RegionalStadtBahn: Kann's losgehen?

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Landkreis - Die Umsetzung der RegionalStadtBahn Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein nimmt fahrt auf. Kann sie 2015 beginnen? Ist sie wirtschaftlich?

Das von der EU über das Programm INTERREG IV A Bayern/Österreich geförderte Projekt EuRegio Bahnen Salzburg-Bayern-Oberösterreich nimmt Fahrt auf: die zwei entscheidenden Studien zur Machbarkeit eines Regionalstadtbahn-Systems für Salzburg wurden vergeben.

Beim Auftrag zur Untersuchung der technischen Machbarkeit und zur Erstellung eines integrierten Fahrplanmodells konnte sich im Verhandlungsverfahren die Bietergemeinschaft PTV Transport Consult / Herbrich Consult / Traffix / TTK durchsetzen. Der Zuschlag zur Untersuchung der gesamtwirtschaftlichen Bewertung der Bahnprojekte wurde bereits vor einigen Wochen an die Bietergemeinschaft PTV / TU Graz erteilt.

Was ist realisierbar? - Ergebnisse 2015

Die Ergebnisse beider Studien werden Anfang 2015 vorliegen und eine fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage für die Politik bilden, in welcher Form das Regionalstadtbahn-System in die nächste Realisierungsstufe gebracht werden kann. „Die Studienergebnisse werden eine wichtige Grundlage sein, wie in Zukunft der Öffentliche Verkehr in und um Salzburg weiterentwickelt wird“, erklärte Salzburgs Verkehrslandesrat Hans Mayr.

Herzstück des Projekts EuRegio Bahnen ist eine neue Nord-Süd Schienenquerung durch die Altstadt von Salzburg. Auf neuen und bestehenden Bahnstrecken können so Pendler und Touristen mit modernen Zügen aus der Region direkt in die Stadt Salzburg gebracht werden. Ein Regionalstadtbahn-System würde neue, attraktive Reisemöglichkeiten auf der umweltfreundlichen Schiene eröffnen und gleichzeitig auch die staugeplagte Bevölkerung in und um die Stadt Salzburg vom Autoverkehr entlasten.

Gesamtwirtschaftliche Bewertung vergleicht Kosten mit Nutzen für die Region

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Der Ausbau bestehender Strecken und der Bau neuer Bahnstrecken löst enorme Investitionen aus. Solche Investitionen müssen auf ihre gesamtwirtschaftlichen Wirkungen hin überprüft und berechnet werden. Diese gesamtwirtschaftliche Betrachtung stellt die Finanzierungskosten für die Errichtung der Infrastruktur dem langfristigen Nutzen für die Wohnbevölkerung, für Pendler, Touristen und die Umwelt gegenüber. Entscheidend sind jedoch nicht nur die Errichtungskosten, sondern auch die künftigen laufenden Aufwendungen für den Betrieb und die Instandhaltung solcher neuer Verkehrssysteme.

Das international anerkannte Expertenteam PTV / TU Graz konnte sich Ende 2013 beim Vergabeverfahren durchsetzen und hat bereits die Arbeit zur Berechnung der gesamtwirtschaftlichen Wirkung der neuen Bahnverbindungen aufgenommen. Die PTV mit Sitz in Karlsruhe hat unter anderem auch die Gesamtwirtschaftliche Bewertung der Stadtregionalbahn Karlsruhe durchgeführt: Dieses Nahverkehrssystem gilt in Bahnkreisen als Vorbild für Nahverkehrslösungen mittelgroßer, mit dem Großraum Salzburg vergleichbarer Verkehrsräume.

Überprüfung der technischen Machbarkeit der vorgeschlagenen Bahnstrecken

Von Fahrgastinitiativen und engagierten Vereinen wurden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Vorschläge für neue Bahnstrecken im EuRegio-Raum um die Stadt Salzburg erarbeitet. Neben der Überprüfung des Fahrgastpotentials sind entscheidende Kriterien für die Weiterverfolgung von einzelnen Regionalbahnstrecken auch ihre technische Machbarkeit und die zu erwartenden Errichtungskosten. Der Auftrag zur Überprüfung der technischen Machbarkeit wurde nun durch den Salzburger Verkehrsverbund an die Bietergemeinschaft PTV Transport Consult / Herbrich Consult / Traffix erteilt.

Folgende Neubaustrecken werden auf ihre technische Machbarkeit hin überprüft:

  • Innenstadtquerung Stadt Salzburg (oberirdisch / unterirdisch)
  • Salzburg – Mattsee (Trumer-Seen-Bahn)
  • Salzburg – Mondsee (Mondseebahn)
  • Salzburg Süd – Anif – Hallein
  • Salzburg Süd – Königssee (Königsseebahn)
  • Salzburg – Fuschl – St. Gilgen - Bad Ischl (Fuschlsee-Ischler-Bahn)

Bestehende Bahnstrecken werden auf mögliche Optimierungen im Fahrplanangebot oder bei der Erreichbarkeit von Haltestellen untersucht.

EuRegio Bahnen: Visionäre regionale Bahnprojekte auf die Schiene bringen

Im Großraum Salzburg und dem benachbarten Bayern wird seit Jahrzehnten über den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs durch die Schaffung von Regionalstadtbahn-Verbindungen diskutiert. Das Projekt EuRegio Bahnen Salzburg-Bayern-Oberösterreich überprüft die Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit der vorgeschlagenen Regionalbahnstrecken. Die Ergebnisse der Studien sollen ab Anfang 2015 die Grundlage für die Politik bilden, über die nächsten Realisierungsschritte zu entscheiden. Ziel ist die Etablierung eines attraktiven, integrierten Regionalbahn-Taktverkehrs mit modernen, der Weltkulturstadt Salzburg gerecht werdenden Zuggarnituren.

Projektkern ist der Bau einer Schienenverbindung durch die Altstadt von Salzburg. Untersucht werden zudem fünf mögliche Zubringerstrecken aus der Region – Kunden können so ohne Umsteigen direkt in die Stadt gelangen. Eine erfolgreiche Implementierung eines Regionalstadtbahn-Systems bringt durch die Verkehrsverlagerung auf die Schiene auch eine Entlastung der Straße. Damit könnte die Erreichbarkeit von städtischen Zielen nicht nur durch neue Bahnverbindungen, sondern auch mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) sowie mit öffentlichen Bussen verbessert werden.

Der gesamte EuRegio-Raum könnte sich durch stärkere und effektivere Vernetzung als gemeinsamer grenzüberschreitender Lebens-, Arbeits- und Wirtschafsraum noch besser zu einer attraktiven Region mit verschiedenen Wohn- und Wirtschaftsschwerpunkten weiterentwickeln. Gleichzeitig wird auch die wichtige Zubringer- und Verteilerfunktion des Salzburger Hauptbahnhofs als Haltepunkt auf der „Magistrale für Europa“ (Hochleistungsbahnverbindung Paris – München – Salzburg – Wien – Bratislava/Budapest) weiter gestärkt.

Pressemitteilung Salzburger Verkehrsverbund GmbH

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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