Video: Eisbären auf Entdeckungstour

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Nürnberg - Bei ihrem ersten Ausflug ins Freigehege zeigten die Nürnberger Eisbärenzwillinge Gregor und Aleut keine Scheu. Sehen Sie selbst.

Sie wirkten noch etwas tapsig, eroberten aber auf Anhieb die Herzen der Zoobesucher: Gut vier Monate nach ihrer Geburt haben die beiden Nürnberger Eisbären-Zwillinge Gregor und Aleut am Mittwoch ihren ersten Ausflug ins Freigehege des Nürnberger Tiergartens unternommen. Die knapp 20 Kilo schweren Jungtiere zeigten dabei trotz des großen Kameraaufgebots wenig Scheu. Stets Mutter Vera an ihrer Seite durchkletterten sie neugierig den schroffen Wandsteinfelsen der Außenanlage und unternahmen auch schon erste erfolgreiche Schwimmversuche in einem Wasserbecken.

Dass die beiden Jungbären bei ihren Kletterpartien ein paar Mal die Felsen herunterpurzelten, nahmen sowohl der stellvertretende Zoodirektor Helmut Mägdefrau als auch Eisbären-Mutter Vera gelassen. Der Tiergarten hatte den Kiesboden vorsorglich mit Stroh ausgelegt. Doch nach rund zweieinhalb Stunden war der Ausflug der Eisbärenfamilie erst einmal beendet. Mutter Vera scheuchte ihre beiden Jungen nach der anstrengenden Entdeckungstour zurück in die Höhle, wo sie mit den Jungtieren mehr als vier Monate zugebracht hatte. Aus dem Inneren der Höhle war danach nur noch Veras lautes Brüllen zu hören.

Nach Angaben der Tiergartenleitung hatte Vera schon seit Tagen Anstalten gemacht, die Geburtshöhle zu verlassen. Nachdem Tierärzte den beiden Jungbären am Montag die zweite Leptospirose-Impfung verpasst hatten, öffneten Pfleger am Mittwoch früh den Schieber zum Freigehege. “Vera ging sofort raus und hat erst einmal ganz aufgeregt die Anlage untersucht“, berichtete Mägdefrau später. “Erst als sie nach einer halben Stunde festgestellt hatte, dass alles in Ordnung war, ließ sie die Jungtiere ins Freie“, berichtet er.

Mägdefrau zeigte sich unterdessen mit der Fürsorge von Vera zufrieden. “Ihre Aufzuchtverhalten ist perfekt“, stellte er fest. Beide Eisbärenjungen entwickelten sich prächtig. “Sie sind topfit“, betonte er. Gerade in den vergangenen Wochen hätten die beiden Flocke-Geschwister stark an Gewicht zugelegt. Die natürliche Aufzucht von Eisbären-Jungen ist auch im Nürnberger Zoo mit seiner jahrzehntelangen Eisenbärenhaltung nicht an der Tagesordnung. Seit den 50er Jahren seien erst sieben junge Eisbären von Muttertieren aufgezogen worden. 20 Jungtiere - darunter auch Flocke - hätten Tierpfleger als Ziehväter und -mütter gehabt.

Da der Tiergarten den ersten öffentlichen Auftritt der beiden Zwillinge erst am Morgen bekanntgegeben hatte, hatten sich zunächst nur wenige Besucher am Eisbärengehege versammelt. Die meisten wurden erst wegen des Journalistenandrangs auf das Ereignis aufmerksam - waren aber auf der Stelle von den beiden tapsigen Jungtieren begeistert. “Der ist ja richtig putzig. So was sieht man nicht jeden Tag“, freute sich Zoobesucherin Nina Katheder aus dem mittelfränkischen Roth. “Ich hoffe nur, dass den beiden Eisbären nicht das Schicksal von Knut widerfährt“, meinte sie. Der Eisbär aus dem Berliner Zoo war am vergangenen Wochenende an einer Hirnerkrankung gestorben.

Der für den Notfall bereitstehende Revierleiter Thorsten Christ blieb bei Gregors und Aleuts erstem Ausflug jedenfalls ungefordert. Mit Klettergeschirr ausgestattet hätte er sich den Sandsteinfelsen abgeseilt, falls bei den Kletterpartien oder den ersten Schwimmversuchen der Eisbärenzwillinge etwas schief gegangen wäre. “Das Wasserbecken hat einen sehr tiefen Ausstieg. Da war zu befürchten, dass die Jungtiere möglicherweise nicht mehr aus eigener Kraft ans Ufer kommen. Da hätte ich den beiden zu Hilfe kommen müsse - natürlich erst, nachdem Muttertier Vera aus dem Gehege gedrängt worden wäre“, erläuterte Christ.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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