Schon wieder vor Gericht

Ex-NKD-Manager soll Entführung eines Richters geplant haben

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Erst in der Vorwoche war er wegen Untreue zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, jetzt steht ein früherer Manager der Textilkette NKD (rechts)erneut in Hof vor Gericht.

Hof - Hat ein Ex-Manager in der U-Haft die Entführung und Ermordung seines Richters in Auftrag gegeben? Das klingt spektakulär, doch der erste Prozesstag beginnt mit einer Panne.

Um einer Verurteilung wegen Untreue zu entgehen, soll ein Ex-Manager der Textilkette NKD die Entführung und Ermordung eines Richters in Auftrag gegeben haben. Deshalb steht der 38-Jährige seit Montag in Hof vor Gericht.

Nach etwa 20 Minuten war der mit Spannung erwartete Prozessauftakt allerdings schon wieder vorbei: Die Verteidiger stellten einen Befangenheitsantrag gegen die Berufsrichter der Strafkammer. Da das Landgericht sehr klein sei, würden sie den Richter, dessen Entführung angeblich geplant war, gut kennen, lautete die Begründung. Am kommenden Montag (11. Mai) soll das Verfahren weitergehen.

Der Prozess hatte mit zweieinhalbstündiger Verzögerung begonnen, da es eine Panne bei der Vorführungsanordnung gegeben hatte. So kam der Angeklagte erst mit zweieinhalbstündiger Verspätung in Hof an. Er sitzt derzeit in Nürnberg im Gefängnis.

Der 38-Jährige war in der Vorwoche in Hof wegen Untreue zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er seinen früheren Arbeitgeber NKD um 3,7 Millionen Euro betrogen hat. Wegen dieser Vorwürfe kam er im Juli 2013 in Untersuchungshaft. Dort soll er im vergangenen Herbst zwei Mithäftlinge damit beauftragt haben, die Entführung des Richters zu veranlassen, um so die eigene Freilassung zu erpressen. Sie sollten Helfer organisieren, die den Richter in einer Garage festhalten sollten.

Handschriftlich soll der Angeklagte auf einem Zettel die Forderungen an den Richter formuliert haben - unter anderem die Aufhebung des Haftbefehls und die Einstellung des Untreueverfahrens oder einen Freispruch. Sollte der Jurist die Forderungen nicht erfüllen, sollte er umgebracht werden. Als Gegenleistung versprach der Angeklagte den Mithäftlingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Immobilienbesitz im Wert von einer halben Million Euro. Am Montag schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen.

dpa

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