Jeder kann in diese Situation kommen

Ersthelfer bei einem Unfall - So verhält man sich richtig

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Landkreis - Sie passieren leider immer noch viel zu oft: Ereignisse bei denen Menschen plötzlich in Not geraten. Ohne couragierte Ersthelfer würden solche Fälle oft tödlich ausgehen. Wie man sich im Unglücksfall verhält:

Fast täglich berichten wir über schwere Unfälle in unseren Landkreisen, bei denen fast immer Zivilpersonen als erstes am Unfallort sind. Es sollte selbstverständlich sein, anderen in Notfallsituationen zu helfen. Doch wie verhält man sich richtig?

Helfen ist Pflicht

Bei Unfallsituationen oder Menschen in Not zu helfen, ist nicht nur eine sittliche, sondern auch eine rechtliche Pflicht. Unter Erster Hilfe versteht man die ersten Hilfsmaßnahmen, die Sie an Ort und Stelle einleiten, bevor der Betroffene in ärztliche Behandlung kommt. Wirkungsvolle Erste Hilfe setzt eine gute Ausbildung voraus, denn die plötzliche Notwendigkeit zur Hilfeleistung lässt kaum Zeit, nachzulesen, welche Art von Erster Hilfe geleistet werden muss.

Natürlich ist es das Beste, seinen Erste Hilfe Kurs immer wieder aufzufrischen, denn oft macht man diesen im Zuge seines Führerscheins in jungen Jahren und vergisst im Laufe der Zeit vieles wieder. Das Deutsche Rote Kreuz hat zudem zusammengetragen, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte:

Zunächst ist es wichtig, dass Sie versuchen, durch 

  • Ruhe,
  • sicheres Auftreten
  • beruhigenden Zuspruch

auf die Betroffenen und umherstehenden Passanten einzuwirken, um damit weitere Schäden zu verhindern. Sie helfen auch, wenn Sie unbedachtes und falsches Eingreifen Dritter verhindern.

Auffinden einer Person

Um zielsicher handeln und helfen zu können, müssen Sie als Ersthelfer beim Auffinden einer Person zunächst

  • erkennen, was geschehen ist und 
  • überlegen, welche weitere Gefahren dem Betroffenen und Ihnen drohen können. 

Selbstschutz: 

Bei allen Gefahren, welche auf die betroffene Person noch einwirken können, ist der Selbstschutz immer mit zu berücksichtigen. Gefahren können hier z. B. heranrasende Autos oder die Ausbreitung einer Brandquelle sein.

Maßnahmen zur Feststellung der vitalen Funktionen (Lebensfunktionen): 

  • Bewusstsein, Bewusstlosigkeit 
  • Atmung 
  • Blutkreislauf

Bewusstsein/Bewusstlosigkeit

Das Bewusstsein des Menschen zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, sich räumlich/zeitlich zu orientieren, auf Fragen zur eigenen Person zu antworten und auf Reize (z. B. Schmerz) zu reagieren. Wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist, d. h. wenn er auf die oben genannten Fähigkeiten der räumlichen/zeitlichen Orientierung und der Reizempfindlichkeit nicht reagiert, dann wird dieser als „bewusstlos" bezeichnet. Sollte der Betroffene jedoch reagieren, können Sie durch gezieltes Befragen nach Beschwerden, Schmerzen, Unfallhergang usw. wichtige Informationen für die notwendigen Hilfeleistungen erhalten.

Maßnahmen zur Feststellung des Bewusstseins:

Feststellen, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist oder nicht, können Sie dadurch, dass Sie ihm Fragen stellen, auf die eindeutige Antworten möglich sind, wie z. B. die Frage nach seinem Namen. Die Antwort hierauf kann grundsätzlich von jedem Betroffenen gegeben werden, der ansprechbar ist. Reagiert der Betroffene auf die ihm gestellten Fragen nicht, sollten Sie ihn an den Schultern rütteln.

Maßnahmen:

  • Laut „Hilfe“ rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.
  • Atmung prüfen.
  • Falls normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage, dann Notruf! Wiederholt die Atmung prüfen.
  • Falls keine normale Atmung vorhanden: Notruf (112), dann Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Psychische Betreuung

Die Betreuung eines Betroffenen ist ein wesentlicher Bestandteil der Hilfeleistung. Die „menschliche Zuwendung“ hat eine große Bedeutung, die leider häufig in unserer technischen Welt vergessen wird.

Hierzu folgende Merksätze des DRK:

1. Sagen Sie, dass Sie da sind und dass etwas geschieht! 

Der Betroffene soll spüren, dass er in seiner Situation nicht allein ist. Gehen Sie zu dem Betroffenen und sprechen Sie mit ihm. Schon der Satz „Ich bleibe bei Ihnen, bis der Krankenwagen kommt", wirkt entlastend und beruhigend. Der Betroffene sollte über die vorgenommenen Maßnahmen informiert werden, z. B.: „Der Krankenwagen ist auf dem Weg." 

2. Schirmen Sie den Betroffenen vor Zuschauern ab! 

Neugierige Blicke sind für einen Betroffenen unangenehm. Weisen Sie Schaulustige freundlich aber bestimmt zurück. Wenn Zuschauer stören, weil sie unnötige Ratschläge geben oder von eigenen Erlebnissen berichten, geben Sie ihnen eine Aufgabe. Sagen Sie z. B.: „Schauen Sie, ob die Unfallstelle gesichert ist." 

3. Suchen Sie vorsichtig Körperkontakt! 

Leichter körperlicher Kontakt wird vom Betroffenen als angenehm empfunden. Halten Sie deshalb die Hand oder die Schulter des Betroffenen. Begeben Sie sich auf die gleiche Höhe wie der Betroffene, knien Sie neben ihm oder beugen Sie sich herab. 

4. Sprechen Sie und hören Sie zu! 

Sprechen kann für den Betroffenen wohltuend sein. Wenn der Betroffene redet, hören Sie geduldig zu. Sprechen Sie auch von sich aus, möglichst in ruhigem Tonfall. Fragen Sie z. B.: „Soll jemand benachrichtigt werden?"

Das ruhige und überlegte Auftreten ist eine der wichtigsten Eigenschaften beim Auffinden einer Person, um sicher handeln zu können.

Suche nach Verletzungen

Lesen Sie zu dem Thema auch: 

- So arbeitet die Notfallseelsorge

Unfallratgeber: Das müssen Sie wissen

Zur weiteren Versorgung eines Betroffenen gehört auch die Suche nach möglichen Verletzungen. Sie müssen auch beachten, dass der Betroffene eventuell auf seinen Verletzungen liegt. Verändern Sie dann behutsam seine Lage, um Blutungen oder andere Verletzungen nicht zu übersehen. Nicht nur Verletzungen, die sofort ins Auge fallen, sind zu versorgen. Blutlachen am Boden und Blutflecken in der Kleidung oder beschädigte Kleidung weisen auf verdeckte Verletzungen hin. Oftmals erhalten Sie Hinweise auf Verletzungen aus der Unfallsituation und der Schilderung des Unfallherganges (ggf. Augenzeugen befragen).

Achtung! Bei Bewusstlosen ist das Auffinden von Verletzungen schwieriger, da dieser sich nicht zu seinen Schmerzen äußern kann.

Quelle: rosenheim24.de

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