Schleusungen mit Transporter und Reisezug

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Freilassing/Rosenheim - Die Bundespolizei hat am Mittwoch die Ermittlungen zur Schleusung von neun Syrern aufgenommen. 13.000 Euro sollte die Reise durch Europa kosten.

Die sieben Erwachsenen und zwei Kinder wurden in den Morgenstunden mittels Kfz und Zug von Österreich nach Deutschland gebracht. Die Drahtzieher der illegalen Transporte haben nach ersten Erkenntnissen pro Person mehrere tausend Euro kassiert. Der 33-jährige Fahrer des Wagens befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Fahnder von Landes- und Bundespolizei haben beinahe zeitgleich auf der A 8 und im Fernreisezug von Salzburg Richtung München mehrere unerlaubt eingereiste Syrer in Gewahrsam genommen. Der Fahrer des Kleintransporters konnte sich bei der Kontrolle auf Höhe der Anschlussstelle Piding mit einer deutschen Aufenthaltserlaubnis ausweisen. Er wurde von den Bundespolizisten wegen des Verdachts der Schleuserei verhaftet. Seine Mitfahrer hatten keine Papiere dabei. Sie gaben an, aus Syrien zu stammen und zwischen 20 und 26 Jahre alt zu sein. Ihr mutmaßlicher Schleuser musste auf richterliche Anordnung hin die Untersuchungshaft antreten. Ungarische Reisepässe hatte die syrische Familie, die mit dem Zug über Salzburg nach München fahren wollte.

Offenbar waren der 33-jährige Vater und die 31-jährige Mutter sowie deren Kinder, 7 und 13 Jahre alt, von Schleusern mit diesen Papieren ausgestattet worden. Eigenen Angaben zufolge musste die Familie für die illegale Reise nach und durch Europa 13.000 Euro zahlen. Die Schleierfahnder bemerkten allerdings, dass es sich bei den Pässen um Fälschungen handelte und beendeten die Zugfahrt kurz nach Rosenheim. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden acht der unerlaubt eingereisten Syrer einer Aufnahmestelle in München zugeleitet. Ein 22-Jähriger wird mangels Schutzbedürftigkeit zurückgeschoben.

Die Ermittler der Bundespolizei gehen derzeit der Frage nach, ob die beiden Fälle einer gemeinsamen Schleuserorganisation zuzurechnen sind.

Im deutsch-österreichischen Grenzraum hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim, zu der auch das Freilassinger Revier gehört, in diesem Jahr pro Monat zwischen 100 und 170 unerlaubt Eingereiste festgestellt. Die meisten von ihnen stammten aus Afghanistan und dem Irak. Syrien gehört laut Rosenheimer Bundespolizei bisher noch nicht zu den Hauptherkunftsländern. Ob sich das angesichts des Krieges in Syrien ändert, bleibt abzuwarten.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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