Riemann. "Doch die pädagogischen Mitarbeiterinnen wussten es selbst nicht."

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"Dr. Brechtken kam dann sehr schnell zur Sache, indem er uns mitteilte, dass das Institut für Zeitgeschichte auf Weisung des Finanzministeriums die Zusammenarbeit mit uns Rundgangsleitern aus rechtlichen Gründen beenden müsse. Auf Nachfrage behauptete er, die Gründe nicht zu kennen, was bei den Rundgangsleitern auf Unverständnis, bzw. Unmut stieß", erzählt Offenberger weiter. Sie hätten aus der Presse erfahren, dass es sich um Scheinselbstständigkeit handeln soll, bestätigt auch Graf-Riemann. Sie könnten weiterhin Rundgänge anbieten, habe Brechtken ihnen vorgeschlagen, wenn sie das in eigener Regie täten und zum Beispiel einen Verein gründen würden. "Ob wir allerdings Aufträge vom Institut für Zeitgeschichte bekommen würden, könne er uns nicht versprechen", ärgert sich Lisa Graf-Riemann noch heute.

Sie wäre sofort bereit, wieder in der Dokumentation zu arbeiten, wie wohl ein Großteil der 22 Rundgangsleiter auch. "Wir machen das aus Idealismus, nicht des Geldes wegen." Deshalb seien sie auch so aufgebracht. Dr. Brechtken soll dagegen durchaus nüchtern und sachlich gewesen sein. "Von einem neuen Konzept haben wir noch nichts gehört", so Ulrike Offenberger. Eine Entscheidung wie es weitergehen soll, soll im April fallen, habe Brechtken angekündigt.

Lisa Graf-Riemann will jetzt von ihrer Rentenversicherung klären lassen, warum die Auseinandersetzung zwischen der deutschen Rentenversicherung und dem Institut für Zeitgeschichte gerade auf dem Rücken der Rundgangsleiter ausgetragen werden muss. "Wenn alles rechtlich sauber ist, können wir neu anfangen", hofft sie und mit ihr ihre 22 Kollegen.

cz

Quelle: BGland24.de

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