Entwicklungsmöglichkeiten für Einzelhandel

Rosenheim – Der Entwurf des Einzelhandels-Entwicklungsprojekts wurde bei der kombinierten Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus vorgestellt.

Das Konzept soll Entwicklungsmöglichkeiten für den Rosenheimer Einzelhandel vor dem Hintergrund der Veränderungen sowohl innerhalb des Stadtgebietes als auch in der Region aufzeigen. Erklärtes Ziel ist eine geordnete städtebauliche Entwicklung und positive Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsposition der Stadt als Handelsstandort. Hörmann überschrieb das mit „Investitionslenkung statt Investitionsverhinderung“.

Inhalte des Konzeptes sind ein erster Linie die „Rosenheimer Sortimentsliste“, differenzierte Standortempfehlungen sowie die Abgrenzung zentraler Versorgungsbereiche, die schützenswerte Handelsbereiche darstellen.

Dabei geht es auch um die Entwicklung des Bahnhofsareals. Es soll sich nachhaltig entwickeln, ohne die vorhandenen innerstädtischen Strukturen zu gefährden.

Damit soll der verlorene Kaufkraftanteil in der Region, die gefallene, aber wieder im Steigen begriffene „Zentralität“ Rosenheims zurückgewonnen werden.

Mit einem solchen Konzept schaffe die Stadt mehr Planungs- und Rechtssicherheit und dynamisiere als Implusgeber das private Investitionsverhalten. Hörmann berichtete von positiver Resonanz zum Einzelhandlesentwicklungskonzept von vielen Seiten.

Das Bahnhofsgelände bezeichnete Hörmann als „Zentraltrelevanz des Elektrohandels“. Es sei gut, dass sich der Stadtrat gegen ein Einkaufszentrum am Bahnhof entschieden habe. So bleibe das Areal multifunktional nutzbar.

„Laufende Überprüfung nötig“

Der Aicherpark mit seinen 47.000 Quadratmetern Verkaufssfläche ein Fachhandelsmarkt-Standort; eine laufende Überprüfung der Verkaufsflächen sei notwendig.

Das Konzept müsse natürlich fortgeschrieben werden, jedoch nicht jährlich. Hörmann empfahl dazu eine fünfjährliche Vollerhebung.

Andreas Lakowski von der SPD fragte nach, ob das Konzept, wenn es verabschiedet sei, auch eine rechtliche Wirkung entfalte. Dazu erklärte Hörmann, wenn es wegen der Sortimente zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen sollte, habe eine Kommune ohne ein solches Konzept wenig Chancen. Habe man aber eines, gebe das Rückhalt vor Gericht.

Im Verlaufe der Arbeit am Konzept wurden von zahlreichen Organisationen Stellungnahmen zum Konzept eingeholt, diese von der Stadtverwaltung und den Fachgutachtern ausgewertet, abgewägt und den Stadträten in einer Abhandlung zugeleitet. In einem Workshop mit Vertretern der Politik und der Verbände sollen diese Ergebnisse präsentiert und kritisch hinterfragt werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen des Bahnhofsumfeldes werden ebenfalls noch eingearbeitet. Das Konzept soll in der Stadtratssitzung am 27. Juli verabschiedet werden.

Der Wirtschafts- und Tourismus-Ausschuss stimmte einstimmig der Beschlussvorlage zu, die getroffenen Abwägungen zu billigen, den Workshop einzuberufen und die Ergebnisse in das Konzept einfliessen zu lassen.

Unter den Mitgliedern des Stadtentwicklungs- und Baugnehmigungsausschusses stimmte nur CSU-Stadtrat Josef Gasteiger dagegen, der sich heftig gegen den in einem CIMA-Plan ausgewiesenen Standort im Bereich Aising-Pang für ein Nahversorgungszentrum wandte. „Mit der zukünftigen Nutzung auf der BayWa-Wiese reicht das im Süden, da muss man zur Versorgung nix Neues mehr aufreißen.“

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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