Fahrradabstellanlage hat nur positive Effekte

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Das schicke Ambiente fordert offenbar die Fahrradfahrer zur Ordnung heraus. Auf der Südseite des Bahnhofs, an der Klepperstraße, stehen die Fahrräder auch ohne Fahrradständer meist in Reih und Glied.

Rosenheim - Bietet man Radlern ordentliche Unterstellmöglichkeiten an, nutzen sie diese auch - siehe das Beispiel Bahnhof. Davon ist der städtische Verkehrsplaner Jürgen Stintzing überzeugt.

Die Praxis gibt ihm Recht: Seitdem nach dem Abbruch der dortigen Mietshäuser östlich vom Bahnhofseingang mehr Fahrradständer angeboten werden, hat sich das Bild erheblich verbessert. Das Chaos ist kleiner geworden. Zwar stellen Eilige und besonders Bequeme ihre Räder immer noch kreuz und quer auf dem Vorplatz ab, aber nicht mehr ganz so wild wie früher.

Am Bahnhof gibt es derzeit rund 1000 Abstellplätze für Fahrräder, davon 450 in der überdachten Station des "Weißen Raben". Das Erscheinungsbild der Station hat sich den letzten Jahren verbessert. Der Standard entspricht jedoch immer noch nicht den aktuellen Anforderungen an einen attraktiven Fahrradabstellplatz. Ein solcher soll entstehen, wenn der Vorplatz sein neues Gesicht erhält. Im Juli hat der Stadtrat einem Rahmenplan als Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb zugestimmt, bei dem es um die endgültige Gestaltung geht. Darin sind mindestens 1000 Abstellplätze vorgesehen. "Eher sollten es aber 1500 sein", meint Stintzing. Wo sie anzuordnen sind, bleibt dem Wettbewerb überlassen.

Der unverbindliche Vorschlag der Stadt sieht eine Zweiteilung des Abstellbereiches vor. 1000 oder 1500 Plätze an einer Stelle ebenerdig unterzubringen hält Verkehrsplaner Stintzing für nicht machbar. Für möglich hält er Doppelstockparkplätze in einem Fahrradparkhaus.

Beim "Weißen Raben" zahlen die Nutzer derzeit sieben Euro im Monat oder 70 Cent am Tag. Ein Teil der Plätze ist dort von 20.30 Uhr bis 7 Uhr nicht zugänglich. Dieser Bereich ist vor allem bei Pendlern beliebt, die mit dem Zug nach Rosenheim kommen und vom Bahnhof aus mit dem Fahrrad ihren Arbeitsplatz ansteuern. Sie wissen ihr Rad in der Nacht gut untergebracht. Ob der "Weiße Rabe" auch in Zukunft die Station betreibt und auch kleinere Reparaturen vornimmt, steht noch nicht fest. Bedenken aus dem Stadtrat, dass ein kostenpflichtiges Angebot die Radler dazu verleiten könnte, auch in Zukunft "wild" zu parken, teilt Jürgen Stintzing nicht. Seine Erfahrung: "Je besser das Angebot, desto weniger Fahrräder gibt es, die im Weg herumstehen."

Auf der Südseite des Bahnhofs, an der Klepperstraße, soll die mit dem Bau der Unterführung an den Zugang der Unterführung verlagerte Fahrradabstellanlage mit insgesamt 280 Plätzen überdacht werden. Dann, so hofft man im Rathaus, sollten auch diejenigen die Abstellanlage nützen, die jetzt unter dem Membrandach parken - wenn sie dies auch erstaunlich ordentlich tun. Offenbar fordert das schicke Ambiente die Radler zur Ordnung heraus. Unterbleiben soll dann auf jeden Fall das Anketten der Räder an den diversen mit einer Extra-Beschichtung versehenenen Geländern. Dort sind schon die ersten Schäden zu sehen.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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