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Energiewald in Kolbermoor zeigt gute Erträge

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Kurzumtriebsplantage in Kolbermoor zieht Bilanz
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Kolbermoor - Erste Ergebnisse des Energiewalds auf dem Versuchsgelände Karolinenfeld stimmen die Betreiber zuversichtlich. Die Zusammenarbeit der Ämter funktioniert. *Neu: Video*

Unter den wachsamen Augen der beiden Präsidenten der Landesanstalt für Landwirtschaft, Jakob Operer und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, wurden am Dienstag erste Ergebnisse zu den im Mai diesen Jahres angelegten Kurzumtriebsplantagen (KUP) auf dem Versuchsgelände "Karolinenfeld" bei Kolbermoor vorgestellt.

"Die Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen lief reibungslos", so Operer, zumal die aktuelle Versuchsanordnung ja auch beide Landesämter gleichenmaßen fordere und somit eine Kooperation auch notwendig mache. Schlechter lief es mit der Witterung auf dem Versuchsgelände. Zuviel Wasser und heiße Temperaturen hätten das Wachstum der Pappeln sicher beeinträchtigt. Doch glücklicherweise möge es die Pappel ja feucht; 700 Milliliter Niederschlag pro Jahr seien das Mindestmaß; sodass kein wirklicher Schaden, zumindest noch nicht, erkennbar sei. Aber das sei eben einfach das Spannende an Feldversuchen. Besonders Lob hingegen ging von Seiten des Präsidenten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, an die Fachleute beider Einrichtungen, die mit viel zeitlichem Aufwand ein nun Früchte tragendes Projekt verwirklicht hätten.

Kurzumtriebsplantagen sollen in Zukunft maßgeblich zur Umsetzung der Energiewende beitragen. Die auf den Flächen wachsenden Bäume, vornehmlich Pflanzen mit starken Jugendwachstum und Wiederausschlagsfähigkeit, wie zum Beispiel Pappeln oder Weiden, werden nach der Ernte zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet, um in den passenden Anlagen verfeuert zu werden. Im Fall der KUP in Kolbermoor, solle die staatliche Versuchsanlage in Grub versorgt werden. Aktuell messen die Bäume auf der Versuchsanlage zwischen zwei und drei Meter, das entspreche einem Wachstum seit der Pflanzung im Mai von ungefähr zwei Zentimeter pro Tag. Dabei müsse aber auch beachtet werden, dass die Bäume auf dem moorigen Untergrund in Kolbermoor besonders günstige Voraussetzungen vorfinden würden, erklärte Hannes Neuner, Fachmann für erneuerbare Energiequellen aus Freising. Hauptaugenmerk wurde bei der Pflanzung in Kolbermoor vor allem auf die verschiedenen Arten der Anzucht selbst gelegt. So wurden unterschiedliche Methoden erprobt, neben der traditionellen Anbaumethode mit Pflug in der Aussaat, kamen auch Folien, die das Wachstum der anderen Pflanzen hemmten, zum Einsatz. Dabei zeigte sich jedoch, dass nach wie vor die traditionellen Wege, die besten Ergebnisse lieferten.

Zum Ertrag der sogenannten Energiewälder konnten die Verantwortlichen klare Zahlen nennen. Grundlegend sei zu nennen, dass eine KUP rechtlich für maximal 20 Jahre Umtriebszeit als Ackerfläche zu behandeln sei. Dabei unterscheide man zwischen den einzelnen Umtriebsperioden. Die ersten sechs bis acht Jahre, je nach verwendeter Baumsorte, lieferten noch keinen maximalen Ertrag bei der Ernte. "Erst in der zweiten Umtriebszeit wachsen die Pflanzen dann besser", so Neuner. Das Zuwachsoptimum sei nach 10 Jahren erreicht. Nach vier Umtriebszeiten sei dann aber Schluß. Die besten Plantagen im Versuchsgebiet erzielten in der Vergangenheit ca. 10 bis 12 Tonnen Zuwachs an trockener Biomasse pro Jahr und Hektar. Dies entspreche ungefähr der Menge von 6000 Liter Heizöl pro Hektar und Jahr, was zur Versorgung von 2-3 Einfamilienhäusern ausreichend sei. Dazu komme noch die bessere CO2-Bilanz der Methode und die Tatsache, dass die Ackerflächen durch das fallende Laub eine gute Humus-Schicht bilden könnten.

Die Versuchsstation Karolinenfeld in Kolbermoor

Bilder der Versuchsstation Karolinenfeld

Besonders für sogenannte Grenzertragsflächen, sei die Nutzung durch einen Energiewald deshalb eine ausgezeichnete Möglichkeit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Und da eine Ernte mit modernen Maschinen oder auch von Hand mit der Motorsäge nur alle sechs bis acht Jahre anstehe, halte sich der Aufwand auch in Grenzen.

Quelle: rosenheim24.de

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