Rosenheimer demonstrieren gegen Castor

Rosenheim - Mit 1,5 Tagen Verspätung hat am vergangenen Dienstag der Castor-Transport sein Ziel erreicht. Mehr als 50.000 Atomkraftgegner demonstrierten gegen den Atomtransport, darunter auch rund ein Dutzend Rosenheimer.

Nach der Großdemonstration am Samstag haben Tausende an den unterschiedlichsten Aktionen zum Stopp des Transports teilgenommen. Neben zahlreichen Blockaden wurde das Protestrepertoire in diesem Jahr unter anderem um die Aktionsform des „Schottern“ erweitert. Nach Angaben der Kampagne „Castor?-Schottern!“ beteiligten sich 3000 bis 4000 Menschen an der Aktion. Es sei gelungen an mehreren Stellen das Gleisbett zu unterhöhlen und so den Zug zumindest zeitweilig zu stoppen. Die Atomkraftgegner kritisieren jedoch die massiven Polizeiübergriffe, alleine bei der „Castor? Schottern!“ habe es rund 1000 Verletzte Demonstranten gegeben. Zusätzlich nahm die Polizei über 1300 Personen in Gewahrsam, erteilte über 300 Platzverweise und stellte fast 120 Traktoren sicher. „Uns sind jedoch keine Ingewahrsamnahmen oder Platzverweise von Rosenheimer Aktivisten bekannt“ so Michael Kurz, Sprecher der infogruppe rosenheim.

Erfolgreicher Anti-Atom-Widerstand

Insgesamt wird von der Anti-AKW-Bewegung ein positives Resümee zu den Protesten gezogen, auch von der infogruppe rosenheim. In einer Pressemitteilung heißt es: „Zwar ist es der Atomlobby erneut gelungen, ihren Müll gegen den Willen der Menschen durch die Lande zu prügeln, aber es wurde auch das "Nein!" zur Atomenergie deutlich auf die Straße bzw. Schiene getragen. Noch nie beiteiligten sich so viele Menschen am Castor-Protest und noch nie wurde der Zug solange aufgehalten. Der Erfolg des Widerstandes liegt unseres Erachtens in den unterschiedlichen und zueinander solidarischen dezentralen Aktionsformen, weshalb sich die Aktivistinnen und Aktivisten aus Rosenheim sowohl am Schottern, als auch an Gleis-, und Straßenblockaden beteiligten.“ Nach Meinung der Atomkraftgegner sei keine Technik zu hundert Prozent beherrschbar und bei der Risikotechnik Atomenergie sei bekannt, wie immens die Gefahren für Mensch und Umwelt in alle Zukunft sind: „Die Fiktion einer vermeintlich sauberen Atomtechnologie musste die großflächige Umweltzerstörung durch die Uranabbauminen (vor allem in den Ländern des globalen Südens) schon immer ignorieren.

Historisch und aktuell sind die Entwicklung von Atomreaktoren und Atombomben eng miteinander verknüpft. In allen Staaten dieser Erde ist das Problem der langfristigen Lagerung des hochgiftigen Atommülls ungelöst. In den Atommüll-Deponien Asse und Morsleben ist die radioaktive Verseuchung des Grundwassers auf lange Sicht kaum noch aufzuhalten. Die Asse hat es an den Tag gebracht: es gibt keine Lösung für die atomaren Hinterlassenschaften, und es kann keine geben. Trotz alledem soll der Endlagerstandort Gorleben weiter ausgebaut werden - ungeachtet aller wissenschaftlichen Zweifel an der Eignung dieses Standorts. Da kommt ein Gefühl von Ohnmacht auf - aber es macht auch wütend und empört.“ heißt es in einer von der infogruppe mitunterzeichneten Absichtserklärung zu den Castorprotesten.

Pressemitteilung der infogruppe rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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