Verkehrsausschuss: Wirbel um die Mangfallstraße

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Andrang vor dem Sitzungssaal vor dem öffentlichen Teil
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Rosenheim - Im Ausschuss für Verkehrsfragen gab es am Donnerstag eine turbulente Sitzung zum Ausbau der Mangfallstraße. Es gab sogar Buh-Rufe aus dem Publikum!

Zum öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV waren ca. 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger mit Kind und Kegel erschienen. Die Sitzung wurde deshalb kurzerhand vom kleinen in den großen Rathaussaal verlegt, um allen Anwesenden Platz zu bieten. Die Anwohner der Mangfallstraße waren gekommen, um den Fortschritt der Planungen zu begutachten und der Entscheidung über die Entwurfsplanung beizuwohnen. Aus diesem Grund wurde der ursprünglich letzte Tagesordnungspunkt dann auch vorgezogen und ausführlich beleuchtet.

Der Vollausbau der Straße im Stadtteil Aisingerwies erstreckt sich von der Arnulfstraße im Süden bis zur Mangfallbrücke im Norden. Vorgesehen sind eine Verbreiterung des westlichen Gehwegs und der lückenlose Anbau des Fußwegs im Osten.

Auf einer Länge von insgesamt ca. 960 Metern sieht die Planung einen Straßenquerschnitt von 10 Metern vor, die Fahrbahn mit einer Breite von sechs Metern, die Gehwege jeweils mit zwei Metern. Die Ausnahme bildet ein kurzes Stück zwischen der Tassilo- und der Agilolfingerstraße, in dem die Fahrbahnbreite auf 5,50 Meter und die Gehwege auf 1,5 Meter zu reduzieren ist. Hier konnte und werde man sich auch in Zukunft wahrscheinlich nicht mit den Grundstücksbesitzern einigen können.

Plateau-Aufpflasterungen  sollen kommen

Zur Verbesserung der Verkehrssituation für die Anlieger und um ein Tempolimit von 30 km/h gewährleisten zu können, sieht die Planung zudem den Bau von sogenannten Plateau-Aufpflasterungen im gesamten Bereich vor. Diese sollen an Einmündungen, bei Zebrastreifen und an weiteren neuralgischen Punkten, wie zum Beispiel vor der Waldorf-Schule, den Verkehr bremsen. Die Plateau-Aufpflasterungen mit einer Durchschnittslänge von zwölf Metern bereiten vor Allem den Bussen mit einer Steigung von 4% auf einer Länge von zwei Metern keinerlei Probleme. Alle Bushaltestellen im Bereich sollen zudem beibehalten werden. Die Kosten der Maßnahme betragen im Bereich Süd ca. 510.000 Euro, im Bereich Nord ca. 1,1 Millionen Euro und für den Grunderwerb ca. 255.000 Euro.

Szenenapplaus der Anwohner

Zu Beginn der Diskussion beantragte Franz Weiland die Streichung eines umstrittenen, da leicht falsch zu verstehenden Passus. Der Absatz lasse dem Stadtrat die Möglichkeit, den Kernpunkt der Maßnahme. die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, auszuhebeln und nicht länger zu verfolgen. Spontaner Szenenapplaus der anwesenden Anwohner folgte daraufhin prompt. Andreas Lakowski unterstrich darauf hin noch einmal die Wichtigkeit der Verkehrsberuhigung aufgrund der stetig gestiegenen Verkehrsbelastung in den letzten Jahren.

Borrmann (CSU): Tempo 40 ausprobieren

Der Vorschlag von Herbert Borrmann Tempo 40 im Bereich auszuprobieren, da es sich bei der Mangfallstraße um eine Ortsdurchfahrt handele, wurde von einzelnen "Buh"-Rufen begleitet. Das "Abwägen der Interessen" führte das CSU-Mitgleid zu dem Schluss, das einfach zu viele Schwellen im Bereich vorhanden seien und somit der Verkehr unnötig verlangsamt werde. Deshalb forderte Borrmann, alle Aufpflasterungen, die nicht an der Engstelle, den Zebrastreifen, vor der Schule oder an Einmündungen vorgesehen waren, aus der Planung zu Streichen.

Andreas Lakowski kritisierte den Vorschlag sofort, man solle hier nicht "rumdoktoren" und forderte eine entsprechende schriftliche Vorlage.

Verwirrung bei den Abstimmungen

Vor der Abstimmung zum Entwurf, wurde die von Franz Weiland geforderte Streichung mit nur einer Gegenstimme angenommen. Es folgte die Abstimmung über die ursprüngliche Entwurfsplanung, die mit nur fünf Stimmen dafür abgelehnt wurde.

Und ab hier begann die Verwirrung in der Sitzung Einzug zu halten. Der Vorschlag von Herbert Borrmann zur Reduzierung der Schwellenanzahl wurde im Folgenden mündlich in die Planung eingearbeitet. Die Ausbauplanung wurde in den südlichen und den nördlichen Teil aufgeteilt und separat abgestimmt. Wurde der südliche Teil noch genehmigt, erhielt die Planung Nord nur noch fünf Stimmen und wurde also abgelehnt.

"Wir sind doch hier nicht auf dem Basar"

Kurze Diskussionen um die fehlende Stimme wurden von Andreas Lakowski und Peter Rutz sofort vehement unterbunden und kommentiert. "Wir sind doch hier nicht auf dem Basar, wo um die Stimmen gehandelt wird". Die Bauplanung wurde abschließend auf den Stadtrat vertagt.

Quelle: rosenheim24.de

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