71-Jähriger stirbt bei Feldkirchen-Westerham

Jogger springt in eiskalten Stausee, kann Mann aber nicht retten!

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Feldkirchen-Westerham - Am Dienstagabend kam es zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte am Leitzach-Stausee. Dabei kam ein 71-Jähriger ums Leben - und ein Jogger begab sich in Lebensgefahr:

UPDATE, 10.55 Uhr - Pressemeldung Wasserwacht

Die Schnelleinsatz-Gruppe "SEG" der Wasserwacht Bad Aibling wurde am Dienstagabend kurz nach 18 Uhr zu einem Wasserrettungseinsatz an den Vagener Stausee alarmiert!

Die Situation ereignete sich wie folgt: Ein Feldkirchner war mit seinem Hund am Vagener Stausee spazieren. Plötzlich sprang der Hund unerwartet ins Wasser. Der künstlich angelegte Stausee hat am Ufer steile Betonwände. Diese sind glatt und rutschig, so dass der Hund keinen Halt hatte, um selbst wieder ans Ufer zu kommen. Der Hund verlor nach Zeugenaussagen schnell die Kraft und war kurzzeitig auch unter Wasser. Der Hundebesitzer zögerte nicht lange und sprang entkleidet in das etwa sechs Grad kalte Wasser.

Rasch konnte er den Hund an eine nahe gelegene Treppe lenken und ans Ufer retten. Spaziergänger wollten nun dem Hundebesitzer helfen, doch dieser geriet selbst immer wieder unter Wasser und tauchte schließlich gar nicht mehr auf!

Durch einen Notruf wurden die Einsatzkräfte von Wasserwacht Bad Aibling, Polizei, Feuerwehr, DLRG und Rettungsdienst alarmiert! Ein Hubschrauber versuchte den Feldkirchner aus der Luft zu lokalisieren, die Wasserwacht setzte sofort einen Taucher ein - leider erfolglos!

Der Taucher musste sich durch die extrem schlechten Sichtbedingungen im trüben Gewässer voran tasten. Zusätzlich wurde mit einem Boot der Wasserwacht, welches mit einem sogenannten Sonar ausgestattet ist, die Suche unterstützt. Ein zweiter Taucher, der an einer gesetzten Boje mit einem Unterwassertelefon exakt vom Ufer aus gelenkt werden konnte, fand schließlich gegen 21.30 Uhr den Vermissten! Der Notarzt konnte nur noch dessen Tod feststellen.

Fotos vom Rettungseinsatz am Leitzach-Stausee

Tipps von der Wasserwacht:

Die Wasserwacht weißt darauf hin, seinem geliebten Vierbeiner nicht hinterher zu springen. Hunde sind viel bessere Schwimmer als Menschen und bedenken sie, wo sich das Tier nicht über Wasser halten kann, kann es der Mensch erst recht nicht! Häufig kommen die Besitzer zu Tode, während der Hund sich retten konnte.

Locken Sie den Hund an eine flache Stelle/Leiter/Treppe. Mit Hilfe eines Astes oder eines Rettungsrings können Sie ihn ans Ufer kriegen, er wird sich daran festbeissen oder festkrallen. Generell gilt, nicht hinterher springen und wenn, nur mit einer langen Leine gesichert ins Wasser. Ein Helfer kann Sie so rausziehen.

Pressemeldung Wasserwacht Bad Aibling

UPDATE, 10.30 Uhr, Pressemeldung Polizei:

Nur mehr tot konnte am Dienstagabend, 9. Mai, ein 71-Jähriger aus dem Leitzach-Stausee geborgen werden. Der Mann war nach vorliegenden Erkenntnissen in das Wasser gestiegen, um seinem Hund zu helfen. Die Kripo Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

Eine Zeugin meldete sich per Notruf bei der Integrierten Leitstelle und teilte dort ihre Beobachtung mit. Demnach hatte sich der ältere Mann teilweise entkleidet und war gegen 18.10 Uhr in das Wasser des mit steilen Betonwänden abgegrenzten Staubeckens gestiegen, um seinem Hund zu helfen.

Ein hinzukommender Jogger eilte dem 71-Jährigen noch zu Hilfe und streckte ihm einen Ast entgegen. Diesen konnte der offenbar bereits geschwächte Mann jedoch nicht mehr greifen, worauf der Jogger in das nur etwa 9 Grad kalte Wasser stieg, sich dabei selbst in Lebensgefahr brachte und schwimmend versuchte den älteren Mann zu retten. Leider scheiterte dieser Rettungsversuch.

Zügig erreichten Angehörige des Rettungsdienstes, Kräfte der Feuerwehren, der Wasserwacht und der DLRG den Einsatzort und begannen mit der Suche nach dem zu diesem Zeitpunkt bereits untergegangenen Mann. Trotz dem engagierten und koordinierten Vorgehen der Einsatzkräfte gelang es Tauchern erst mit Unterstützung eines Sonarbootes den Untergegangenen zu orten und gegen 21.30 Uhr zu bergen. Ihm konnte jedoch nicht mehr geholfen werden.

Der unterkühlte Hund wurde von Rettern geborgen und ist wohlauf. Die Kripo Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Die Erstmeldung:

Am Dienstagabend kam es zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte am Leitzach-Stausee. Wie Pressesprecher Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Mittwochmorgen auf Anfrage von mangfall24.de bestätigte, seien die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienst und Wasserwacht zunächst gegen 19 Uhr alarmiert worden. Eine Frau hatte den Notruf gewählt, nachdem sie gesehen hatte, wie ein Mann der offenbar seinen Hund retten wollte, in den örtlichen Stauweiher gesprungen war. Daraufhin lief ein großer Sucheinsatz an. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Die Wasserwacht setzte zudem Boote ein.

Der Mann konnte zunächst laut Guske jedoch nicht lokalisiert werden. Erst durch den Einsatz von Tauchern und eines Sonargerätes konnte der Mann geortet werden. Für ihn kam jedoch leider jede Hilfe zu spät. Zu diesem Zeitpunkt war der 71-Jährige bereits tot. Vermutlich ist der Mann ertrunken. Bestätigen wollte Guske diese naheliegende Vermutung jedoch (noch) nicht: "Von polizeilicher Seite muss ich hier immer sehr zurückhaltend sein. Theoretisch könnte es nämlich zum Beispiel auch ein Herzinfarkt gewesen sein."

Der Hund hingegen konnte gerettet werden und ist wohlauf. Die Kriminalpolizei versucht nun zu ermitteln, wie es zu dem Unglück kam.

Quelle: mangfall24.de

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