Verleihung des Euregio Inntal Preises 2015

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Flintsbach/Fischbach - Bereits zum zehnten Mal wurde heuer der Euregio Inntal Preis verliehen. Dieses Jahr fand die Veranstaltung in der "Alten Post" in Fischbach statt.

Die „Alte Post“ in Fischbach – seit jeher ein Treffpunkt zwischen Bayern und Tirol – zeigte sich als idealer Rahmen zur diesjährigen Verleihung des Euregio Inntal Preises 2015. Mit Hildegard Reitberger und Magister Walter Weiskopf zeichnete Euregio-Präsident Hubert Wildgruber zwei Persönlichkeiten aus, denen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Herzensangelegenheit geworden ist und die mit ihrem grenzenlosen Wirken vorbildliches Engagement zeigten. Wildgruber lud dazu ein, auch weiterhin die verschiedensten Ideen in die „Euregio-Familie“ einzubringen und gemeinsam zu verwirklichen.

Zahlreiche Ehrengäste aus Bayern und Tirol, darunter Landrat Wolfgang Berthaler, Kufsteins Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer sowie zahlreiche Bürgermeister, Behördenvertreter und viele frühere Preisträger, wohnten der Preisverleihung bei, die mit der Fanfare „1000 Jahre Flintsbach“, gespielt von den Flintsbacher Bläsern, eröffnet wurde. Dankbar zeigte sich Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher in seinem herzlich gehaltenen Grußwort, dass sich die Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal zum Netzwerk für Erfahrungsaustausch und grenzüberschreitende Maßnahmen entwickelt habe.

Was ist die „Euregio Inntal“?

 Die „Euregio Inntal“ ist ein gemeinnütziger Verein, der die Aufgabe hat, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern in der Region zu fördern, zu unterstützen und zu koordinieren. Mitglieder sind natürliche und juristische Personen aus den bayerischen Landkreisen Rosenheim und Traunstein, der Stadt Rosenheim sowie aus den Tiroler Bezirken Kufstein und Kitzbühel, u.a. Kommunen, Ämter, Fachhochschulen und Verbände. Ihr Tätigkeitsfeld bezieht sich zurzeit schwerpunktmäßig auf die Gebiete Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Soziales. Der gesamte Einzugsbereich umfasst 600.000 Einwohner.

Seit 1974 gehört die Leidenschaft von Hildegard Reitberger dem Theater, so Horst Rankl, Präsident des Verbands der Bayerischen Amateurtheater e.V., in seiner launigen Laudatio: „Theater vor, auf und hinter der Bühne, und immer in einer tragenden Rolle“. Nach ihrer ersten Rolle einer jungen Liebhaberin wurde Reitberger bereits 1976 in den Theaterausschuss des damals noch „Volkstheater Kufstein“ genannten Vereins gewählt und engagierte sich in den Folgejahren als Pressewart, Beirätin, Produktionsleiterin und Schriftführerin im Vorstand. Seit 2002 ist Reitberger Obfrau im „Stadttheater Kufstein“ und seit 2010 Bezirksobfrau für die Region Kufstein im Theaterverband Tirol. In dieser Funktion ist Reitberger nicht nur für ihr Theater, sondern für alle Bühnen rund um Kufstein zuständig.

In den vergangenen 41 Jahren wirkte Reitberger bei 75 Theaterproduktionen mit 678 Vorstellungen mit. „Besonderes Anliegen ist Hildegard Reitberger die Zusammenarbeit mit den bayerischen Theaterfreunden“, unterstrich Rankl. „Der Erfolg vieler Stücke im „Stadttheater Kufstein“ ist auf die harmonische Zusammenarbeit der Tiroler und Bayern zurückzuführen.“ Auch das Theaterspielen über Grenzen hinweg forcierte Reitberger schon lange vor der Gründung der Euregio Inntal, nämlich bereits 1986 mit dem Stück „Wetterleuchten“, einer gemeinsamen Produktion des damaligen „Volkstheaters Kufstein“ mit dem „Theater Rosenheim“. Die gemeinsame Inszenierung des Freilichtspiels „Grenzland“ im Jahr 2013 wurde zu einem Spiel über Grenzen hinweg und einem großartigen Gemeinschaftserlebnis.

Mit ihrer Wahl zur Gemeinderätin nimmt Hildegard Reitberger seit 2013 auch Einfluss auf das politische Leben Kufsteins und setzt sich als Obfrau des Stadtmarketingausschusses und im Kulturausschuss des Magistrats für die Belange der städtischen Kultur ein. Sie werte den Euregio Inntal Preis 2015 als Ansporn, weiterhin mit den bayerischen Freunden zusammenzuarbeiten, betonte Preisträgerin Hildegard Reitberger in ihrer Dankesrede und würdigte die Unterstützung durch die Euregio Inntal beim Freilichtspiel „Grenzland“.

Der Stellvertretende Euregio-Präsident Prof. Kommerzialrat Walter J. Mayr hielt die Laudatio auf den zweiten Preisträger Magister (FH) Walter Weiskopf, bis Ende letzten Jahres Geschäftsführer der Euregio Inntal. Die Preisverleihung würdige die verdienstvolle Arbeit für den Aufbau und die Entwicklung der Euregio, bei der Weiskopfs ruhige und besonnene Art entscheidend zum Entstehen eines guten Klimas auf bayerischer und Tiroler Seite beitrug. Intensiv gestaltete Walter Weiskopf die Zusammenarbeit mit den Kontaktstellen in den Landratsämtern Rosenheim und Traunstein sowie der Bezirkshauptmannschaft Kufstein, betonte Mayr.

„Die Ideenvermittlung, Beratung und Mitwirkung von Walter Weiskopf haben zur erfolgreichen Umsetzung von diversen Kleinst-, Klein- und Großprojekten geführt“, unterstrich der stellvertretende Euregio-Präsident. Das Bergrettungsnetzwerk, das Projekt Höhlen-Kultur-Erlebnis-Inntal oder das Jugendprojekt „Wir können mitreden, wir wollen mitgestalten“ seinen nur einige herausragende Ergebnisse der grenzenlosen Zusammenarbeit. Auch das grenzüberschreitende Euregio –Projekt „Mehrgenerationenhaus Flintsbach – Tagesbetreuung“ mit den Partnern Österreichisches Rotes Kreuz Kufstein (ÖRK) und Christliches Sozialwerk Degerndorf – Brannenburg – Flintsbach a.Inn (CSW), wurde von ihm begleitet.

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die von der Euregio herausgegebenen Bücher „Euregio – Kulturführer“ und „Handelsweg Inn“. Als Geschäftsführer zeichnete sich Walter Weiskopf zudem verantwortlich für die fundierten Stellungnahmen zu aktuellen Projekten sowie für Vorträge und Veranstaltungen. Weitere Beispiele für die gelungene Geschäftspolitik von Walter Weiskopf seien die Betreuung des Tiroler Unterlands durch die Rosenheimer Hagelflieger und die erfolgreichen Euregio Schulmessen.

„Vertrauen ist die Basis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, betonte Preisträger Walter Weiskopf und bedankte sich für die spannende Zeit, in der er seinen Beitrag für die Euregio Inntal leisten durfte. Die feierliche Europa-Hymne – kraftvoll intoniert von den Flintsbacher Bläsern, die für das musikalische Rahmenprogramm der Veranstaltung sorgten – setzte den glanzvollen Schlusspunkt der Preisverleihung.

Maria Stuffer Chunphetch / Johann Weiß

Quelle: rosenheim24.de

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