Prozess am Amtsgericht Altötting

Brutaler Übergriff auf Freundin - Bewährungsstrafe

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Altötting - Vor einem Jahr kam es im Landkreis Altötting zu einem Gewaltausbruch eines Betrunkenen gegen seine Freundin. Am Montag musste sich der Mann vor Gericht verantworten.

Vor über einem Jahr soll es in einer Wohnung im Landkreis Altötting zu einem brutalen Übergriff eines Mannes auf seine damalige Lebensgefährtin gekommen sein. Am Montag musste sich der Mann dafür vor Gericht verantworten.

Mit 30-Zentimeter-Klinge ins Kinn geschnitten

Nachts hatte er seine Freundin besucht - um mit ihr zu reden, wie er damals sagte. In der Wohnung der Frau sperrte der Angeklagte jedoch sich und seine Freundin in das Zimmer vor der Küche ein und zog den Schlüssel ab. Der Angeklagte soll der Frau eine Ohrfeige verpasst haben, anschließend soll der Mann ein 30 Zentimeter langes Messer aus der Küchenschublade genommen haben. Eine höchst bedrohliche Situation, schließlich soll der Angeklagte nicht nur mit dem Messer rumgefuchtelt, sondern auch noch geschrien haben, er bringe seine Freundin jetzt um.

Tatsächlich soll der Mann seiner Freundin anschließend mit dem Messer ins Kinn geschnitten, ihr dabei eine stark blutende Wunde zugefügt haben. Danach soll der Angeklagte seine Freundin auch noch geschlagen und getreten haben. Auf das Flehen der Frau, er solle endlich aufhören, soll der Mann sogar noch brutaler geworden sein. Mit einem Griff an die Kehle soll er seine Freundin zu Boden gedrückt haben. Die Frau schrie weiter um Hilfe - und hat wohl genau damit dem Martyrium ein Ende gesetzt. Offenbar aus Angst davor, dass Nachbarn auf die Schreie aufmerksam werden, ließ der Mann von seiner Freundin ab und verließ die Wohnung.

Bewährungsstrafe - unter sehr strengen Auflagen

Am Amtsgericht Altötting musste sich der Angeklagte am Montag wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung in Tateinheit mit Bedrohung verantworten. Vor Gericht zeigte sich der Mann vollumfänglich geständig. Indem er die Vorwürfe gegen ihn einräumte, ersparte er dem Opfer die Aussage vor Gericht.

Die Ursache des Gewaltausbruchs war offenbar eine starke Alkoholisierung. Einem Gutachter zufolge hatte der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat etwa zwei Promille Alkohol im Blut. Bei der Strafzumessung spielte dieser Umstand eine entscheidende Rolle. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und ordnete zugleich die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an - beides wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Grund dafür ist, dass sich der Angeklagte schon seit August in einer Fachklinik in stationärer Therapie befindet.

Der Angeklagte muss allerdings einige Auflagen erfüllen, um die Bewährung nicht aufs Spiel zu setzen. Die Bewährungszeit wurde auf fünf Jahre festgelegt, die maximal mögliche Dauer. Zudem bekommt der Mann einen Bewährungshelfer und muss Haarproben abgeben. Die stationäre Therapie muss er freilich ebenfalls erfolgreich abschließen - noch bis Frühjahr 2015 befindet sich der Mann in Behandlung.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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