Stausee in Vagen

Mann ertrinkt und auch Tiere - warum gibt es keinen Zaun?

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Feldkirchen-Westerham - Am 9. Mai verlor ein 71-Jähriger am Stausee der Leitzachwerke in Vagen sein Leben. Der Mann sprang in den See um seinen Hund zu retten und ertrank. Nun werden Stimmen laut, der See sei nicht ausreichend gesichert.

Anfang Mai kam es in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham zu einem tragischen Unglück. Ein 71-Jähriger war gegen 18.10 Uhr in das Wasser des mit steilen Betonwänden angelegten Staubeckens gestiegen, um seinem Hund zu helfen und ertrank. 

Ein hinzukommender Jogger eilte dem 71-Jährigen noch zu Hilfe und begab sich dabei selbst in Lebensgefahr. Der ältere Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Der unterkühlte Hund wurde von Rettern geborgen und ist wohlauf.

Jährlich ertrinken dort Rehe

Nun fragen sich viele, warum der See nicht besser gesichert sei. An der Unglücksstelle gibt es, anders als an anderen Stellen des Stauweihers, keinen Zaun, der das steile und rutschige Ufer sichert. Ein in diesem Gebiet aktiver Jäger teilte unserer Redaktion mit, dass er dort jährlich tote Rehe herausziehen müsse, die dort von freilaufenden Hunden hinein getrieben werden und ertrinken. Die Tiere kommen die steile und glatte Einfriedung nicht mehr herauf und verenden im Wasser.

Die abgeschürften Klauen eines im Stauweiher ertrunkenen Rehs, das offensichtlich verzweifelt versuchte die Böschung hinaufzukommen

"Landschaftsschutz muss eingehalten werden"

Warum an dieser Stelle kein Zaun errichtet wurde, teilte uns ein Pressesprecher der Stadtwerke München, die Betreiber der Leitzachwerke sind, mit: "Wir dürfen dort aus Landschaftsschutzgründen keinen Zaun aufstellen. Das ist gesetzlich geregelt. Alle Sicherheitsbestimmungen für Mensch und Tier sowie der Landschaftsschutz wird dort von uns regelkonform eingehalten." Dies werde regelmäßig überprüft. Wer die zuständige Behörde für den Landschaftsschutz sei, konnte uns der Sprecher nicht sagen.

Landschaftsschutz - niemand zuständig

Auf Nachfrage bei der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, warum in diesem Bereich der Landschaftsschutz greife, teilte uns ein Mitarbeiter mit, dass dafür das Landratsamt Rosenheim zuständig sei. Pressesprecher Michael Fischer erklärte auf Nachfrage, dass wir uns in diesem Fall an das Landratsamt Miesbach wenden müssen, da das Pumpkraftwerk mit Wasser aus dem Seehammer See (Landkreis Miesbach) gespeist werde. Gerhard Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes Miesbach hingegen sagt nach Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde und des Wasserwirtschaftsamtes, dass es in den Zuständigkeitsbereich von Rosenheim falle. 

Hinweise der Wasserwacht

Die Wasserwacht weißt darauf hin, seinem geliebten Vierbeiner nicht hinterher zu springen. Hunde sind viel bessere Schwimmer als Menschen und bedenken sie, wo sich das Tier nicht über Wasser halten kann, kann es der Mensch erst recht nicht! Häufig kommen die Besitzer zu Tode, während der Hund sich retten konnte.

Locken Sie den Hund an eine flache Stelle/Leiter/Treppe. Mit Hilfe eines Astes oder eines Rettungsrings können Sie ihn ans Ufer kriegen, er wird sich daran festbeißen oder festkrallen. Generell gilt, nicht hinterher springen und wenn, nur mit einer langen Leine gesichert ins Wasser. Ein Helfer kann Sie so rausziehen.

Fotos vom Rettungseinsatz am Leitzach-Stausee

Quelle: mangfall24.de

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