Forchheims OB wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

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Nürnberg/Forchheim - Der sogenannte Siemens-AUB-Skandal hat nun auch für den Forchheimer Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU) ein gerichtliches Nachspiel.

Der 61-Jährige muss sich vom 20. Oktober an wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt vor dem Landgericht Nürnberg verantworten, teilte ein Justizsprecher am Mittwoch mit. Stumpf soll als Vorsitzender des VfB Forchheims für die dort beschäftigten Handballer von 2000 bis 2006 weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben abgeführt haben. Der Sportverein war in dieser Zeit vom langjährigen Vorsitzenden der Arbeitnehmer-Organisation AUB, Wilhelm Schelsky, finanziell gefördert worden.

Dass die üppigen Sponsorengelder indirekt aus der Siemens-Kasse stammten, war erst im aufsehenerregenden Siemens-AUB-Prozess vor drei Jahren ans Licht gekommen. In dem Prozess war Schelsky wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Gericht hatte es seinerzeit als erwiesen angesehen, dass Siemens mit Millionenzahlungen an die AUB den Aufbau einer Gegenorganisation zur IG Metall unterstützt hatte. Schelsky hatte allerdings einen Teil der Siemens-Gelder absprachewidrig in Sportsponsoring gesteckt; davon hatte damals auch der VfB Forchheim profitiert.

Stumpf steht seit 1990 an der Spitze der Stadt Forchheim. Für den Prozess gegen ihn und zwei Vereinsfunktionäre sind 15 Verhandlungstage angesetzt. Bislang sei der Prozess bis zum 10. Januar 2012 terminiert, sagte der Justizsprecher. Insgesamt sollen in dem komplexen Wirtschaftsstrafverfahren 78 Zeugen gehört werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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