Die Marktgemeinde Bad Endorf soll schöner werden

Bahnhofstraße: "Mängel aber auch Potential"

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Bad Endorf - Nach dem Vorbild des Ortsteils Hirnsberg will Bad Endorf endlich für Touristen und Anwohner attraktiver werden. Welche Maßnahmen und Investitionen dazu nötig sind:

Das Interesse an der diesjährigen Bürgerversammlung im Kursaal am Park der Marktgemeinde Bad Endorf war groß. So konnten die Bürger, wie in jedem Jahr, im Vorfeld eigene Fragen einreichen, die Bürgermeisterin Doris Laban zusammen mit ihrem Team beantwortete. Auf der anderen Seite stand ein Bericht über den Vertrag zwischen der GWC AG und der Marktgemeinde selbst, der erst am Donnerstag unter Dach und Fach gebracht wurde, wir berichteten.

Zum Schwerpunkt des Abend entwickelte sich hingegen ein anderer Tagesordnungspunkt. Das sogenannte ISEK, das "Integrierte Städtebauliche Entwicklungs-Konzept", führte den Zuhörern im Saal eindrucksvoll vor Augen, was in der Marktgemeinde in Sachen Verkehr, Wohnen und Wirtschaft richtig, aber auch richtig falsch läuft.

Maßnahmen benennen aber auch finanzieren

Nachdem Bürgermeisterin Doris Laban einen kurzen Rück- und Ausblick über die Projekte in der Kommune gegeben hatte, stellte Prof. Martin Schirmer das Konzept ausführlich vor. In mehreren Phasen wurde zunächst in Versammlungen, aber auch in Online-Befragungen, die momentane Situation analysiert. "Das ISEK brauche ich unbedingt, um an Fördergelder vom Staat zu kommen. Es soll helfen, die Projekte auf dem Weg zum Ziel zu benennen", so Architekt und Städteplaner Schirmer. Als Ausgangspunkt habe man sich deshalb auch die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung angesehen. Bis zum Jahr 2032 rechnen die Experten mit einem Zuwachs von 17,7%, weit über dem bayerischen Durchschnitt von 5%. Daraus resultiere ein Flächenbedarf von rund 46 Hektar, der bis dahin neu entwickelt werden müsste.

"Eine sympathische Empfangsofferte sieht möglicherweise anders aus",

so Prof. Martin Schirmer weiter in seiner Detailbetrachtung der Marktgemeinde, und weiter: "Es gibt Mängel aber auch Potential." In erster Linie präge der Verkehr das Bild der Kommune. Mit rund 16.500 Fahrzeugbewegungen pro Tag sei das Zentrum besonders zu Stoßzeiten stark belastet. Das Ziel also: Weniger Verkehr und eine deutliche Aufwertung der Ortsmitte über mehr Aufenthaltsqualität in der Bahnhofstraße.

Als Grundlage sollte dabei Tempo 30 im gesamten Bereich eingeführt werden, so der Städteplaner weiter. Eine Maßnahme die im Publikum für spontanen Applaus sorgte. Zahlreiche Umgestaltungsmaßnahmen, angefangen bei den Ortseingängen, der Neugestaltung des Kirchplatzes, über eine Verbreiterungen der Gehwege, eine Neu-Regulierung der Parkplätze bis hin zu einer Vergrößerung der Bahnunterführung und sogar einer möglichen, zusätzlichen Entlastung der Bahnhofstraße durch einen Tunnel entlang der Gleise, könnten dafür sorgen, dass Bad Endorf an Attraktivität gewinnen könnte. Die beiden Hälften entlang der Bahnlinie würden so auch starker zusammenwachsen.

Gemeinderatsworkshop Ende März

Entlang der neuen Bahnhofstraße würden die Parkflächen zusätzlich stark reduziert. Statt quer, sollten die Autos nur noch längs, parallel zur Straße halten dürfen, maximal drei hintereinander pro Parkbucht. Die so fehlenden Stellplätze könnten durch eine Tiefgarage unter dem Ortskern dann aber wieder aufgefangen werden. "Eine Menge von Aufgaben bedeutet natürlich auch eine Menge an Investitionen", so Städteplaner Schirmer abschließend. In einem Gemeinderatsworkshop Ende März sollen jetzt die Maßnahmen weiter konkretisiert und priorisiert werden. Der Fokus soll dabei auf Arbeiten liegen, die die Marktgemeinde schnell und vor allem kostengünstig entlasten können.

Quelle: rosenheim24.de

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