Prozess am Amtsgericht Mühldorf

Brandstiftung? Asylbewerber vor Gericht

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Mühldorf/Neuötting - Im Sommer hatte es in der Neuöttinger Asylbewerberunterkunft gleich fünf Mal gebrannt. Am Donnerstag muss sich ein 19-Jähriger vor Gericht verantworten.

Ein 19-jähriger Asylbewerber muss sich am Donnerstag in Mühldorf wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Fünfmal in einer Nacht soll der junge Mann in der Neuöttinger Asylbewerberunterkunft Feuer gelegt haben.

Feuerwehr muss dreimal anrücken

Kurz vor 4 Uhr morgens hatte in der Nacht auf den 29. August die Brandmeldeanlage der mit mehr als 100 Asylbewerbern voll belegten Gemeinschaftsunterkunft in Neuötting Alarm geschlagen. Polizei und Feuerwehr rückten an, glücklicherweise stellte sich vor Ort aber heraus, dass lediglich im Treppenhaus eine Mülltüte brannte. Wie die Polizei damals berichtete, konnte die Feuerwehr schon nach 20 Minuten wieder abrücken - musste kurz darauf aber wieder dorthin fahren. Grund dafür waren zwei - erneut kleine - Brandherde. Unter anderem waren im Aufenthaltsraum der Unterkunft ein Tisch und ein Stuhl in Brand geraten.

Gegen 5 Uhr musste die Feuerwehr dann ein drittes Mal anrücken, wieder wegen eines kleinen Feuers. Das fünfte und letzte Feuer brach aus, als die Polizei gerade zur Ermittlung des Verursachers der Brände vor Ort war. Die Beamten löschten dieses Feuer selbst mithilfe eines Feuerlöschers.

Geringer Sachschaden, keine Verletzten

Alle fünf Brände blieben ohne gravierende Folgen. Niemand war verletzt worden, der Sachschaden war nur gering. Dass ein Brandstifter am Werk gewesen war, schien außer Frage. Die Umstände der einzelnen Brände seien Hinweis genug auf Brandstiftung, erklärte die Polizei damals. Einen Brandanschlag von außerhalb, etwa aus fremdenfeindlichen Motiven, schlossen die Ermittler jedoch schnell aus. So gab beispielsweise es keinen Hinweise darauf, dass gewaltsam in das Asylbewerberheim eingebrochen worden war.

Schnell geriet ein 19-jähriger Bewohner der Unterkunft in den Fokus der Ermittler, spurentechnische Untersuchungen erhärteten den Tatverdacht. Bereits am 4. September wurde der junge Mann festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Weil eine psychische Erkrankung nicht ausgeschlossen werden konnte, kam der 19-Jährige nach ein paar Tagen in Untersuchungshaft in eine fachärztliche Klinik.

Asylbewerber bestreitet die Vorwürfe

Wie der Verteidiger des 19-Jährigen, Rechtsanwalt Erhard Frank, gegenüber unserer Redaktion erklärte, streitet der junge Mann die Tat nach wie vor ab. Ob der Asylbewerber die Brände tatsächlich gelegt hat, muss also am Donnerstag das Jugendschöffengericht klären. Innsalzach24 ist vor Ort und berichtet aktuell von der Verhandlung. 

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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