Gewalt, Raubkopien und NS-Abzeichen

Landkreis - Einer verkaufte gewaltverherrlichende Medien, der andere Raubkopien. Ein dritter hatte NS-Abzeichen im Angebot - alle diese Flohmarkt-Fieranten erwartet nun eine Menge Ärger.

Am vergangenen Samstag, den 8. November, führten Beamte des Einsatzzuges Traunstein Flohmarktkontrollen in Freilassing, Bad Endorf und Bernau am Chiemsee durch. Der Hauptaugenmerk galt hier dem Jugendmedienschutz. Dabei schauten die Beamten genau, ob seitens der Verkäufer jugendgefährdende Medien angeboten werden.

Auf dem Flohmarkt in Freilassing wurden bereits nach kurzer Zeit Computerspiele mit einer Altersfreigabe von 18 Jahren festgestellt. Es handelte sich um sogenannte „Ego-Shooter“-Spiele. Der 56-jährige türkische Standbetreiber wurde wegen eines Verstoßes nach dem Jugendschutzgesetztes angezeigt und muss mit einem Bußgeld rechnen. Des Weiteren wurden die Spiele sichergestellt. Anschließend wurde die Kontrolle in den Rosenheimer Raum verlegt. Dort waren an diesem Tag unter anderem Flohmärkte in Bad Endorf und in Bernau am Chiemsee.

In der Bad Endorfer Kurhalle fiel den Beamten sofort der Stand eines 73-jährigen Einheimischen auf. Er verkaufte offen, freiliegend, Broschen und Anstecker aus der nationalsozialistischen Zeit. Das auf jedem Gegenstand enthaltene Hakenkreuz wurde nur dürftigst mit einem kleinen Aufkleber bedeckt, sodass dieses ohne Problem weiter erkennbar war. Die Beamten stellten alle Gegenstände sofort sicher. Der Verkäufer muss sich nun strafrechtlich verantworten, da er verfassungsfeindliche Gegenstände öffentlich zum Verkauf dar bot.

Beim großen und zahlreich besuchten Bernauer Flohmarkt in der Sporthalle, mussten drei Stände beanstandet werden. Ein 25-Jähriger aus Bad Endorf versuchte mehrere Raubkopien bekannter Filme und DVDs mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren zu verkaufen. Ihn erwarten Strafanträge der verschiedenen Filmgesellschaften, da er gegen das Urheberrechtsgesetz verstieß. Zusätzlich liegt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Jugendschutzgesetz vor.

An den beiden anderen Ständen wurden weitere gewaltverherrlichende Filme und Spiele aufgefunden. Die Standbetreiber, eine 30-jährige Endorferin und eine 45-Jährige aus Übersee in, müssen mit einem Bußgeld rechnen, da auch sie gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen haben. Die aufgefunden Filme und Spiele wurden von der Polizei sichergestellt und mitgenommen.

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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