Erfolglose Einbrecher müssen ins Gefängnis

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Rosenheim - Im Advent 2010 machten sich drei Serben auf nach Oberbayern. Allerdings waren sie nicht an den Christkindl-Märkten interessiert: Entweder bettelten sie oder brachen in Häuser ein.

Sie läuteten einfach willkürlich an der Haustüre von Einfamilien-Häusern. Öffnete jemand, dann bettelten sie. Wenn niemand öffnete, dann wurde eine Verandatüre aufgehebelt, um im Haus nach Beute zu suchen. Das führte sie jetzt vor das Rosenheimer Schöffengericht, da sie bei einer Fahrzeugkontrolle festgenommen werden konnten.

Sehr erfolgreich waren die Drei nicht gewesen. In Fürstenfeldbruck vermuteten sie nach vergeblichem Läuten, das Haus sei leer. Als sie aber durch die Verandatüre eindrangen, standen sie unvermutet vor der Hausherrin, die nur Bettlern nicht öffnen wollte. Daraufhin nahmen die verhinderten Einbrecher Reißaus.

In Stephanskirchen hatten sie ein bisschen mehr Glück. Es war niemand zuhause und die Verandatüre war schnell aufgehebelt. Dennoch fanden sie im Haus keine großen Reichtümer. Unter anderem entwendeten sie eine Lederhandtasche, in der sie womöglich Geldbeträge vermuteten. Nachdem sie da nicht fündig wurden, warfen sie die Tasche beim Haus einfach in ein Gebüsch. Der entstandene Schaden war deutlich größer als die verwertbare Beute.

Weil sie es als unnötig oder gar als unmännlich ansahen, sich im Auto anzugurten, gerieten sie bei Kranzberg, westlich von Freising, in eine Fahrzeugkontrolle der Polizei. Nicht angeschnallt, mit Sommerreifen unterwegs wurden sie von den Beamten natürlich kontrolliert. Als dann der Computer zeigte, dass die Papiere der Frau gefälscht und die Begleiter auf der Fahndungsliste standen, war die Fahrt zu Ende.

Das Fahrzeug wies eine weitere Besonderheit auf. Es war aus Serbien nach Deutschland gebracht worden, hier von einem Strohmann für einige Monate angemeldet worden und mit Verstecken für Diebesgut ausgestattet.

Alle Drei waren geständig. Kein Wunder, waren sie doch gesehen und wiedererkannt worden. Zwei von ihnen waren mehrfach einschlägig vorbestraft, so dass sich eine große Beweisaufnahme erübrigte. Da half auch nichts, dass sie vom Münchner Staranwalt Sewarion Kirkitadse verteidigt wurden - Fakten sind Fakten.

Für die beiden Täter mit Vorstrafenlisten beantragten Staatsanwaltschaft und Verteidigung übereinstimmend 18 Monate Haft. Einer der Täter, mit Wohnsitz in Lüttich, Belgien, war ohne jede Vorstrafe in Deutschland. Möglicherweise zu seinem Glück war eine Strafliste aus Belgien nicht eingetroffen. So hatte das Gericht zu seinen Gunsten davon aus zu gehen, dass dies seine erste Verurteilung sei. Deshalb kam er mit einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten Gefängnis davon.

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Heinrich Loeber entsprach in seinem Urteil den Anträgen. "Die Täter sollen wissen, dass Bayern ein schlechtes Pflaster für solche Ausflüge ist" So Richter Loeber.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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