Messer-Attacke auf Pony "Bella"?

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Emily Rosenberg mit ihrem Shetland-Pony "Bella": Beide haben mit den Folgen der Attacke zu kämpfen.

Frauenornau - Eigentlich lebt Familie Rosenberg mit ihren fünf Kindern und vielen Tieren auf einem Grundstück bei Obertaufkirchen recht idyllisch. Diese Idylle wurde aber kürzlich jäh zerstört.

Offenbar drang ein bisher unbekannter Täter in einer Nacht Ende Mai in den Pferdestall der Familie ein und stach auf das kleine Shetland-Pony "Bella" ein, das die Stichwunde am Hals zwar überlebt hat, seither aber - laut Angaben der Familie - traumatisiert ist.

Die zuerst an den Tatort gerufene Polizei Mühldorf hat den Fall mittlerweile an eine Einheit in Traunstein weitergegeben, die sogenannten "Operativen Ergänzungsdienste", die auf kriminelle Delikte im Zusammenhang mit Tieren spezialisiert sind. Bernhard Seitlinger, der Leiter der "Operativen Ergänzungsdienste" berichtete auf Nachfrage, dass es nach Auskunft des behandelnden Tierarztes "relativ sicher" sei, dass das Pferd mit einem Messer verletzt wurde.

Einen Stoß oder Riss schließt er aus. Die Verletzung sei zwar nicht lebensbedrohlich gewesen, weil der Stich nicht tief genug gegangen sei, aber derjenige, der das gemacht hat, habe das Tier wahrscheinlich "ernsthaft verletzen" wollen, so die Auskunft. Die Familie habe auch einen Verdacht wer der Täter sein könnte, aber es gebe noch keinerlei Beweise. Daher ermittle man momentan in alle Richtungen, so Bernhard Seitlinger, der vermutet, "dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um einen Serientäter handelt". Daher sollten sich andere Pferdebesitzer momentan keine Sorgen machen, betonte er.

So sah die Stichwunde am Hals des Ponys kurz nach der Attacke aus. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Für die betroffene Familie ist das aber kein Trost. Sie haben Angst, dass ihnen etwas Ähnliches wieder oder sogar etwas noch Schlimmeres passieren könnte. Besonders die neunjährige Tochter Emily, der das Pony gehört, leidet seit dem Vorfall und weint immer noch, wenn sie daran erinnert wird. Sie selbst war zwar in jener Nacht nicht dabei, aber die Mutter Michaela Rosenberg erinnerte sich an das Ereignis: Der 15-jährige Sohn Domenic habe in der Nacht aus dem Dachfenster geschaut, weil er gehört habe, wie sich das Tor zum Grundstück bewegt habe. Dann seien alle in den Stall gelaufen und danach "war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt", so Michaela Rosenberg, überall sei so viel Blut gewesen, dass sie einen Schockzustand erlitten habe und wieder zurück ins Haus musste.

Die Wunde ist mittlerweile gut verheilt. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Die Nachbarn hätten zusammen mit ihrem Mann und Brüdern von Emily die Notfallversorgung des Pferds übernommen und dann Tierarzt und Polizei gerufen. Seit dieser Attacke habe sich die Atmosphäre in der Familie, aber auch bei den Pferden, stark verändert, ist sich die Mutter sicher. Sie selbst schliefen seither sehr schlecht, und Pony "Bella" sei seit der Attacke traumatisiert. "Sie meidet alles und fast jeden", so die Mutter. Das Tier sei häufig "nicht händelbar" und sehr schreckhaft.

Das sei aber leider nicht der erste Vorfall dieser Art, so Michaela Rosenberg. Auch der Araber-Wallach "Nasran" sei am Osterwochenende nachts im Schlaf überrascht und an mehreren Stellen am Körper durch Schnitte verletzt worden, wenn auch nicht so schwer wie Bella. Seit dem jüngsten Vorfall versuche Nasran, die Pony-Stute zu beschützen, erzählte Michaela Rosenberg. Mittlerweile habe sie selbst den Pferdestall, der vorher offen war, schließen müssen, um den Tieren etwas mehr Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem fahre regelmäßig eine Polizeistreife vorbei, das beruhige zwar etwas, aber ein normales Leben sei für sie erst wieder möglich, wenn das aufhöre.

Irmi Günster

Quelle: innsalzach24.de

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