Zwischenfall mit Schulbus: Gab es ein Feuer?

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Am rechten Vorderreifen sind noch deutlich die Löschspuren zu erkennen. Auch der Feuerlöscher steht noch daneben.
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Siegsdorf - Erneut kam es in einem Siegsdorfer Schulbus zu einem Zwischenfall - und wieder sollen die Bremsen heiß gelaufen sein. Doch diesmal habe es gebrannt, berichtet eines der Kinder.

Bereits Ende September war es zu einem Zwischenfall mit einem Siegsdorfer Schulbus gekommen. Damals musste die Feuerwehr ausrücken, weil Rauch aus dem vorderen Radkasten heraus quoll. Grund für die Rauchentwicklung: Die Bremsen des Schulbusses waren heiß gelaufen. Der Fahrer reagierte schnell, fuhr mit seinem Fahrzeug an die Seite und ließ die Kinder aussteigen. Doch nicht so an diesem Montag, berichtet uns eine Mutter.

Die Bilder zum ersten Vorfall im September

Rauchentwicklung an Schulbus

Unter der Fahrt soll es im voll besetzten Bus erneut nach Rauch gestunken haben. Wie ihr achtjähriger Sohn ihr erzählte, habe der Fahrer aber gesagt, er wolle zuerst seine Runde beenden, bevor er zur Werkstatt fahre. "Erst als ein Kind beim Zusteigen Flammen außen am Bus gesehen hat, soll er angehalten haben", so die 36-jährige Mutter. Sie selbst sei allerdings erst an die Unfallstelle gekommen, als schon alles gelöscht war. "Ich bin nur zufällig vorbeigefahren und habe den Feuerlöscher neben dem Bus und den Löschschaum am Vorderreifen gesehen." Sie packte sofort ihren Sohn und drei weitere Schüler in ihr Auto und fuhr sie selbst zur Schule. "Die Kinder waren völlig verunsichert. Mein Junge hat schon gesagt, dass er nicht mehr mit dem Bus fahren will."

Beschwerden über Schulbus häufen sich

Der Vater eines der Kinder aus dem Bus wandte sich sofort an Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm. "Das kann ja nicht wahr sein. Was ist, wenn beim nächsten mal die Bremsen versagen und der Bus gegen einen Baum prallt?"

Kamm selbst nimmt die Angelegenheit sehr ernst. "Ich war heute bei der Werkstatt und habe mir den Schaden am Bus angeschaut." Der Mechaniker habe allerdings keine Brandspuren an der Außenseite entdecken können. Auch seien keine Schmauchspuren zu erkennen gewesen. "Er hat den Bus zwar noch nicht aufgemacht, aber er geht davon aus, dass die Bremsen sich festgefahren haben und daraufhin heiß gelaufen sind", so der Bürgermeister.

Auch in der Vergangenheit habe es bereits Beschwerden wegen des Schulbusverkehrs gegeben. "Dabei ging es allerdings um kleinere Sachen, wie Verspätungen und mangelnde Sitzplätze." Kamm und seine Mitarbeiter aus dem Rathaus haben sich in den vergangenen Wochen daraufhin selbst in den Bus gesetzt, um die Beanstandungen zu prüfen. "Seit Anfang Oktober war alles in Ordnung." 

Auflösung des Vertrags gestaltet sich schwierig

Seit Juli 2014 hat die Gemeinde einen Vertrag mit dem Busunternehmen. "Bei der Ausschreibung haben sie das günstigste Angebot abgegeben", erklärte der Bürgermeister. Die jüngsten Vorfälle würden zwar Anlass zur Sorge geben, doch ob es reiche, das Vertragsverhältnis aufzulösen, müsse man erst prüfen. In der heutigen Gemeinderatssitzung will er das Gremium jetzt erst einmal über den jüngsten Vorfall informieren.

Der Busunternehmer selbst meinte zu den Ereignissen an diesem Montagmorgen: "Es ist nichts passiert. Der Bus ist einfach stehengeblieben." Angesprochen auf den Löschschaum am Vorderreifen sagte er, dass das Mittel lediglich der Kühlung gedient habe.

Quelle: chiemgau24.de

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