Lärm wird eingedämmt

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Rosenheim - Auf einer Gesamtlänge von rund 3000 Metern sollen Schallschutzwände in Rosenheim zukünftig dafür sorgen, dass Anwohner der Bahnstrecke deutlich ruhiger leben als bisher.

Der erste von insgesamt fünf Bauabschnitten ist beendet. An der Schallschutzwand entlang der Pürstlingstraße wurde gestern symbolisch das letzte Wandelement eingehoben.

Seit 1999 wird die "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes" von der Bundesregierung gefördert. Aktuell stehen dem Programm jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Für Rosenheim wurden insgesamt 4,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Dabei sei diese Art des Lärmschutzes eine rein freiwillige Maßnahme, erklärte Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern im Rahmen einer kleinen Feierstunde. Für Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen gebe es, rechtlich gesehen, überhaupt keine Verpflichtung.

Schallschutzwand fast fertig

"Allerdings wissen wir alle, wie belastend Lärm sein kann", so Josel. Darum setze auch die Bahn viel daran, den Lärm an ihren Strecken so weit wie möglich einzudämmen.

Auf der einen Seite erfolge das im Betrieb selbst. An Güterwaggons habe man damit begonnen, wesentlich leisere Bremssysteme einzubauen. "Eine solche Umstellung ist ein langer Weg, und es gibt ja auch die Waggons aus dem Ausland. Auf die haben wir keinen Einfluss", erklärte der DB-Konzernbevollmächtigte.

Eine weitere Möglichkeit zur Lärmreduzierung seien Lärmschutzwände. In Rosenheim bestehen sie aus hoch absorbierenden Leichtmetallelementen. An der Schallschutzwand Pürstlingstraße habe man außerdem im Rahmen des Konjunkturprogramms innovative Techniken erprobt: "Lärmspoiler" sollen den Schall auf den Boden zurückwerfen.

Drei Meter Höhe messen die Schallschutzwände. Insgesamt sollen durch sie über 500 Wohneinheiten vom Lärm der vorbeifahrenden Züge entlastet werden. Für rund 180 Wohneinheiten sind zudem passive Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Hier können die Bewohner der betroffenen Häuser und Wohnungen nach den Worten von Josel zusätzlich schalldämmende Fenster oder Lüfter erhalten.

Neben der Pürstlingstraße werden weitere Schallschutzwände in den Bereichen Wernhardsberg, Egarten, Küpferling und Unterfürstätt errichtet. Bis Ende 2011 soll die komplette Lärmschutzmaßnahme in Rosenheim abgeschlossen sein.

Bei der symbolischen Einhebung des letzten Wandelements an der Schallschutzwand "Pürstlingstraße" halfen die beiden Bundestagsabgeordneten Angelika Graf und Daniela Raab, außerdem Zweiter Bürgermeister Anton Heindl und Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn mit. "Lärmschutz ist ein außergewöhnlich wichtiges Thema", meinte Daniela Raab. Angelika Graf stimmte ihr zu: "Ich kann mich noch an meine erste Rede im Bundestag erinnern. Dabei ging es auch schon um den Lärmschutz", erzählte sie. Erfreulich sei, dass sich in diesem Bereich in den vergangenen zehn Jahren viel getan habe. Es sei aber auch für die Zukunft wichtig, dass die Bundesregierung ihre finanzielle Unterstützung zumindest in gleicher Höhe wie bisher beibehalte.

Auch Heindl zeigte sich erfreut über die Baufortschritte an den Lärmschutzwänden. "Die Siedlungsgebiete sind mit der Zeit immer näher an die Gleise herangerückt. Aber es wuchs gleichzeitig auch das verständliche Bedürfnis nach Ruhe", stellte er fest in der er hauptsächlich auf die lange Geschichte der Eisenbahn in Rosenheim einging, die vor 153 Jahren ihren Anfang nahm. wu

Quelle: rosenheim24.de

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