Freistaat subventioniert sauberes Wasser

Rosenheim - Mit 11,5 Millionen Euro bezuschusst das Bayerische Staatsministerium Arbeiten an Wasserversorgungen, kommunalen Abwasseranlagen und Kleinkläranlagen in der Region.

Gute Nachrichten hat das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim für die Gemeinden in den Landkreisen Ebersberg, Mühldorf a. Inn, Miesbach und Rosenheim sowie die Kreisfreie Stadt Rosenheim: Dieser Tage werden Bewilligungsbescheide zur Auszahlung von insgesamt rund 11,5 Millionen Euro an Fördergeldern verschickt. Die Gelder stammen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und unterstützen die Kommunen beim Ausbau ihrer Wasserversorgungs- und Abwasserinfrastruktur.

Mit 9,9 Millionen Euro wird der Bau von 51 gemeindlichen Abwasseranlagen, insbesondere erstmalige Anschlüsse an die öffentliche Kanalisation, gefördert. Weitere 661.000 Euro können die Gemeinden an diejenigen Privathaushalte weitergeben, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht an ein öffentliches Kanalsystem angeschlossen werden können und deshalb eine neue, leistungsfähige Kleinkläranlage gebaut haben. Rund 917.000 Euro gehen an die Gemeinden und Trinkwasserzweckverbände zur Unterstützung der öffentlichen Trinkwasserversorgung. Damit kann für weitere Ortsteile im Amtsgebiet die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sichergestellt werden.

"Diese Gelder helfen mit, dass einerseits die Versorgung mit gutem Trinkwasser in der Fläche weiter ausgebaut werden kann und andererseits das Abwasser mit hoher Effizienz gereinigt wird und so unsere Bäche und Flüsse im ländlichen Raum noch sauberer werden und das Grundwasser geschützt wird“, sagte Paul Geisenhofer, der Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes in Rosenheim, in der nun veröffentlichten Meldung.

Die guten Nachrichten kommen rechtzeitig zum diesjährigen Weltwassertag, der unter dem Motto „Wasser für die Städte: Antwort auf urbane Herausforderungen“ das Augenmerk der Welt auf die mit der zunehmenden Urbanisierung verbundenen Probleme für die Wasser- und Sanitärversorgung der Bevölkerung und für den Zustand der Gewässer, insbesondere in den Schwell- und Entwicklungsländern, lenken will. Immer noch haben nach Angaben der UNICEF rund 900 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und 70 % der häuslichen und gewerblichen Abwässer werden nach Aussage des WWF in den Entwicklungsländern ungeklärt in die Gewässer eingeleitet.

Aber nicht nur die Wasserbeschaffenheit stellt ein großes Problem dar, auch die Menge des verfügbaren Wassers ist in vielen Regionen der Welt nicht ausreichend. Nach einem Bericht der Weltbank wird bis 2030 der globale Wasserbedarf die verfügbare Wassermenge um 40 % übersteigen. Regionale Konflikte werden die Versorgungssituation zusätzlich verschärfen. In Deutschland wie auch in Bayern stellen sich diese Probleme dank der jahrzehntelangen Bemühungen um Gewässer- und Trinkwasserschutz zum Glück nicht. Rund 2.350 Versorgungsunternehmen garantieren eine flächendeckende Versorgung mit genügend Wasser und hoher Zuverlässigkeit.

Seit 1946 unterstützt der Freistaat die Kommunen bei dieser Aufgabe. Rund 2.700 kommunale Kläranlagen in Bayern reinigen im Jahr mehr als 1,5 Milliarden Kubikmeter Abwasser und sorgen so für den Schutz der Bäche, Flüsse und Seen. Der Zustand von drei Viertel der bayerischen Fließgewässer ist gut oder sogar sehr gut. Bayerische Seen haben Badegewässerqualität. Dafür haben die Kommunen in den vergangenen 60 Jahren rund 33 Milliarden in ihre Abwasserentsorgung investiert.

Der Freistaat gewährte Fördermittel in Höhe von 8,5 Milliarden Euro im Abwasserbereich und rund 3,5 Mrd. Euro für die Trinkwasserversorgung. Derzeit sind 12 Millionen oder über 96 Prozent der Einwohner Bayerns an kommunale Kläranlagen angeschlossen, der Anschlussgrad an die öffentliche Trinkwasserversorgung in Bayern beträgt 98,9 %. Rund drei Prozent der Einwohner reinigen ihr Abwasser in Kleinkläranlagen. Der Freistaat fördert auch den Bau von Kleinkläranlagen - seit 2003 mit 112 Millionen Euro.

"Aber es besteht weiterhin Handlungsbedarf" betont Geisenhofer. "Die demographische Entwicklung, der Klimawandel und die Globalisierung erfordern auch in Bayern Anpassungsmaßnahmen in der Wasserwirtschaft. Zudem ist die Infrastruktur der Siedlungswasserwirtschaft zum Teil in die Jahre gekommen. Zum Beispiel sind rund 16 Prozent der kommunalen Abwasserkanäle kurz- bis mittelfristig sanierungsbedürftig. Um die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, sind die Maßnahmenprogramme gemeinsam mit den Akteuren umzusetzen."

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser