"Feierbiester" contra Nachtruhe

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Rosenheim - Viele "Feierbiester" möchten nach 23 Uhr noch im Biergarten sitzen. Das verbietet aber die Satzung der Stadt: Laut "Biergarten-Regelung" müssen sie dann in die Lokale wechseln.

Die warme Jahreszeit verlockt jetzt wieder viele Nachtschwärmer, bei lauen Temperaturen abends die Freiflächen vor den Gaststätten zu frequentieren. In den nicht so häufigen Nächten, in denen sich noch nach 23 Uhr draußen angenehm sitzen lässt, möchten viele "Feierbiester" das gerne noch länger nutzen. Dagegen steht aber die Satzung der Stadt, dass ab 23 Uhr die Gäste laut der "Biergarten-Regelung" in die Lokale wechseln müssen.

Über die Stränge geschlagen hat kürzlich die Betreiberin einer Tagesbar in der Adlzreiterstraße. Da es sich nicht um eine Gaststätte handelt, sondern ein Ladengeschäft mit Ausschank, ist sie ebenso an die Ladenschlusszeit 20 Uhr gebunden wie die sogenannten Tagescafés. Wegen einer Betriebsfeier zum einjährigen Bestehen hatte die Betreiberin in der Nacht zum Sonntag, 1. Mai, beim Gewerbeordnungsamt eine einmalige Erlaubnis bis 23 Uhr eingeholt.

Bis zu dieser Uhrzeit wurde Musik gespielt, was aufgrund der Erlaubnis gestattet war. Nach Angaben eines Anwohners sei jedoch noch bis 0.30 Uhr draußen gefeiert und auch noch ausgeschenkt worden. Was den Nachbarn jedoch am meisten erboste, war die Tatsache, dass erst nach 1 Uhr die Bestuhlung zurückgebaut worden sei, und das "recht lautstark". An Schlaf sei dabei nicht zu denken gewesen, beschwerte er sich schriftlich beim Gewerbeordnungsamt der Stadt.

Nachdrücklich an Sperrzeiten erinnert

Das Amt schrieb die Betreiberin an, setzte sie von der Beschwerde in Kenntnis und ermahnte sie nachdrücklich, sich an die Sperrzeiten zu halten.

Oliver Horner, der Leiter des Ordnungsamtes, erläutert die Vorschriften: In der Stadt gelten neben der "Biergarten-Regelung" für Freiflächen, wo um 23 Uhr Zapfenstreich beim Ausschank sein muss, für die Gaststätten die Sperrzeiten wochentags von 2 bis 6 Uhr früh, in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkürzt von 4 bis 6 Uhr.

Ausnahme-Genehmigungen über die 23-Uhr-Grenze hinaus sind selten. "Beim Stadtfest erlauben wir den Betrieb bis 24 Uhr, da ein umfassendes öffentliches Interesse besteht", erklärt Horner.

Ein Sperrzeitverstoß stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Bußgeld geahndet werden. "Das beginnt mit mindestens 100 Euro und richtet sich in der Höhe danach, ob es ein Wiederholungsfall ist, wie lange der Verstoß dauerte und wieviele Gäste anwesend waren", so Horner, "also 100 Euro plus x."

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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