"Fotovoltaikanlagen behindern Rettungsarbeiten"

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Um 1.45 Uhr ging am Mittwoch bei der Integrierten Leitstelle die Meldung ein, dass auf einem Bauernhof bei Schechen ein Feuer ausgebrochen sei. Zur Brandursache konnten die ermittelnden Behörden - die Kripo Rosenheim und ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts - gestern noch nichts sagen.

Schechen - Nach dem Brand in Marienberg sind erneut Fotovoltaikanlagen in der Diskussion. Das OVB hat über die Problematik mit Kreisbrandrat Ruhsamer gesprochen:

Beim Brand eines Dachstuhls in einem Bauernhof in Marienberg ist am frühen Mittwochmorgen ein Schaden von mindestens 150.000 Euro entstanden.

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Wie die Polizei in Rosenheim mitteilte, war allein die Fotovoltaikanlage 100.000 Euro wert. Der 54 Jahre alte Besitzer des Gebäudes blieb unverletzt. Der Dachstuhl wurde durch das Feuer schwer beschädigt. Sechs Feuerwehren waren mehrere Stunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Was diese zusätzlich erschwerte: die Fotovoltaikanlage auf dem Dach und das durch die eisigen Temperaturen gefrierende Löschwasser. Die Kreisstraße RO29 wurde während der Lösch- und Rettungsmaßnahmen vollständig gesperrt, zusätzliche Streufahrzeuge sollten die Gefahren durch die Glatteisbildung eindämmen.

Wohnhausbrand in Marienberg

Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer kennt die Diskussionen um das Für und Wider von Fotovoltaikanlagen. Für die Heimatzeitung beantwortet er die drei wichtigsten Fragen.

Herr Ruhsamer, inwiefern beeinflussen Fotovoltaikanlagen die Löscharbeiten der Feuerwehr?

Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer

Ich würde sagen, dass sie ein Feuer zwar nicht verschlimmern, aber die Rettungsarbeiten doch in jedem Fall behindern. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Anlage über die sogenannte Brandwand gebaut ist; das heißt, dass eine Trennwand einzelne Gebäudeteile eigentlich vor dem Feuer schützen sollte, wir als Feuerwehr aber erst einzelne Elemente der Fotovoltaikanlage abbauen müssen, um überhaupt sehen zu können, wo der Brandherd ist. Dies verzögert erstens die Löschmaßnahmen und zweitens ist es gefährlich für die Rettungskräfte - zumal die Aluminiumträger der Fotovoltaikanlagen nicht hitzebeständig sind und irgendwann schmelzen.

Können Fotovoltaikanlagen selbst in Brand geraten?

Theoretisch ist das durchaus möglich, in meinem Zuständigkeitsbereich hatten wir so einen Fall aber noch nie. Eine mögliche Brandursache an den Anlagen wäre beispielsweise ein Kurzschluss, ausgelöst durch einen Marderbiss.

Wie verhält man sich als Besitzer einer Fotovoltaikanlage richtig?

Jeweils einen Meter rechts und links der Anlage auf dem Dach freihalten, sodass die Feuerwehr besser nachschauen kann. Aber ich muss tatsächlich zugeben: Für uns sind die Anlagen eine Herausforderung.

zip/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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