Ermittlungen zu Todesursache eingestellt

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John Demjanjuk

Bad Feilnbach/Traunstein - Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat das Ermittlungsverfahren zum Tod des ehemaligen KZ-Wachmannes John Demjanjuk eingestellt.

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Vorwürfe, dass der 91-Jährige wegen Falschbehandlung im Feilnbacher Pflegeheim gestorben sei, seien haltlos, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Bernd Magiera. Demjanjuks Familie hatte wegen unsachgemäßer Verabreichung des Schmerzmittels Novalgin Strafanzeige gestellt. Doch das daraufhin beauftragte Gutachten habe ergeben, dass "keine Kausalität zwischen dem eingetretenen Tod und der ärztlichen Behandlung besteht". Demjanjuks Verteidiger und nun Anwalt dessen Familie, Dr. Ulrich Busch, erfuhr von unserer Zeitung über die Einstellung des Verfahrens. Er kündigte weitere rechtliche Schritte an. Am Montag habe er noch die für das Gutachten beauftragten Ärzte wegen Befangenheit abgelehnt. Laut Staatanwaltschaft wurden die Angehörigen über das Ergebnis des Gutachtens informiert. Diese hätten noch die Gelegenheit, Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens einzulegen. Demjanjuk hatte an einer chronischen Nierenerkrankung und Blutarmut gelitten. Wie berichtet, hatte Busch erklärt, dass Demjanjuk regelmäßig Novalgin erhalten habe, obwohl der Hersteller bei Nierenleiden von einer Einnahme abrate. Die Verabreichung von Novalgin sei angesichts des Zustands von Demjanjuk falsch gewesen. Mitte März war der 91-Jährige verstorben, beigesetzt wurde er in Amerika.

sm/OVB-Heimatzeitungen

Quelle: rosenheim24.de

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