Tierschützer kritisieren bayerische Delfinhaltung

Nürnberg/Brüssel - In Nürnberg gibt es ein Delfinarium. Kritiker melden sich immer wieder. Nun schaltet sich die Wal- und Delfinschutzorganisation ein. Was sie von der bayerischen Einrichtung hält:

In rund 60 Staaten der Welt leben Delfine und kleine Wale wie Orcas in Zoos und Delfinarien. Allein in der Europäischen Union gibt es nach einem Bericht der Wal- und Delfinschutzorganisatin Whale and Dolphin Conservation Society 34 Delfinarien in 14 Ländern. Mit elf Anlagen liegt Spanien an der Spitze, dann folgt Italien mit fünf.  In deutschen Zoos gibt es drei Anlagen - in Münster, Duisburg und Nürnberg. Münster will sein Delfinarium bald schließen, in Nürnberg wird in vier Wochen ein Neubau eröffnet. Sechs Anlagen in deutschen Freizeitparks sind in den vergangenen Jahren bereits aufgegeben worden.

Delfinarien sind heftig umstritten. Viele Menschen lieben die Vorführungen mit Delfinen, die durch Reifen springen oder Bälle auf der Nase balancieren. Tierschützer jedoch kritisieren die Haltung der intelligenten Säugetiere in Gefangenschaft seit Jahren. Hauptargument ist, dass Wale und Delfine in künstlichen Becken nicht artgerecht leben können und erheblich früher als in Freiheit sterben. Wale und Delfine sind in allen Weltmeeren zu Hause, von den Tropen bis zu den Polen.

 Der Gesamtbestand der Delfinart Großer Tümmler, die am häufigsten in Delfinarien zu sehen ist, wird weltweit auf rund fünf Millionen Tiere geschätzt. Große Tümmler schwimmen in Freiheit tausende Kilometer und können sehr tief tauchen. Mit ihrer Sonarortung, ähnlich dem Echolot-System der Fledermäuse, verfügen sie über eine der erstaunlichsten Sinnesleistungen im Tierreich. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Delfine ihr Spiegelbild erkennen können. Forscher gehen deshalb von einem “Ich-Bewusstsein“ der Tiere aus. In vielen Ländern stehen Delfine unter Schutz. Die größte Bedrohung für sie sind in der Regel Fischernetze.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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