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Schlechter "Ausreise-Scherz" von Rechten geht nach hinten los

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Auf der Postkarte sind drei Varianten zur Ausreise aufgeführt
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Olpe/Rosenheim - Vor etwa einem Jahr erreichte uns aus Wasserburg ein "Gutschein" für eine Ausreise nach Afrika. Als "Überfremdungsbefürworter" will man uns nicht mehr in diesem Land haben. Das hat für die Provokateure nun Folgen.

Vorne auf der Postkarte steht groß "Gutschein". Auf der Rückseite soll der Empfänger ankreuzen, ob er per Schiff, Flugzeug oder über die Balkanroute Richtung Afrika ausreisen will. Nicht nur unsere Redaktion erhielt im vergangenen Jahr diesen besonderen "Service" für die Ausreise. Auch zahlreiche Politiker und andere Journalisten aus ganz Deutschland erreichte diese Gutschein-Karte.

Olper Stadtrat verklagt rechte Partei

Auf der Postkarte sind drei Varianten zur Ausreise aufgeführt

Einer von ihnen, Stadtrat Kai Bitzer aus Olpe (Grüne), hatte das Angebot wörtlich genommen, die Option "Schiffsreise" angekreuzt und die Karte zurück geschickt. Es geht um eine Reise nach Afrika im Wert von 2.200 Euro. Eine Antwort bekam der Olper aber nicht: "Ich habe noch einmal schriftlich darum gebeten, mir die Reise zukommen zu lassen. Nachdem auch darauf keine Reaktion kam, habe ich Klage eingereicht", so der Stadtrat gegenüber dem WDR. Weil die Partei "Der III. Weg" dem Versprechen nicht nachkam, forderte Bitzer von ihr alternativ 2.200 Euro zur Finanzierung der Reise.

Es kam zur Verhandlung

Wie Welt.de berichtet, wurde der Fall nun am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Neustadt an der Weinstraße verhandelt. Die Partei mit Sitz in Weidenthal in der Pfalz beantragte laut Gericht die Ablehnung der Klage. „Sie meinte, das sei nicht ernst gemeint gewesen, sondern nur eine politische Provokation“, sagte Gerichtssprecher Matthias Frey gegenüber Welt.de. 

Partei stellt sich quer

Der Richter habe eine einvernehmliche Lösung vorgeschlagen, bei der Geld an eine gemeinnützige Einrichtung gezahlt werden soll. Das lehnte die Partei Der III. Weg ab. 

Das Urteil wird für den 29. Juni erwartet.

Erstellt wurde die Postkarte übrigens von der rechtsextremen Mini-Partei "Der III. Weg". Sprachliche Anlehnungen an das Dritte Reich sind kein Zufall. Gegründet wurde diese Partei, die sich für einen deutschnationalen Sozialismus stark macht, von ehemaligen Aktivisten des im Jahr 2014 verbotenen Kameradschaft-Dachverbands "Freies Netz Süd".

Quelle: rosenheim24.de

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