Feierliche Abschlussfeier der "Mutmacher"

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Rosenheim - 52 Jugendliche konnten sich am Mittwoch über ihre Urkunde zu einer abgeschlossenen Berufausbildung freuen. Das Besondere: die Jugendlichen hatten allesamt eine schwere Schulzeit.

Am Mittwoch wurde 52 Jugendliche im Hans-Schuster-Haus in Rosenheim die Urkunde über ihre abgeschlossenen Berufsausbildungen verliehen. Soweit nichts besonderes, doch hatten all jene Jugendliche aufgrund ihrer schulischen Voraussetzungen Probleme einen Ausbildungsplatz zu finden. Viele der Jugendlichen besitzen keinen Hauptschulabschluss oder besuchten die Förderschule, aber sie schafften es dennoch, eine Ausbildung zu absolvieren. Aus diesem Grund werden sie auch "Mutmacher" genannt.

Harald Neubauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, betonte, dass es ohne die Bildungsträger, die den Jugendlichen während ihrer Ausbildungen und Praktikas "mit Rat und Tat zur Seite standen", vielen nicht möglich gewesen wäre, eine Ausbildung abzuschließen. Er bedankte sich bei den Unternehmern, die den Jugendlichen durch die Möglichkeit der Ausbildung hervorragende Chance im Leben schenkten, auch wenn sie in ihrer Schulzeit nicht zu den "Topgewinnern" zählten. Auch lobte er die Zusammenarbeit der verschiedenen Ämter in der Region wie auch der Förderschule Traunreut. Denn nur ein Miteinander und kein Nebeneinander bringe Erfolg, so Neubauer.

Abschlussfeier "Mutmacher"

Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bewunderte die Jugendlichen, wie sie es trotz ihres steinigen Weges geschafft haben, ihre Ziele, wenn auch auf Umwegen, zu erreichen und auch in Zukunft erreichen werden, wenn sie konsequent an sich glauben. Doch mit ihrer Leistungsbereitschaft, Lernfähigkeit, Ausdauer, dem Ehrgeiz und dem Verantwortungsbewusstsein, dass die Jugendlichen bisher zeigten, werden sie auch zukünftig ihre Chancen nutzen können.

Josef Huber, stellvertretender Landrat, stellte den Schulweg bildlich dar: die einen fahren auf einer Autobahn, schnell, ohne Probleme und überholen dabei andere, die nächsten fahren auf einer Staatstraße mit dem ein oder anderem Schlagloch und dann gibt es noch jene, die eher auf einer Schmugglerfahrt unterwegs sind. Eben diese sind es, die es nur mit Unterstützung schaffen können und, wie man am heutigen Tag sieht, haben auch sie ihr Ziel erreicht. Zuletzt betonte Huber, dass die abgeschlossene Berufsausbildung Grundlage für eine eigene Zukunft sei.

Der Teamleiter für berufliche Rehabilitation in der Agentur für Arbeit Rosenheim, Franz Hagenauer, stellte in einer Art Interview drei Jugendliche und ihren Schul- bzw. Ausbildungsweg vor.

Zum einen Thomas Ullmann, betreut von der Jungen Arbeit, der trotz Problemen in der Theorie seine Ausbildung zum Schreiner absolvierte und nun als "fertiger" Schreiner weiterhin in Prutting arbeiten kann.

Balwina Kaur schaffte trotz ihrer anfänglichen Schüchternheit und den damit verbundenen Problemen, in und vor einer Gruppe zu sprechen, ihre Ausbildung zur Beiköchin und entwickelte sich dadurch zu einer selbstbewussten jungen Dame.

Dritte im Bunde ist Carina Müller: Sie schaffte, obwohl sie "nur" eine Förderschule besuchte, ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten - ein Ausbildungsweg, der sonst eigentlich Realschulabsolventen vorbehalten ist.

Die Ausbildungsgänge der 52 Jugendliche sind so verschieden wie die einzelnen Charaktäre, vom Schreiner, Einzelhandelskaufmann, Logistiker bis hin zur Friseurin konnte jeder seinen Traumausbildungsberuf ergreifen.

nh/red

Quelle: rosenheim24.de

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