Einbrecher kommen in der Dämmerung

Landkreis - "Einbrecher kommen nachts ..." ist ein Irrtum, der es Gaunern leichter macht. Gerade jetzt in der Herbstzeit, wo die Tage wieder kürzer werden. Die Polizei gibt Tipps:

Die Einbrecher kommen bei weitem nicht immer in der Dunkelheit der Nacht. Sie nutzen vielmehr die Stunden am späten Nachmittag und am frühen Abend, wenn die einsetzende Dämmerung Schutz vor Entdeckung bietet. Die Tatzeit für den sogenannten „Dämmerungswohnungseinbruch“ liegt typischerweise zwischen 17.00 und 21.00 Uhr.

Polizeipressesprecher Jürgen Thalmeier bei Radio Charivari:

Oton

Die in dieser Zeit meist abwesenden Bewohner, sie befinden sich in der Regel in der Arbeit oder beim Einkaufen, sind von den Dieben an der fehlenden Beleuchtung der Wohnräume leicht von außen zu erkennen. Von den Einbrechern werden dabei am Ortsrand gelegene Wohngebiete bevorzugt ins Visier genommen. Gut eingewachsene und schlecht einsehbare Grundstücke sind ebenfalls besonders gefährdet. Die Diebe nutzen die genannten Bedingungen um Terrassen- oder Balkontüren bzw. Fenster aufzubrechen. Fast ausschließlich werden anschließend leicht abtransportierbare Wertgegenstände oder Bargeld gestohlen.

Nicht nur materielle Folgen

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen, ob jung oder alt, einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwer wiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden.

Die wenigsten Einbrecher sind Profis

Nach polizeilicher Erfahrung sind die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete "Profis", sondern meist Gelegenheitstäter, die fehlende Sicherungstechniken ausnützen. Bereits durch einfache, aber wirkungsvolle technische Sicherungen lassen sich Diebe von ihren Absichten abhalten. Dabei wirken sichtbare Sicherungstechniken eher abschreckend als anziehend. Sie bedeutet für die Täter eine längere "Arbeitszeit" - und je größer der Zeitaufwand, desto höher das Entdeckungsrisiko.

Aber auch der Leichtsinn und die Sorglosigkeit der Bewohner spielt den Dieben in die Karten. Die Wohnungs- oder Haustür wird nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen. Der Schlüssel kommt in sein vertrautes "Versteck" unter der Matte, in den Blumenkasten oder auf den Türrahmen. Beim Verlassen der Wohnung bleiben Fenster, Balkon- oder Terrassentüren auch in leicht zugänglicher Lage in Lüftungsstellung geöffnet. Solche Tatgelegenheiten lassen sich die Diebe nicht entgehen!

Kriminalpolizeiliche Beratung zum Einbruchsschutz

Dass man sich vor ungebetenen Gästen schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei. Über ein Drittel der Einbrüche bleibt nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Einrichtungen im Versuch stecken. Aber auch richtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn können Einbrüche verhindern helfen.

Jede Einbruchs-Vorsorge steht unter individuellen Vorzeichen und keine Wohnsituation ist wie die andere. Umfassende kostenlose Beratung und Information dazu bieten die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie sind bei jeder Kriminalpolizeidienstelle angegliedert und beraten ganz persönlich, kostenlos und neutral.

Einige Ratschläge und Verhaltensregeln:

  • Schließen und verriegeln Sie beim Verlassen Ihrer Wohnung alle Fenster und Türen.

  • Halten Sie gerade in Mehrfamilienhäusern auch tagsüber den Hauseingang verschlossen.

  • Lassen Sie ihre Wohnung nicht gänzlich unbeleuchtet. Der Einsatz von individuell regelbaren Zeitschaltuhren kann während ihrer Abwesenheit die Wohnung bewohnt erscheinen lassen.

  • Verwahren Sie Bargeld und Wertgegenstände an einem sicheren Ort. Verstecke im Haus bieten keine ausreichende Sicherheit.

  • Vermeiden Sie auf Ihrem Anrufbeantworter Abwesenheitszeiten zu nennen. Sie informieren damit auch einen potentiellen Einbrecher.

  • Achten Sie in ihrem Wohngebiet auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge. Notieren sie gegebenenfalls Kennzeichen der Fahrzeuge und Beschreibung der Personen.

  • Vorsicht, wenn Unbekannte an ihrer Haustür klingeln und sich nach Nachbarn erkundigen. Möglicherweise wollen Straftäter auf diese Weise feststellen ob bei ihrem Nachbarn oder Ihnen jemand zu hause ist.

  • Zögern Sie nicht bei verdächtigen Wahrnehmungen die Polizei (Notruf 110) zu rufen.

Weiter umfangreiche Präventionstipps sind auch im Internet unter www.polizei-beratung.de zu finden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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