DWD-Prognose

Frost und Feinstaub bleiben in Bayern

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In München und dem restlichen Freistaat bleibt es vorerst sehr kalt.

München - Brrr! In Bayern bleibt es die kommenden Tage frostig kalt. Auch die hohe Feinstaubbelastung geht nicht zurück. Grund ist eine bestimmte Wetterlage.

Die frostige Kälte wird Bayern in den kommenden Tagen nicht verlassen - und auch die Feinstaubbelastung bleibt hoch. „In den vergangenen Tagen haben sich Abgase und andere Stoffe, die Feinstaub bilden, angereichert“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag in München. Grund sei die Inversionswetterlage, also: wärmere Luftmassen, die über kälteren liegen und verhindern, dass Feinstaub aus der tieferen Schicht sich mit der freien Atmosphäre austauschen kann. So werde es bis zum Wochenende bleiben.

Zu hohe Feinstaubwerte in München

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten seit 2005 europaweit Grenzwerte für Feinstaub. Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden. Am Münchner Stachus war das bis Montag aber schon zum achten Mal in diesem Jahr passiert, der Dienstag ist der neunte Tag. Die Landeshauptstadt kämpft bereits seit Jahren mit der Schadstoffbelastung. Der Freistaat steht deshalb sogar vor Gericht.

Die Inversionswetterlage führt nun dazu, dass die Luft sich immer mehr auskühlt. Es fühlt sich auch wirklich recht kalt an. Das Mittel der Januartemperaturen für dieses Jahr steht noch aus, und so lässt sich dieser Monat noch schlecht vergleichen mit den Vorjahren. Er wird wohl als ein kalter Januar ins Ranking eingehen - aber: „Das haben wir alles schon mal gehabt“, sagte ein Klimaexperte des DWD. „Wir sind es nur nicht mehr gewöhnt.“

Vereiste Flüsse - eine Gefahr

Eine dringliche Warnung an Eis-Freudige schickt allerdings das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Regensburg. Egal wie dick das Eis scheine, auf keinen Fall solle man gefrorene Flüsse wie die Donau betreten, sagte ein Sprecher des WSA. „Ein Fluss ist immer in Bewegung.“ Es könne passieren, dass Wasser von unten hochdrücke, die Eisschicht auf- und der Mensch einbreche. 

Der Schiffsverkehr ist auf den großen bayerischen Flüssen praktisch zum Erliegen gekommen. Das werde mindestens bis zum Wochenende so bleiben, sagte der WSA-Sprecher. „Wir gehen eher davon aus, dass es schlimmer und das Eis noch dicker wird.“ Der Schaden für die Schifffahrt allerdings könne kaum noch viel größer werden. Nachdem bereits eine Schleusensperrung bei Passau den Schiffsverkehr auf der Donau stoppte, war dieser am Montag auch auf dem wichtigen Main-Donau-Kanal eingestellt worden.

Dauerfrost bis zum Wochenende

Bis Samstag hält sich denn auch in großen Teilen Bayerns tagsüber Dauerfrost, nur in Nordbayern - besonders in Unterfranken - könnte es dem DWD-Sprecher zufolge noch am ehesten frostfrei werden. Unter 15 Grad Minus soll das Thermometer nur noch vereinzelt fallen. In den Nächten wird es im Süden vor allem in tieferen Lagen zwischen minus 6 und minus 10 Grad kalt, im Norden gibt es mäßigen Frost zwischen minus 3 und minus 9 Grad.

In höheren Lagen können sich - wegen der Inversionswetterlage - durchaus höhere Temperaturen einstellen, in Mulden hingegen kann es deutlich kälter sein, bis zu minus 13 Grad.

Kalte Temperaturen: Bauern freut‘s, Fische nicht

Für die Landwirtschaft ist die Kälte aber gut. „Der Boden ist von ganz unten her nicht kalt. Der Frost dringt momentan von oben her etwa 20 bis 30 Zentimeter ein, von unten wird quasi nachgeheizt“, sagte Peter Doleschel von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising-Weihenstephan dem Münchner Merkur. Durchs Gefrieren dehne sich das Wasser aus, das lockere den Boden, lasse ihn besser Wasser aufnehmen und erleichtere im Frühjahr die Bewirtschaftung.

Für den Landesfischereiverband (LFV) ist die Lage gerade weniger erfreulich. Auf der Suche nach Nahrung stürzten sich vielerorts Trupps von bis zu mehreren hundert Kormoranen auf die Flüsse und Bäche, die noch eisfrei sind, teilte der LFV am Dienstag mit. Die ohnehin angeschlagenen Fischbestände gerieten zusätzlich unter Druck.

dpa/lby

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