Spektakulärer Flugzeug-Absturz in Ainring

Ainring – Eine zweimotorige Propeller-Maschine ist in einer Kiesgrube abgestürzt: So die Ausgangslage für eine Großübung am Mittwoch in Ainring.**Neu: Video**

Tatort Kiesgrube Hammerau in der Gemeinde Ainring: Brennende und rauchende Flugzeug-Wrackteile, Tote, abgerissene Gliedmaßen, Schwerstverletzte, die vor Schmerzen schreien, zumeist mit üblen Brandwunden, eine unter Schock stehende Joggerin, die den Notruf absetzt und versucht zu helfen – nur ein Teil des schrecklichen Szenarios, dass sich den ersten Hilfsorganisationen, die eintreffen, bietet. Dichter Qualm erschwert die Bergung der ersten Verletzten, Freiwillige Feuerwehr, THW und BRK haben „viel Arbeit und wenig Kräfte“, bringt Freilassings Polizeichef Gerhard Meier die „Chaosphase“ auf den Punkt.

Flugzeugabsturz: Große Übung in Ainring

Etliches wirkt auf Laien verwirrend: Erst werden Schläuche verlegt, Brandherde gelöscht, ehe sich um die Verletzten gekümmert wird. Dazu Martin Waldhutter, Kommandant der Feuerwehr Ainring: „Wir wollten zuerst die schlimmsten Brandherde löschen, dann die Verletzten sichern und bergen“.

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Die Übungs-Bilanz der Polizei

Neben rund 120 Bediensteten der Polizei, in erster Linie vom Bayerischen Polizei-Fortbildungsinstitut (BPFI) in Ainring, weiteren zirka 100 helfenden Kräften von Feuerwehr, BRK und THW sind viele weitere Einsatzorganisationen an der Absturzstelle: die Bundeswehr, Kripo, Sachverständige, der Staatsanwalt, die Bundestelle der Flugunfalluntersuchung, die Rechtsmedizin, der Kriminaldauerdienst (KDD) als „Rund um die Uhr“- Bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei, die Sonderkommission GSE (großes Schadensereignis).

Selbst pietätlose Journalisten und Fotografen – gespielt von Mitarbeitern des BPFI – prägen das Bild am Tatort. Erste O-Töne der mobilen Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd vertrösten eher, als zu informieren. Vieles ist noch ungewiss, erst langsam sickern Fakten durch, wenngleich nicht bestätigt: Die Maschine kam aus München und befand sich im Landeanflug auf Salzburg. 48 Menschen befanden sich an Bord, 38 starben unmittelbar, 14 Verletzte wurden in die Krankenhäuser Altötting, Rosenheim und Salzburg gebracht, dort verstarben noch einmal zehn Passagiere, so dass nur vier überlebten: Kinder, die zum Zeitpunkt des Absturzes an der Unglücksstelle spielten.

Der Name der Fluggesellschaft bleibt im Verborgenen, es soll ein Billigflieger gewesen sein, die Black Box ist gesichert. Ein Hubschrauber kam nicht zum Einsatz, das Telefon der Vermisstenstelle steht seit dem Absturz nicht mehr still, Angehörige wollen informiert werden.

Der Aufbau einer derart umfangreichen Übung nimmt rund ein Jahr Vorbereitung in Anspruch. Alles ist echt: Von der Fototasche eines Passagiers bis hin zu simulierten, aber mit dem heutigen Datum versehenen Flugtickets. Puppen stellen die Leichen dar, jeweils von einem Polizeibeamten „gesichert“. Die Verletzten wurden wie in den vergangenen Jahren von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Mitterfelden gespielt.

Vier Wochen wurde die zuständige SOKO im BPFI in Ainring geschult und auf den heutigen Tag getrimmt. Seit 2002 finden jährlich Übungen dieser Größenordnungen im Berchtesgadener Land statt.

bit/red

Quelle: BGland24.de

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