Stand-Up-Paddler aus Altötting beteiligt

Mutige Lebensretter ziehen Mann (34) aus Chiemsee - Polizei belobigt Einsatz

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    Julia Grünhofer
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Schwabach/Chieming/Altötting - Eine dramatische Rettungsaktion hat bereits Ende Juli am Chiemsee für Aufsehen gesorgt. Dabei wurde ein 34-jähriger Pole auf einem Schlauchboot von zwei Männern aus Schwabach und Altötting vor dem Ertrinken gerettet.

Zwei Stand-Up-Paddler - ein 73-jähriger Schwabacher und ein 53-jähriger Altöttinger - wurden am späten Nachmittag eines schönen Sommertages auf den Mann in der Nähe von Chieming aufmerksam, der sich wild gestikulierend neben seinem Schlauchboot im Wasser befand. Die beiden Helfer paddelten sofort zu der Person, sprangen von ihren Brettern ins kühle Nass und versuchten erfolglos den immer schwächer werdenden Mann auf eines der Boards zu hieven. 

Als der Mann kraftlos den Halt am Brett verlor, geriet er unter Wasser, wo er von einem der Helfer aus circa ein Meter Tiefe wieder tauchend an die Oberfläche geholt wurde. Im weiteren Verlauf verlor der Mann immer wieder das Bewusstsein, wie die Polizei in Schwabach nun mitteilte. Der erschlaffte Körper bot kaum Haltemöglichkeiten für die Retter, weshalb auch der Kopf des Verunglückten mehrfach unter Wasser geriet.

Mann mit "Fahne" und ohne Körperspannung

"Ich habe ihn an den Armen gepackt und zum SUP gezogen. (...) Der Mann war kaum ansprechbar, sprach auch nur gebrochen Deutsch, hatte eine Alkoholfahne und so gut wie keine Körperspannung mehr", schilderte der Altöttinger damals die dramatischen Momente gegenüber der Passauer Neuen Presse.

Anschließend eilte den beiden auch noch ein zufällig vorbeikommender Kajakfahrer zu Hilfe. Der Mann griff dem Bewusstlosen geschickt von hinten unter die Arme und hielt sich selbst am Rand seines Paddelbootes fest, während der Schwabacher Rentner von der Gegenseite das wackelige Wasserfahrzeug stabilisierte.

In dieser Zeit gelang es dem zweiten Helfer per Handy aus seinem sogenannten "Drybag" den Notruf 112 zu alarmieren. Innerhalb einer Viertelstunde waren alle vor Ort: Rettungshubschrauber, Polizei, Sanitäter, Wasserwacht- und Feuerwehrboot. Bis zum Eintreffen der Profis kämpften die beiden „Stehpaddler“ 45 Minuten um das Leben des Polen. Als "herausragend und einfach nur vorbildlich" wurde der Einsatz anschließend von Wasserwacht und Polizei gelobt. Die Polizei Schwabach gab deswegen nun sogar extra eine Pressemitteilung dazu heraus.

Inzwischen ist der Pole übrigens gesundheitlich wieder wohlauf. Allerdings läuft gegen ihn nun ein Strafverfahren, denn es hatte sich herausgestellt, dass er bei der Schlauchbootfahrt erheblich betrunken war.

Ehefrau durchlebt bange Momente

Einen Schrecken ganz anderer Art erlebte in diesen Momenten übrigens die Ehefrau des Schwabacher Retters. Diese glaubte, das Aufgebot der Rettungskräfte würde ihrem längst überfälligen Mann gelten, mit dem sie sich eigentlich verabredet hatte. 

Bekräftigt wurde ihre Sorge erst recht, als sie beobachtete, wie das SUP (Stand-Up-Paddle-Bord) ihres Mannes gerade in das Feuerwehrboot gehoben wurde. Wenig später löste sich die Situation Gott sei Dank auf und die Frau konnte ihren Helden in die Arme schließen. 

mw/jg

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild (Collage: pixabay/dpa)

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