NVZ: Erschließung im Norden

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Rosenheim - Nach mehreren Abstimmungsgängen im Stadtrat steht fest: Das geplante Nahversorgungszentrum nördlich der Hochschule wird von der Marienberger Straße über den nördlichen Ortsrand und eine Stichstraße erschlossen.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksbatt:

Erschließung im Norden

Rosenheim - Nach längerem Ringen im Bauausschuss, zusätzlich auch innerhalb der CSU, endete die Abstimmung über die Erschließungsvarianten des 18000 Quadratmeter großen Nahversorgungszentrums (NVZ) nördlich der Hochschule mit einer Pattsituation von 5:5 Stimmen, womit die nördliche Variante erstmal durchgefallen war (wir berichteten). Jetzt befürwortete der Stadrat mit 31:11 Stimmen in einer ersten Abstimmung grundsätzlich die Änderung des Flächennutzungsplans nördlich der Fachhochschule zur Errichtung des NVZ.

In einer weiteren Abstimmung wurde die südliche Variante mit einem Kreisverkehr als Anbindung an die Westerndorfer Straße (B15) mit 28:14 Stimmen abgelehnt. Für die nördliche Variante mit Stichstraße zwischen NVZ und den geplanten Schulparkplätzen und einer Fortführung der Marienberger Straße zum nördlichen Ortsrand, wo sie 70 Meter südlich der Ebersberger Straße mit einer Ampel in die B15 einmünden soll, sprach sich das Gremium mit 29:13 Stimmen aus.

Über die Stichstraße wird nicht nur das NVZ beliefert, sondern sie dient auch der Erschließung der südlich gelegenen, 20000 Quadratmeter großen Gemeingebrauchsfläche. Derzeit noch landwirtschaftlich genutzt, haben dort Hochschule, Fachoberschule und Berufsoberschule dringenden Bedarf an Parkplätzen angemeldet. Stadtplanungsamtsleiter Robin Nolasco sieht bei einer dynamischen Entwicklung der Bildungseinrichtungen nicht nur den Bedarf an Parkplätzen, sondern auf längere Sicht auch für ein Parkhaus, Studentenwohnheim, Institutsgebäude und Kindertagesstätten.

Georg Soyer von der CSU und Rudolf Hötzel von den Republikanern sprachen sich für die südliche Variante mit Kreisverkehr aus, da sie sich davon einen flüssigeren Verkehr auf der Westerndorfer Straße versprachen. Gabi Leicht, Fraktionsvorsitzende der SPD, erinnerte daran, dass das CIMA-Gutachten bei gleichzeitigem Ausbau des Rewe-Standortes an der Ebersberger Straße den Bedarf für das NVZ klar dargelegt habe. Außerdem betonte sie, dass die Eigentümerin das Grundstück für die südliche Variante nicht zur Verfügung stellen wolle.

Franz Bauman von den Freien Wählern/UP brachte den Vorschlag ein, sowohl die Einmündung der Ebersberger Straße als auch die nördliche Einmündung der Marienberger Straße als Kreisel zu gestalten.

"Das Thema Kreisel an der Ebersberger Strraße ist so ausgelutscht wie ein alter Kaugummi", beschied die Oberbürgermeisterin diese Anregung. Dagegen stünden unter anderem Probleme der Schulwegsicherheit und der Fußgängerüberwege generell. Baudezernent Helmut Cybulska ergänzte, ein solcher Kreisel im Verlauf einer Bundesstraße müsse zweispurig gestaltet werden, und dafür sei dort kein Platz.

Franz Lukas, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sprach vom NVZ als einem "Nahversorgungs-Zerstörungszentrum". Einerseits finde hier ein zu großer Flächenverbrauch statt, andererseits gehe der Trend - auch beim Beratungsbüro CIMA - wieder zu kleineren, dezentralen Versorgungseinheiten, so Lukas. Dieses NVZ brauche man hier nicht, eine Vergrößerung des Rewe-Marktes an der Ebersberger Straße reiche aus.

"Richtwerte" statt "Maximalwerte"

CSU-Stadtrat Dr. Georg Bergmaier wandte sich gegen die Formulierung "Maximalwerte" bei den Quadratmeterzahlen für die drei anzusiedelnden Märkte. Er plädierte dafür, das als Richtlinie zu bezeichnen, damit der Investor, der insgesamt 4100 Quadratmeter Verkaufsfläche beantragt hat, eventuell die von der CIMA als Obergrenze empfohlenen 3800 Quadratmeter überschreiten könne. Der Lebensmitteldiscounter wolle seinen Markt eventuell 200 Quadratmeter größer gestalten. Es gehe nicht darum, mehr Waren anzubieten, sondern sie attraktiver zu präsentieren.

So wurde die in der Beschlussvorlage stehende Formulierung "Maximalwerte" für die Verkaufsflächen - 2000 Quadratmeter für einen Vollsortimenter, 1100 für einen Lebensmitteldiscounter und 700 Quadratmeter für einen Drogeriefachmarkt - mitv Mehrheitsentscheidung durch "Richtwerte" ersetzt.

Letztendlich ist die Frage der Verkaufsflächen erst beim Bebauungsplan zu klären. Stadtrat Soyer sprach sich nochmals zugunsten des Rewe-Standortes für eine NVZ-Größe von insgesamt 3000 bis 3350 Quadratmeter aus, wie sie von der CIMA als "unkritisch", hingegen die 3800 Quadratmeter als "Maximalgrenze" bezeichnet worden war.

"Demnächst werden wir solche Vorhaben nicht mehr so detaillert in die Beratung geben, sondern nur noch den Wunsch des Bauwerbers", wischte sich die Oberbürgermeisterin nach den Abstimmungen symbolisch ein paar Schweißtropfen von der Stirn.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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