Wie ein lauer Sommerabend im Süden

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"Wir wollen den Leuten Kinogenuss abseits vom Kommerz bieten", sagt Christian Anner.

Rosenheim - Voll besetzt war der Salzstadel bei einer Filmvorführung im Rahmen der Stadtteilwoche. Viele Besucher hatten sich von Zuhause sogar bequeme Liegstühle mitgebracht.

Sie genossen mit Popcorn und Getränken die Filmvorführung unter freiem Himmel. Damit war ein weiterer Programmpunkt der Woche äußerst erfolgreich.

Seit Dienstag fand am Salzstadel täglich ein unterhaltsames Programm statt. Das Quartiersmanagement Altstadt Ost will auf diese Weise erreichen, dass das Areal noch stärker als bisher belebt und genutzt wird. Zum guten Gelingen tragen viele Kooperationspartner aus dem Stadtteil bei (wir berichteten).

Jan Weber-Ebnet vom Quartiersmanagement zeigte sich beim Kino-Open-Air begeistert, wie gut die bisherigen Aktionen bereits angenommen wurden. "Im vergangenen Jahr fing es mit einem Beitrag des Ignaz-Günther-Gymnasiums klein an. Es ist unglaublich, was sich aus diesen ersten Anfängen nun bereits entwickelt hat", freute er sich.

Die Nachfrage von Vereinen und Organisationen, die mit einer derartigen Plattform auf sich und ihre Tätigkeit aufmerksam machen wollen, sei groß. Breite Zustimmung gebe es auch von den Anwohnern rund um den Salzstadel: "Bis jetzt haben wir noch keine Beschwerden bekommen. Ganz im Gegenteil. Viele freuen sich über das bunte Leben am Platz."

Für die Zukunft könnte sich Jan Weber-Ebnet noch wesentlich mehr Aktionen am Salzstadel vorstellen, die alle Generationen gleichermaßen ansprechen: "Junge und alte Menschen nähern sich geschmacklich immer mehr an. Was den Jungen gefällt, kommt heute auch bei vielen Älteren gut an".

Bei der Freiluft-Kinovorführung war das tatsächlich so. Alle Altersgruppen waren vertreten. Bereits Stunden vor Filmstart herrschte am Salzstadel reger Betrieb. Unter den Besuchern waren auch viele Familien. Während die Eltern angeregt miteinander plauderten, tollte der Nachwuchs fröhlich über den Platz und das auch noch, als es langsam gegen 21 Uhr dunkel wurde. Die Szene erinnerte an laue Abende in südlichen Urlaubsgefilden.

Wem die eigens aufgestellten Bierbänke zu unbequem erschienen, brachte sich weiche Picknickdecken oder sogar Klappstühle mit. Selbst an einer kinogerechten Bewirtung fehlte es nicht, dank des "Cafè Mobil" des Projekts "Stadtoase".

Gezeigt wurde in Kooperation mit dem Verein "Kinokultur Rosenheim" der Film "Soul-Kitchen" von Regisseur Fatih Akin.

Zum Einsatz kam ein Filmvorführgerät aus dem Jahr 1956. In der Vergangenheit war es in einem Kino in Gelsenkirchen im Einsatz. Nun nutzt es der Verein "Kinokultur Rosenheim" für seine Filmvorführungen. Untergebracht ist das schwere Gerät in einem ausrangierten Feuerwehrwagen.

Lange Jahre hat der Verein "Kinokultur" um den Erhalt des Capitol-Kinos gekämpft und ist am Schluss gescheitert. Jetzt widmen sich die derzeit zehn Mitglieder der Förderung anspruchsvoller Filmkultur. "Wir wollen den Leuten Kinogenuss abseits des Kommerz bieten", sagt dazu Vereinsmitglied Christian Anner.

Den Salzstadel hält er für besonders gut geeignet. Er könnte sich vorstellen, dass dort zukünftig im Sommer gleich mehrere Wochen hintereinander täglich Filme gezeigt werden.

Mit einem Konzert mit verschiedenen Bands endet die Veranstaltungsreihe am heutigen Samstagabend.

wu/Oberbayrisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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