Generalstaatsanwaltschaft München äußert sich zum aktuellen Stand

Nach Reichsbürger-Razzien in Tuntenhausen - Ermittlungen laufen

In den Tuntenhausener Ortsteilen Schönau und Beyharting gab es am Mittwoch, 9. Juli Razzien im Reichsbürger-Millieu.
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In den Tuntenhausener Ortsteilen Schönau und Beyharting gab es am Mittwoch, 9. Juli Razzien im Reichsbürger-Millieu.

Tuntenhausen - Im Juli dieses Jahres fanden deutschlandweit Razzien im Reichsbürger-Milieu statt. Auch Haushalte in der Gemeinde Tuntenhausen waren betroffen. Der aktuelle Stand der Ermittlungen:

„Die Ermittlungen dauern derzeit noch an“, sagt Oberstaatsanwalt Dr. Klaus Ruhland von der Generalstaatsanwaltschaft München auf Nachfrage von mangfall24.de. Mehr Auskünfte könne man leider noch nicht erteilen. Das Staatsschutzdezernat des Polizeipräsidiums München und die Generalstaatsanwaltschaft München, Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET), ermittelt gegen 12 Personen deutschlandweit wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Kriegswaffenkontroll- sowie das Waffengesetz, wie es in einer Presseaussendug vom Juli heißt.


Razzia im Reichsbürger-Milieu in Tuntenhausen

Bei Durchsuchungen in der „Reichsbürger“- und Rechtsextremisten-Szene wegen illegalen Waffenhandels ist am Mittwoch, 8. Juli, ein Mann festgenommen worden. In den Räumen der insgesamt zwölf Verdächtigen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Österreich fanden die Ermittler am Mittwoch zudem unter anderem zwei halbautomatische Kurzwaffen, eine Pumpgun und 200 Schuss Munition, wie die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilte. mangfall24.de liegen Informationen vor, dass auch alteingesessene Bürger aus der Gemeinde Tuntenhausen betroffen waren. Bürger und Anwesen aus den Ortsteilen Beyharting und Schönau waren von den Durchsuchungen betroffen.


„Das ist dorfbekannt, dass das Reichsbürger sind“

Ein Tuntenhausener, dessen Name unserer Redaktion bekannt ist, berichtete damals, dass es dorfbekannt sei, dass Reichsbürger in der Gemeinde ansässig sind. „Einer hatte sogar die Reichsbürgerfahne an seinem Haus hängen“, sagte er gegenüber mangfall24.de. „Die haben ihre Reichsbürgerausweise am Stammtisch offen hingeschmissen.“ Laut des Tuntenhauseners habe es bei einem der Männer schon vor zwei Jahren eine Hausdurchsuchung gegeben. Auch im Vereinsleben seien sie sehr aktiv. „Bei einem der Betroffenen weiß ich, dass da Einiges beschlagnahmt wurde und er auch mit zur Polizei nach Rosenheim genommen wurde.“

Gegen einen Tatverdächtigen aus Dachau wurde am 9. Juli bereits Haftbefehl erlassen. wegen des dringenden Tatverdachts des unerlaubten Erwerbs und des unerlaubten Besitzes von Waffen. Der in Untersuchungshaft befindliche Verdächtige ist Angehöriger der Rockerszene. Insgesamt wurden am 8. Juli von den Einsatzkräften 20 Objekte von 12 verdächtigen Personen im Großraum München, in den Landkreisen Rosenheim, Erding, Deggendorf, Meißen/Sachsen, Saalkreis/Sachsen-Anhalt und Tirol/Österreich durchsucht. Mehrere Tatverdächtigte legten bereits Geständnisse ab. Die bei der Durchsuchung sichergestellten Beweismittel werden ausgewertet.

Am 13. Juli.2020 konnte der mutmaßliche Verkäufer der Waffen an die Tatverdächtigen aus dem rechtsextremen Spektrum, der Reichsbürgerbewegung und der Rockerszene, ein 47-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus dem Raum München, auf Ersuchen der Generalstaatsanwaltschaft München in Kroatien festgenommen werden. Seine Auslieferung nach Deutschland wurde beantragt. 

jb

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