Kritik an Steinmeiers Ehreneskorte

"Nicht mal unser König Ludwig ist mit so viel Trara gereist"

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Prien/Rosenheim - Am Donnerstag ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Region. Ein Amateurvideo seines Besuches am Chiemsee sorgt nun für Diskussionen im Netz.

Aufgenommen - und auf Facebook und YouTube hochgeladen - hat das Video Johann Gmeiner. Zu sehen ist ein richtiges Blaulichtmeer in Prien. Dutzende Begleitfahrzeuge von Bayerischer Staatskanzlei, Landespolizei und BKA fahren vorbei. 

Viele Leser beklagen Steuerverschwendung

Für zahlreiche unserer Leser ist das aber zu viel Show. "Ist das nicht etwas übertrieben? Ich glaube, nicht mal unser König Ludwig ist mit so viel 'Trara' gereist", kommentierte etwa Johannes Stettner das Video auf der Facebook-Seite von rosenheim24.de.

Viele halten es für Steuergeld-Verschwendung und fragen sich, was all die Einsatzkräfte der Polizei kosten. "Wahnsinn so ein Auftritt", "Der soll zu Hause bleiben, ist billiger" oder "Den Bohei empfinde ich eigentlich nur als peinlich", sind nur einige wenige der kritischen Äußerungen. 

Manche kommentieren die Eskorte auf unseren Facebook-Seiten ironisch, wie Sarah Pilsner: "Schade, ich dachte er kommt auf einem goldbehangenen Elefanten eingeritten. Mit Jongleuren und Feuertänzern."

Protokoll schreibt Zusammensetzung der Eskorte genau vor

Wieso der große Auftritt mit einem riesen Polizeiaufgebot? Aus Angst vor Terroranschlägen? Nicht nur - tatsächlich schreibt das Protokoll der Bundesregierung die Begleitung von Staatsoberhäuptern durch eine Motorradeskorte genau vor. Sogar die Wagenfolge ist geregelt, also in welcher Reihenfolge sich etwa die Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes oder der bayerischen Staatskanzlei befinden. 

Für Staatsoberhäupter ist festgelegt, dass sie von 15 Kradfahrern begleitet werden. Regierungschef oder Parlamentspräsidenten bekommen nur sieben Motorradfahrer, Außenminister müssen sich mit drei Kradfahrern begnügen. 

Die Aufgabe der Motorradeskorte ist neben der Ehrenbegleitung, und damit der Würdigung des Staatsoberhauptes, natürlich auch der Schutz. In Notfällen sind die Motorradfahrer auch ein verkehrspolizeiliches Vorauskommando, also für eine freie Bahn verantwortlich. 

Bundespräsidialamt kostet nur "wenige" Millionen Euro

Im Vergleich zum gesamten Bundeshaushalt sind die Kosten für den Bundespräsidenten und das Bundespräsidialamt sowieso nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für das Jahr 2017 plant Finanzminister Wolfgang Schäuble mit Ausgaben in Höhe von 329 Milliarden Euro, "lediglich" 36,5 Millionen Euro sind dabei für den Bundespräsidenten und sein Amt vorgesehen. 

Überschaubar also...

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © YouTube/Johann Gmeiner

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